Glasfaser-Abo

22. Mai 2011 22:45; Akt: 22.05.2011 19:25 Print

Swisscom erlaubt nur ein Telefonat aufs Mal

von Elisabeth Rizzi - Glasfaserkunden der Swisscom gucken in die Röhre. Trotz Mega- Bandbreite können sie nur eine Telefonnummer aufs Mal nutzen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Telecom-Riese Swisscom preist sein Glasfasernetz als Zukunftstechnologie an: Ab 99 Franken (Abo Vivo Casa) pro Monat können Swisscom-Kunden um ein Vielfaches schneller surfen als mit einer herkömmlichen DSL-Leitung.

Doch die Sache hat einen Haken: Bisherige ISDN-Privatkunden – also solche mit mehreren Telefonnummern, die bisher halb so viel fürs Abonnement zahlten – schauen in die Röhre. Trotz Mega-Bandbreite kann bei einem Swisscom-Glasfaseranschluss nur ein einziges Telefongespräch aufs Mal über die Leitung laufen.

«Die Privatkunden mit mehreren Telefonnummern haben derzeit nur die Wahl, entweder auf dem alten Kupferkabel mit ISDN zu bleiben oder auf mehrere Nummern zu verzichten», bestätigt Swisscom-Sprecher Olaf Schulze. Er macht technische Probleme verantwortlich. Wann die Einschränkung aufgehoben wird, stehe noch nicht fest.

Ralf Beyeler, Telecom-Experte beim Vergleichsdienst Comparis, vermutet: «Die Swisscom will wohl so lange wie möglich weiter Angebote auf dem profitablen Kupfernetz verkaufen und den Vormarsch von teuren Glasfasern verzögern.»

Tatsache ist: Gemäss den Elektrizitätswerken Zürich EWZ gibt es keine grundsätz­lichen technischen Hindernisse. Laut Sprecherin Jacqueline Verjee sind bei Glasfaser­netzen bis 100 und mehr parallele Sprachkanäle möglich.

Diverse der elf Provider auf dem EWZ-Glasfasernetz bieten denn auch wie bei ISDN mehrere Telefonnummern für den gleichzeitigen Gebrauch an; darunter auch die Telecom Liechtenstein.