Frauen auf Bauernhöfen

16. Oktober 2012 17:59; Akt: 16.10.2012 17:59 Print

Grosser Beitrag, kleine Wertschätzung

Sie chrampfen zwar viel, offiziell verdienen sie aber nichts: Die Frauen von Schweizer Landwirten. Ihr finanzieller Beitrag an die Bauernhöfe geht in der Statistik völlig unter.

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Eine Schweizer Landwirtin bei der Arbeit: Die Frauen tragen in der Landwirtschaft viel zum Einkommen bei. (Bild: Keystone)

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Immer mehr Bäuerinnen arbeiten auch noch auswärts oder sind für einen eigenen Betriebszweig zuständig, etwa einen Hofladen oder Ferien auf dem Bauernhof. Das Geld, das sie damit verdienen, fliesst meist in den Hof.

Im Landwirtschaftlichen Gesamteinkommen wird der Beitrag der Frauen aber nicht gesondert ausgewiesen; eine Statistik zum Einkommen der Bauern-Frauen existiert nicht. Für die Anerkennung und die Wertschätzung der Arbeit der Frauen wäre dies jedoch wichtig, heisst es in der Studie «Frauen in der Landwirtschaft», die am Dienstag an einer Tagung vorgestellt wurde.

Beitrag der Frauen ist hoch

Für die Studie wurden 820 Frauen befragt. Es zeigte sich dabei, dass jede zehnte Frau in der Landwirtschaft mit einem eigenen Erwerbszweig über 75 Prozent zum Gesamteinkommen beiträgt, jede fünfte zwischen 26 und 50 Prozent.

28 Prozent der Frauen tragen mit einer ausserbetrieblichen Erwerbstätigkeit über ein Viertel zum Einkommen bei. Vor 10 Jahren lag dieser Wert noch bei 21 Prozent. In den meisten Fällen fliesst das Geld jeweils auf das Betriebskonto, desgleichen Erbschaften.

Hohe Belastung

Die Studie zeigt weiter, dass die Belastung der Frauen in der Landwirtschaft sehr hoch ist. Neben Erwerbsarbeit, Haushalt und Kinderbetreuung arbeiten viele von ihnen im Garten, im Stall und auf dem Feld, führen die Buchhaltung oder betreuen pflegebedürftige Familienangehörige.

Als grösste Belastung geben die Befragen aber nicht die wirtschaftliche Situation des Betriebs oder den Zeitdruck an, sondern die Agrarpolitik. Konflikte in der Partnerschaft erscheinen unter 17 möglichen Belastungsfaktoren an letzter Stelle. Auch zeigten sich zwei Drittel der befragten Frauen «mehrheitlich zufrieden» mit ihrem Leben.

Tagung der Bauern-Frauen

An der Tagung «Frauen in der Schweizer Landwirtschaft» am landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve in Posieux (FR) nahmen rund 150 Personen teil, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) mitteilte. Dieses hat den Anlass zusammen mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann organisiert.

(sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich bin leidenschaftlicher Bauer, aber um eines klar zu stellen ohne meinen Schatz wäre ich nichts. Gegen sie hat keine Stadtfrau eine Chance. – C.S

Ich weiss dass Bauern und ihre Frauen hart und viel arbeiten. Aber warum wollen sie ihren Lohn getrennt bekommen und nur der Mann soll in den Hof investieren? Zudem arbeitet ja auch der Mann täglich. Auch wenn einige vielleicht nicht so viel Geld flüssig haben, wie sie oft sagen, müssen sie aber auch zu schätzen wissen, dass alle Bauern ein eigenes riesiges Haus haben und nicht selten 2 grosse Autos. Vor allem das Haus mit den unzähligen Zimmern ist Gold wert und für sowas müsste der grösste Teil der Leute hart und viel arbeiten. Drum sollten sie auch das sehen, wo sie im Vorteil sind – Bruno

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Freddy.Lang am 16.10.2012 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig gewürdigt

    Das finde ich super von 20 min. Die Arbeit der Frau wird in der Landwirtschaft nicht genug gewürdigt deshalb ist es toll, dass 20 min auf Eigeninitiative einen solchen Bericht erstellt. Bravo.

  • A.U.M. am 17.10.2012 03:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bäuerin ist Muttter, Unternehmerin etc.

    Alle die jetzt wieder auf die Bauern eindreschen, sollten sofort den Job wechseln müssen & für einige Jahre auf einem Bauernhof, beim Gemüsebauer, im Mastbetrieb oder auf einer Alp arbeiten. Da kämen noch manche verwoehnte, verweichlichte Bürger auf die Welt, die nur immer billigst Produkte konsumieren wollen. Selber niemals zu diesen Arbeitsbedingen arbeiten würden. Nur immer noch mehr profitieren & auf die hartarbeitende Bevoelkerung herunter zu schauen. Der Fisch stinkt am Kopf was sind dies nur für Menschen? Solche sollten doch endlich einmal selber Lebensmittel produzieren.

  • C.S am 16.10.2012 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bäuerinnen sind der Hammer

    Ich bin leidenschaftlicher Bauer, aber um eines klar zu stellen ohne meinen Schatz wäre ich nichts. Gegen sie hat keine Stadtfrau eine Chance.

Die neusten Leser-Kommentare

  • tamara engeler am 17.10.2012 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    männer doch genau so???

    da stimme ich zu... Doch warum nur die Frauen? Männer arbeiten auf dem Bauernhof doch genau so hart ?! auf jedenfall ein Hoch auf die Bauern.

  • A.U.M. am 17.10.2012 03:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bäuerin ist Muttter, Unternehmerin etc.

    Alle die jetzt wieder auf die Bauern eindreschen, sollten sofort den Job wechseln müssen & für einige Jahre auf einem Bauernhof, beim Gemüsebauer, im Mastbetrieb oder auf einer Alp arbeiten. Da kämen noch manche verwoehnte, verweichlichte Bürger auf die Welt, die nur immer billigst Produkte konsumieren wollen. Selber niemals zu diesen Arbeitsbedingen arbeiten würden. Nur immer noch mehr profitieren & auf die hartarbeitende Bevoelkerung herunter zu schauen. Der Fisch stinkt am Kopf was sind dies nur für Menschen? Solche sollten doch endlich einmal selber Lebensmittel produzieren.

  • etwas am 16.10.2012 23:54 Report Diesen Beitrag melden

    falscher Job

    welcher selbständig erwerbende hat den selben (Stunden) Lohn wie ein "normaler Arbeiter" ? Das hat nichts mit Bauer zu tun sondern dass sie eben selbständig sind. Entweder man mag die gewonnene Freiheit oder man hat den falschen Beruf gewählt!

  • C.S am 16.10.2012 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bäuerinnen sind der Hammer

    Ich bin leidenschaftlicher Bauer, aber um eines klar zu stellen ohne meinen Schatz wäre ich nichts. Gegen sie hat keine Stadtfrau eine Chance.

  • Bruno am 16.10.2012 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Bauern haben wenigstens Platz

    Ich weiss dass Bauern und ihre Frauen hart und viel arbeiten. Aber warum wollen sie ihren Lohn getrennt bekommen und nur der Mann soll in den Hof investieren? Zudem arbeitet ja auch der Mann täglich. Auch wenn einige vielleicht nicht so viel Geld flüssig haben, wie sie oft sagen, müssen sie aber auch zu schätzen wissen, dass alle Bauern ein eigenes riesiges Haus haben und nicht selten 2 grosse Autos. Vor allem das Haus mit den unzähligen Zimmern ist Gold wert und für sowas müsste der grösste Teil der Leute hart und viel arbeiten. Drum sollten sie auch das sehen, wo sie im Vorteil sind

    • Rokat am 17.10.2012 08:27 Report Diesen Beitrag melden

      Nun ja..

      Es haben definitiv nicht alle Bauern ein riesiges Haus. Oftmals sind die Häuser alt und bedürften einer Renovation, welche aber finanziell nicht drinliegt. Aber eigentlich geht es in diesem Artikel auch nicht darum, sondern nur darum, dass man die Bauersfrauen vergisst, und sie nicht die Wertschätzung bekommen, die sie für ihre harte Arbeit, die sie leisten, verdienten. Oftmals führen sie den Haushalt, erziehen die Kinder, helfen zusätzlich auf dem Bauernhof, und arbeiten oftmals noch nebenbei, um eben noch etwas mehr Geld zu haben, welches wieder in den Bauerhof fliesst.

    • Mia am 17.10.2012 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Glücklich sein

      Absolut richtig. Dazu wäre noch zu erwähnen, dass viele ''Stadtfrauen'', Alleinerziehende usw. diese Annehmlichkeiten wie Bäuerinnen es haben, niemals haben werden! Bedenke man, dass viele, ja sogar Familien zu wenig zum Leben haben. Dass Bauer's Frauen zudem mehr Kinder haben, ist reine Familiensache. Fakt: eigener Hof, Autos, glückliche Familie und nicht arbeitslos, ist das nichts?!

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