UBS-Dresscode

14. Dezember 2010 22:55; Akt: 15.12.2010 10:00 Print

Dicke Brieftaschen in Sakkos sind tabu

von R. Moresi und L. Hanselmann - Nur hautfarbene Unterwäsche, keine gefärbten Haare, keine Zwiebeln: Die UBS regelt das Verhalten ihrer Mitarbeitenden bis ins Intimste.

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Nichts wird dem Zufall überlassen: Die Dresscode-Bibel der UBS umfasst 44 Seiten.

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Die Kundenberater der neu eröffneten UBS-Filialen Kloten, Emmenbrücke, Adliswil, Ascona und Sion dürften sich ganz genau überlegen, wie sie morgens das Haus verlassen. Für sie gilt neuerdings nämlich eine 44-seitige Dresscode-Bibel, die nichts dem Zufall überlässt. Dicke Brieftaschen in den Sakkos sind tabu, nachmittags wird kein Parfüm mehr aufgetragen und auf knoblauch- sowie zwiebelhaltige Speisen sollen die Angestellten unter der ­Woche sowieso komplett verzichten. Gefärbte Haare seien «wenig überzeugend», hingegen wird den Mitarbeitern eine Feuchtigkeits­crème und alle vier Wochen ein Coiffeur-Besuch ans Herz gelegt. Doch damit nicht genug: Sogar die Art der Dessous («hautfarben und knitterfrei») ist schriftlich geregelt.

«Alles nur Empfehlungen», wiegelt UBS-Sprecher Jean-Raphaël Fontannaz ab. Der Kodex werde die nächsten paar Monate in den fünf neuen Geschäftsstellen getestet. «Wir möchten bei unserem Personal und den Kunden Erfahrungen damit sammeln. Danach entscheiden wir, ob wir den Dresscode so übernehmen oder ob Anpassungen notwendig sind», so Fontannaz.

Fest steht: UBS-intern sorgt das Papier bereits für Unmut. «Da können wir nur den Kopf schütteln», nerven sich Mitarbeiter gegenüber 20 Minuten. Verblüfft ist auch der Arbeitsrechts-Fachanwalt Georges Chanson: «Vorgaben zu Make-up, Bartlänge oder zur Farbe der Unterhose gehen meiner Meinung nach zu weit. Damit greift der Arbeitgeber in die Persönlichkeitsrechte der Angestellten ein.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pi am 15.12.2010 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ergänzung für Geschäftsleitungsmitglieder

    In den Aktenkoffer gehören mehrere grosse Plastiktüten mit Aufdruck um abgezockte Gelder und Boni zu verstauen ... plus ein Adressbüchlein mit Handynummern von skrupellosen, auf internationales Finanzrecht spezialisierten, Winkeladvokaten ... plus eine notariell beglaubigte Urkunde, die besagt, dass der Vorweiser nichts dafür kann und auch nichts gewusst hat ... plus ein gut gefülltes Schmiergeldkässeli für Besuche in Bern

  • Anonym am 15.12.2010 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sehr gerne...

    Mache ich alles gerne. Dann aber bitte gleich richtig. Zuerst mal wird eine Uniform eingeführt (inkl. Unterwäsche und Schuhe), die dann auch von der Bank bezahlt wird. Selbstverständlich auch der Barbier- und Coiffeurbesuch. Und die Hygieneartikel können sie auch gleich sponsern, dann erfährt der Kunde ein einheitliches sensorisches Erlebnis. Ich lasse mir nur zu gerne Anzüge auf Geschäftskosten auf den Leib schneidern.

  • Pragmatiker am 15.12.2010 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es ja überall

    Ob offiziell, oder nicht, solche Regeln gibt es ja überall. Keine T-shirts, keine Sandalen (oder flip-flops), Socken uni passend zu den Schuhen, keine "Gesichts-haare" (auch nicht Dreitagesbart). Das alles wird ja als selbverständlich vorausgesetzt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • rpw am 08.01.2011 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    professionell agierende Verkäufer/Innen

    Das macht die Qualität der Bankprodukte bzw. Leistungen gleich viel besser. Was aber eh keine Rolle spielt, da die Angestellten ja nur "professionell agierende Verkäufer/Innen" sind. Prost Neujahr! [oder doch eher April April!?...]

  • It's me, Mario am 30.12.2010 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch wir

    Wenn jemand mit nem Kopftuch rumlaufen WILL gibts schon fast ne Volksinitiative für ein Verbot. Wenn jemand im Beruf anständig rumlaufen MUSS ist auch nicht gut. Ja was denn nun liebe Mitbürger?

  • romancotti am 23.12.2010 00:00 Report Diesen Beitrag melden

    die (unter)hosen anhaben

    zum Glück darf ich als Mann immer noch meine geilen bunten Diego-Unterhosen (anhaben...

  • Hansi am 19.12.2010 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Julius Bär

    Julius Bär hat auch einen Dress Code. Ist nur nicht so ellenlang. Damen von der Private-Banking Front dürfen z.B. im Sommer keine offenen Schuhe tragen, Zehen sind tabu... äh sorry, ich hab trotzdem welche gesehen... was soll's. Die internen Boten haben tolle Anzüge von der Bank bezahlt. Ist alles Okydoky. Ich will eine Kopie des UBS Codes!

  • De Fährimaa am 19.12.2010 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Bald ist Fasnacht

    Vielen Dank an die UBS für das Dankbare Sujet an der Basler Fasnacht!