«Bilanz»-Ranking

29. November 2012 16:24; Akt: 30.11.2012 10:48 Print

Die Reichsten sind noch reicher geworden

Die 300 Reichsten der Schweiz besitzen zusammen 512 Milliarden Franken – deutlich mehr als 2011. Der Reichste: Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Auf dem 2. Platz ist neuerdings ein Sohn eines ausgewanderten Käsehändlers.

Bildstrecke im Grossformat »
Der Brasilen–Schweizer Jorge Paulo Lemann ist der grosse Aufsteiger im Ranking der 300 reichsten Schweizer. Sein Geld hat der heute 72-Jährige mit einer eigenen Bank und grossen Investment in der Bierbranche verdient. Mehr über den Vermögenszuwachs der Reichen erfahren Sie auf den folgenden Bildern. Ingvar Kamprad hat um 3 Milliarden zugelegt. Sein Vermögen beträgt nun geschätzte 38 bis 39 Mrd. Franken. Der Sohn eines nach Brasilien ausgewanderten Käsehändlers aus dem Emmental verdient sein Geld mit Beteiligungen; allen voran beim Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev. Sein Vermögen ist im letzten Jahr um unglaubliche 9 Milliarden auf 17 bis 18 Milliarden angewachsen. Damit ist Lemann der grösste Aufsteiger. Die Nachkommen der Roche-Gründer haben ein geschätztes Vermögen von 16 bis 17 Milliarden Franken. Das sind 3 Milliarden mehr als im Vorjahr. Im Bild: Gigi Oeri. Der russische Investor und Unternehmer hat wieder mehr Geld. Sein Vermögen ist um 4 Milliarden auf 14 bis 15 Milliarden angewachsen. Die niederländische Grossfamilie besitzt unter anderem die Modehauskette C&A und wie im Vorjahr ein Vermögen von 12 bis 13 Milliarden Franken. Wie im Vorjahr beträgt das Vermögen des italienisch-schweizerischen Unternehmers 10 bis 11 Milliarden Franken. Auch der Medizinaltechnikunternehmer bleibt bei 9-10 Milliarden. Das Staatsoberhaupt Liechtensteins investiert in Banken, Immobilien und Kunst. Sein Imperium ist 7 bis 8 Milliarden Franken wert; also 1 Milliarde mehr als im Vorjahr. Damit hat er sich in die Top Ten katapultiert. Das Vermögen des Mitbegründer des Rohstoffhändlers Gunvor hat im letzten Jahr um 3 Milliarden zugenommen. Das Vermögen des gebürtigen Russen mit Schweizer Pass wird auf 7-8 Milliarden Franken geschätzt. Die Alleinerbin des niederländischen Unternehmers und Bierbrauers Alfred Heineken besitzt 2012 ein geschätztes Vermögen von 6-7 Milliarden. Der fühere Glencore-Chef besass wesentlich weniger Glencore-Aktien als angenommen. Deshalb wird sein Vermögen 2012 auf 1.5 bis 2 Milliarden geschätzt. Auch das Vermögen des gegenwärtigen Glencorechefs hat abgenommen. Er verspielte laut «Bilanz» über eine Milliarde an der Börse und besitzt nun noch 5 bis 6 Milliarden. Die Erben des griechischen Reeders, Unternehmers und Investors haben auch dieses Jahr wieder Geld verloren: Sie besitzen jetzt eine Milliarde weniger als 2011; nämlich 2 bis 3 Milliarden Franken. Der Formel-1-Boss verliert ebenfalls 1 Milliarde. Schuld daran ist der Schmiergeldprozess gegen seinen Ex-Geschäftspartner und die Schadenersatzforderung von über 400 Millionen. Deshalb besitzt er 2012 nur noch 2 bis 3 Milliarden. Trotz FC Sion-Chaos ist er bei den 300 reichsten Schweizer mit dabei. Sein Vermögen von geschätzten 200 bis 300 Millionen hat er hauptsächlich durch Immobielenprojekte erwirtschaftet. Das Vermögen der Famile des SVP-Strategen Christoph Blocher hat um 1 Milliarden zugelegt. Neu besitzen die Blochers zwischen 3 und 4 Milliarden Franken. Dahinter steckt hauptsächlich die EMS-Chemie. Der Sohn des Jet Aviation Gründers besitzt mit seiner Familie ein Vermögen von 1 bis 1,5 Milliarden Franken.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schuldenkrise hin, Frankenstärke her, die 300 reichsten Einwohner der Schweiz sind in diesem Jahr nochmals reicher geworden. Und das nicht zu knapp: Zusammen verfügen sie derzeit über 512 Milliarden Franken, wie das neuste Ranking der «Bilanz» zeigt. Das sind 6,1 Prozent oder 31 Milliarden Franken mehr als 2011. Würde man das Geld an die Schweizer Bevölkerung verteilen, bekäme jeder 64'000 Franken.

Der Reichste der Reichsten bleibt auch dieses Jahr der Schwede Ingvar Kamprad (siehe Bildstrecke). Der notorisch knausrige Ikea-Gründer führt die Liste seit mittlerweile elf Jahren an. 2012 ist sein Vermögen um drei Milliarden Franken auf gigantische 38 bis 39 Milliarden gestiegen. Zweitreichster Einwohner der Schweiz ist neuerdings Jorge Lemann. Der Sohn eines nach Brasilien ausgewanderten Käsehändlers aus dem Emmental hat dieses Jahr einen enormen Vermögenszuwachs hingelegt: Neu nennt er 18 Milliarden Franken sein Eigen, 2011 war es noch halb so viel.

Den Bieraktien sei Dank

Den Geldsegen verdankt Lemann seinem Aktienpaket von rund 15 Prozent am Biergiganten Anheuser-Busch InBev, dessen Börsenwert in die Höhe schoss. Die Familien Hoffmann und Oeri wurden durch Lemann auf den dritten Platz verdrängt, obwohl ihre Roche-Beteiligung 3 Milliarden Franken mehr wert ist als 2011.

Die 300 Reichsten profitierten 2012 insbesondere von Kursgewinnen an den Aktienbörsen. Das Vermögen vermehrte sich zudem durch Preissteigerungen im Immobilienmarkt in der Schweiz, die immer noch hohe Schmuck- und Uhren-Nachfrage sowie den ungebrochenen Boom im Kunsthandel.

Jeder zehnte Milliardär lebt in der Schweiz

123 der 300 Reichsten besitzen eine Milliarde Franken oder mehr. Weltweit lebt jeder zehnte Milliardär in der Schweiz. Das Land wirkt wie ein Magnet für Gutbetuchte: Beinahe jeder zweite der 300 Reichsten ist aus dem Ausland zugezogen. Vor allem den Deutschen behagt das (Steuer-)Klima in der Schweiz: Sie stellen einen Fünftel aller Superreichen.

(ahi)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 30.11.2012 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die Armen?

    Der Kapitalismus macht die Reichen reicher - die Armen auch! (statistische Tatsache)

    einklappen einklappen
  • Erika am 30.11.2012 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe, dass sie auch abgeben

    Ich hoffe sehr, dass sie von ihrem Reichtum auch viel an ärmere abgeben, ansonsten wäre das ganze Vermögen sinnlos angehäuft! Mitnehmen können sie nur, was sie gutes getan haben. Wir Kleinen spenden doch auch, was wir nur können um Mensch und Tier zu helfen.

    einklappen einklappen
  • Tino am 30.11.2012 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die erste Million ist die schwerste

    Naja, wenn man erstmal viel Geld hat, dann ist es ein Leichtes noch mehr daraus zu machen. Die erste Million ist die schwerste, danach vermehrt sich das Geld durch das Vermögen selbst (Zinsen)...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luigi Delfini am 30.11.2012 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Rechnung

    Wenn die Reichen immer mehr Geld haben, dann müsste das bei den "Armen" weniger sein. Tendenz steigend!

  • Gugls am 30.11.2012 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Back to the Basics

    Auf einer Seite sind wir selber Schuld. Besser wir fahren x km um bei Grosshändlern Möbel zu kaufen. Kaufen essen bei Grossfirmen. Käse bei international tätigen Konzernen. Wie wärs wenn man die lokalen wieder mehr unterstützt. Kauft Käse von dem Kleinerzeuger... Möbel vom Möbelschreiner. Früchte und Gemüse Fleisch und Eier etc vom Bauer. Medizin aus der Natur.... Brot vom lokalen Bäcker der noch selber bäckt...! Ferienhotels selber vor Ort bucht. Nicht weils billiger ist Fleisch von Neuseeland zu essen... Nicht weils billiger ist Knoblauch von Argentinien zu kaufen! Support your local People!

  • Kudi am 30.11.2012 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    JaJa

    Diese Kathegorie wird man wohl nie im Aldi oder Lidl antreffen.

  • Gerecht Verteilen am 30.11.2012 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach pervers

    dass Leute Milliarden besitzen, während täglich tausende Menschen verhungern!!!

  • nina hofer am 30.11.2012 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    verkehrte welt...

    reiche werden reicher und arme werden ärmer...