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Vasella im Visier
09. August 2009 08:59; Akt: 09.08.2009 10:03 Print
«Diese Leute gehen bis zum Letzten»
«Markant verändert» habe sich sein Leben, seit er im Visier von militanten Tierschützern stehe, gesteht Novartis-Chef Daniel Vasella ein. Und erklärt, was ihn an dem Brandanschlag auf sein Ferienhaus wirklich getroffen hat.

Daniel Vasella und sein abgebranntes Jagdhaus (Bild: Keystone/Ennio Leanza, Alessandro della Valle)
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Der Terror der Tierschützer
Die jüngsten Drohungen und Attacken der extremistischen Tierschutzorganisation SHAC (20 Minuten Online berichtete) haben das Leben von Novartis-Chef Daniel Vasella «markant verändert»: «Das ist eine Erfahrung, die ich bisher noch nicht gemacht habe.» Dennoch will er sich auch in Zukunft für den medizinischen Fortschritt einsetzen. Schon deshalb, aber auch zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben könne Novartis auch in Zukunft nicht auf Tierversuche verzichten.
Das erklärt der CEO des grössten Schweizer Pharmakonzerns in einem Interview gegenüber dem «SonntagsBlick». «Ich bin mit meinem Gewissen hundert Prozent im Reinen», sagt Vasella in dem Gespräch: «Ich bin davon überzeugt, dass unsere Arbeit bei Novartis Menschen heilt und Leiden mindert.»
Von den Drohungen der SHAC gegen sich und seine Familie glaubt der Topmanager, dass die Aktivisten bereit sind, «bis zum Letzten zu gehen.» Anders könne er nicht deuten, warum Unbekannte Ende Juli das Familiengrab der Vasellas auf einem Friedhof in Chur GR geschändet und zwei Holzkreuze mit Vasellas Namen und dem seiner Frau hinterlassen hatten.
«Tote lässt man ruhen»
Ihn treffe den Vorwurf «Mörder» nicht, so Vasella weiter. Die Schändung seiner Familiengräber sei aber inakzeptabel. «Die Totenruhe ist ein gesellschaftlich anerkanntes Tabu. Sie zu brechen ist eine unverzeihliche Respektlosigkeit. Tote lässt man ruhen.»
Im Interview kritisiert Vasella die Schweizer Ermittlungsbehörden, die die SHAC-Aktivisten noch immer als gewöhnliche Kriminelle bezeichnen: «Wie weit muss es denn gehen, bevor von Terroristen gesprochen wird?» Für ihn sie es Terror, «gezielt Angst zu verbreiten, gezielt Leute unter Druck zu setzen mit allen möglichen und vor allem illegalen Mitteln.» Die Versuchung auch in der Politik sei immer noch gross, die Attacken der Tierschützer «zu bagatellisieren, zu verniedlichen und zu verstehen.»
Zusammenarbeit mit HLS beendet
Die Angriffe auf Novartis begründet SHAC mit der angeblichen Zusammenarbeit mit dem britischen Tierversuchslabor Huntingdon Life Sciences (HLS). Doch diese Zusammenarbeit gebe es seit langer Zeit nicht mehr, beteuert Vasella im Interview: «Ich habe das jetzt noch einmal bis in die kleinste Abteilung nachforschen lassen.»
Den Verlust seines Jagdhauses habe ihn nicht wirklich getroffen, sagt der Novartis-Cchef weiter. «Das Materielle ist materiell – man nimmt nichts mit.» Mehr als alles andere habe ihn getroffen, dass seine Kinderbücher bei dem Brand zerstört worden sind - «der Rest ist ersetzbar».
(mlu)























