Hackerangriffe

12. April 2015 23:29; Akt: 12.04.2015 23:29 Print

Cyber-Kriminelle sind eine Gefahr für Öltanker

Öltanker sind eine leichte Beute für Hacker. Mit wenigen Klicks können sie die Schiffe unter Kontrolle bringen.

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Hacker könnten auch Öltanker unter ihre Kontrolle bringen. (Bild: Keystone/Ahmad Yusni)

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Nicht nur private Internet-Nutzer oder Firmen, auch der globale Seehandel kann Opfer von Hackerangriffen werden. Dies birgt bislang unbekannte Gefahren, wie die «Handelszeitung» unter Berufung auf IT-Sicherheitsexperten berichtet.

Die Systeme von modernen Schiffen seien dabei primär deshalb verwundbar, weil sie sich immer stärker auf Computer-Technik verlassen würden. Vor kurzem hätten Wissenschaftler zum Beispiel ein Sicherheitsleck in einem Funksystem enthüllt, das von über 400'000 Schiffen weltweit verwendet wird. Problemlos hätten IT-Fachleute verschiedenste Schiffe auf dem Radar verschwinden lassen, die Routen manipulieren oder falsche Notrufe absetzen können.

2 Milliarden Franken für Schäden

Es gibt bereits Beispiele, die zeigen, zu was die Cyber-Kriminellen in der Lage sind. So infizierten vor ungefähr einem Jahr Hacker einen Öltanker durch Cyberattacken mit Malware.
Fast drei Wochen mussten Experten arbeiten, um das Schiff wieder einsatzfähig zu machen.

Solche Hackerangriffe sind nicht nur mühsam, sondern auch sehr kostspielig. So rechne der Versicherungskonzern Willis, dass Öl- und Gaskonzerne, die ihre Rohstoffe oft per Tanker transportieren, bis ins Jahr 2018 mit Schäden von bis zu 2 Milliarden Franken wegen Hackerangriffen rechnen sollten. Dass das Thema nicht häufiger in den Medien auftauche, habe einen einfachen Grund. Betroffene Unternehmen fürchten, durch Schadensmeldungen Investoren abzuschrecken und verheimlichen entsprechende Vorfälle.

Verschiedene Schwachstellen

Marc Rubin von der Hackervereinigung Chaos Computer Club bestätigt, dass Cyberangriffe für den Seehandel eine Gefahr sein könnten. Es gebe verschiedenste Möglichkeiten, Öltanker anzugreifen.

Erstens verweist Rubin, ähnlich wie Trend Micro, auf die Funkverbindung der Schiffe, die eine mögliche Schwachstelle sei, wenn keine End-zu-End-Verschlüsselung vorhanden ist. Zweitens erklärt er, dass Kriminelle sich auf das Schiff schleichen könnten, um dann via USB-Stick die Computer der Tanker mit gefährlicher Malware zu infizieren. Drittens gehe auch von den mobilen Geräten der Mitarbeiter allenfalls eine Gefahr aus, wenn sie mit den Systemen der Schiffe verbunden sind.

Häfen angreifen

Nicht nur die Schiffe, auch die Häfen könnten Opfer von Cyberangriffen werden. So könnten Hacker Umlade-Terminals ausser Betrieb setzen oder sensible Daten entwenden. Dank den Möglichkeiten des Internets sind der Kreativität der Kriminellen fast keine Grenzen gesetzt.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cyber-Tomy am 12.04.2015 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    Müssen solche Infos sein?

    Vielen Dank für die Nachricht. Dank der sinnlosen Informationswut der Medien wird auch der hinterletzte Hacker auf den "Geschmack" gebracht!

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  • Kilian am 13.04.2015 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Davor warnen die White Hat Hacker

    Davor warnen die White Hat Hacker schon lange. Doch leider wollen die Unternehmen nicht hören. Dass sie nicht hören wollen zeigt sich auch durch z.B. die Krankenkassen Karte mit rfid oder SBB mit den elektronischen Abos usw. Die Liste kann beliebig erweitert werden. der ChaosComputerClub zum Beispiel zeigt immer wieder anhand von Beispielen die Gefahren auf. Doch die Unternehmen gehen die Gefahr mit voller Absicht ein. Am Schluss kann man nur noch sagen, wer nicht hören will muss fühlen. Es ist traurig doch anders lernen die es nie.

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  • Zero-Cool am 13.04.2015 02:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hackers

    Wieder einmal wurde aus Fiktion Realität. Angriffe auf Tanker war ja bereits im Film "Hackers" (1995) mit dem "da Vinci"-Virus ein Thema. Und morgen übernimmt SkyNet die Welt, oder?

Die neusten Leser-Kommentare

  • londi am 13.04.2015 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hack the Planet

    Nicht die Menschen machen fernsehen sonder fernsehen macht die Welt, der Film "Hackers" hat das mit den Tanks schon vor 20 Jahren gesagt, nur das die Hacker nicht dran schuld waren. Sondern die,die es eigentlich beschützten sollten.

  • Free willy am 13.04.2015 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hacker

    Heute wird leider überall gehackt. Ich könnte es sogar trotz dass ich keine Ahnung von Pc habe. Ich habe den ganzen Tag abgehackt! fertig!!!

  • django am 13.04.2015 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tesla & co

    und was ist mit tesla und co.? ich denke diese elektro autos werden in zukunft des öfteren probleme haben, nicht zuletzt weil sie gehackt wurden.

  • M.G. am 13.04.2015 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Im Markt für Betriebssysteme der technischen IT gibt es eine ähnliche Monopolstellung wie bei PC-Betriebssystemen. Nach dazu haben westliche Geheimdienste selber die Büchse der Pandora geöffnet als sie mit Stuxnet die iranischen Uran-Zentrifugen angriffen. Was einmal im Internet ist bleibt dort. Mit Stuxnet wurde Insiderwissen zum Betriebssystem von Steuerungsanlagen in die Welt gesetzt. Weil weltweit fast immer Systeme eines Konzerns aus München zum Einsatz kommen können Hacker jetzt weltweit diese Systeme angreifen.

  • Godegisel am 13.04.2015 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nerdwunschträume

    So ein Quatsch, solche Schiffe bleiben auch ohne Computer fahrbar. Die wichtigen System sind alle doppelt abgesichert und ohne Computer bedienbar. Einzig die Lade und Löschunterstützung im Hafen würde ausfallen.

    • Boergu am 13.04.2015 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher?

      Wenn das Schiff erstmal in Gewalt eines Häckers ist und der Weis was er macht, kann der vermutlich sogar die Lenkung übersteuern. Und auch wenn er das nicht kann. Wenn auf einem Schiff mitten auf dem Ozean plötzlich kein GPS mehr geht, möchte ich mal wissen wie Sie das wieder in den Hafen bringen?! Ein Schiff ist heute ohne Elektronik wohl kaum noch steuerbar. Vielleicht irgend ein kleines Krutzli, aber sicher nicht ein riesiger Tanker. Der ist voll mit automatischer Steuerungen und es gilt Prinzipiell alles was eine Verbindung zur Aussenwelt hat ist angreifbar!

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