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Sparpläne
09. Oktober 2012 07:23; Akt: 09.10.2012 14:16 Print
Julius Bär streicht 1000 Stellen
Kahlschlag nach Merrill-Lynch-Übernahme: Die Bank Julius Bär will gegen 1000 Stellen abbauen. Das entspricht rund 15 bis 18 Prozent der Arbeitsplätze.
Boris Collardi, CEO der Traditionsbank, möchte nach dem Merrill-Lynch-Deal bis zu 18 Prozent der Stellen abbauen.
Die Bank Julius Bär startet wegen der geplanten Übernahme des Vermögensverwaltungsgeschäfts ausserhalb der USA von Merrill Lynch einen Stellenabbau. Von den rund 5700 Arbeitsplätzen beider Institute sollen 15 bis 18 Prozent gestrichen werden.
Julius Bär mit Rekord bei verwalteten VermögenDie Bank Julius Bär hat bei den verwalteten Vermögen ein Rekordhoch erreicht. Ende August betrugen sie 184 Mrd. Franken. Das sind 14 Milliarden oder 8 Prozent mehr als Ende 2011, wie die Bank am Dienstag zusätzlich zur Ankündigung von Sparmassnahmen mitteilte
Der Netto-Neugeldzufluss habe nahe am oberen Ende des mittelfristigen Zielbands von 6 Prozent gelegen. Dagegen sei die Bruttomarge in den ersten acht Monaten leicht unter die für die ersten sechs Monate 2012 ausgewiesenen 0,98 Prozent gefallen.
Das Total der Kundenvermögen stieg seit Anfang Jahr um 7 Prozent auf 276 Mrd. Franken. Dazu trugen auch die positive Marktentwicklung sowie positive Währungseffekte bei. (SDA)
Dies entspricht rund 850 bis 1030 Stellen, wie aus der Mitteilung von Julius Bär vom Dienstag hervorgeht. Welche der über 50 Standorte wie vom Abbau betroffen sein werden, wurde zunächst nicht bekannt.
Ein Sprecher von Julius Bär verwies auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA darauf, dass die Akquisition vor allem ausserhalb der Schweiz erfolge. Anpassungen seien vor allem dort geplant, wo Überlappungen bestehen. In der Schweiz verfüge Merrill Lynch nur in Genf über einen Standort, der rund 220 Angestellte zähle. «Viele Funktionen werden von Genf nach Zürich verlegt beziehungsweise zusammengelegt», sagte Collardi Ende August in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».
Konzernchef Boris Collardi hatte bereits im August bei Ankündigung der Übernahme darauf hingewiesen, dass Überlappungen an 12 Standorten entstünden. Konkret sind das Genf, Paris, London, Mailand, Monaco, Grand Cayman, Santiago de Chile, Montevideo, Tel Aviv, Dubai, Singapur und Hongkong.
Ziel: Schwarze Zahlen bei Merrill Lynch
Ziel sei es, das bislang unrentable Vermögensverwaltungsgeschäft ausserhalb der USA von Merrill Lynch in die schwarzen Zahlen zu führen. Dazu sollen insbesondere die allgemeinen Unternehmenskosten gedrückt und Back-Office-Funktionen gestrichen werden, um Skaleneffekte nutzen zu können.
Bis 2015 soll das transferierte Geschäft auf ein Verhältnis von Kosten zu Einnahmen (Cost/Income Ratio) von rund 70 Prozent kommen. Die Transaktion soll sich im Jahr 2014 zumindest neutral auf den Gewinn von Julius Bär pro Aktie auswirken und für 2015 einen Zuwachs von 15 Prozent bringen.
Julius Bär hatte die Übernahme zum Preis von bis zu 860 Mio. Fr. Mitte August angekündigt. Von der US-Bank will Julius Bär bis zu 72 Mrd. Fr. Kundenvermögen dazukaufen. Am Montag hatte die Bank bekannt gegeben, dass sie 20,3 Millionen neuer Aktien ausgeben wird. Julius Bär bietet den bisherigen Aktionären 3 neue für 29 bestehende Aktien. Der Preis für die neuen Aktien beträgt 24.20 Franken.
(sda)
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Alle 98 Kommentare

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Collardi wäre dumm
wenn er die Amis den Schweizern vorziehen würde. Wohin uns die Ami-Banker getrieben haben, können wir an den letzten Finanz- und Wirtschaftskrisen sehen. V. a. im Private Banking haben Schweizer ein vollständig anderes Verständnis von Privatsphäre, Diskretion und Kundendienst. Während beim US-WM die W-Manager stark nach Provisionen entlöhnt werden, ist dies im CH-PB anders, womit der Kunde betreffend Risiken besser geschützt wird.
Ja, aber noch was kleines dazu
Die Frage ist dann einfach, ob die US-Kunden mit Renditen von 1, 2 oder wenns gut geht 3% zufrieden sind? Meines Wissens war es bis vor 4 Jahren "state of the art" im US-VV-Geschäft mehr oder weniger 10% Jahresrendite zu fordern; ansonsten man als Nichtskönner abgestempelt wurde. Zum Glück hat der Madoff aufgezeigt, dass auch nicht alles Gold ist, was glänzt.
Völlig egal
Völlig egal ob Schweizer oder Amerikaner entlassen werden. Collardi wird dort Leute entlassen, wo es sie nicht braucht. Wenn es in der Schweiz ist, wird er keine Rücksicht nehmen. Der Profit steht klar im Vordergrund.
Part of the game
Ja und, Banken sind nun keine "Non-Profit"-Organisationen. Die gibts mehrheitlich eher staatsnahe!
Invasion der Angelsachsen
Aus irgendwelchen Gründen setzen sich leider immer die Angelsachsen durch. Der Beweis, dass man mit viel heisser Luft im Leben weiterkommt, während die stillen und arbeitsamen Schweizer verlieren.