Internes UBS-Memo

05. November 2012 16:34; Akt: 06.11.2012 09:07 Print

Was der Neue der Investmentbank will

Der neue Boss der UBS-Investmentbank hat in einem Memo den Mitarbeitern die künftige Struktur erklärt. Der Handel auf eigene Rechnung soll in einer Spezialsparte gebündelt und schrittweise abgebaut werden.

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Der neue Chef der Investmentbank: Andrea Orcel. (Bild: Keystone)

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Beim Umbau in der Investmentbank wird die UBS konkret. Bereits wurden die ersten der knapp 10 000 Mitarbeiter entlassen, die bei der Neuausrichtung der Bank über die Klinge springen müssen. Investmentbank-Chef Andrea Orcel erklärte den Mitarbeitern die neue Struktur.

Orcel umriss in einem internen Memo vom Montag die von der Konzernführung beschlossene, stärkere Ausrichtung der Investmentbank auf die Vermögensverwaltung. Im Zentrum steht die Untereinheit Investor Client Services für reiche Privatkunden und institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen.

Spezialsparte für riskante Geschäfte

Gegen Gebühren handelt dieser Investmentbankteil mit Aktien, Devisen, Edelmetallen und anderen Wertpapieren. Auch in weniger komplexe oder vergleichsweise risikoarme strukturierte Produkte beispielsweise mit Aktien, Devisen und Edelmetallen sollen die Kunden weiterhin via die Investmentbank Geld anlegen können.

Den Handel mit komplexen Produkten auf eigene Rechnung, also jene Sparte, in der 2007/2008 die letzte Krise der UBS mit Milliardenabschreibern ausgelöst worden war, schliesst die Bank. Wie Konzernchef Sergio Ermotti am vergangenen Dienstag angekündigt hatte, werden diese Geschäfte in einer Spezialsparte gebündelt, welche die verbleibenden Positionen schrittweise abbauen soll.

Neue Kapitalverteilung

Der zweite Bereich der verkleinerten Investmentbank heisst Corporate Client Solutions. Dort siedelt die UBS die für eine Investmentbank ebenfalls typischen Beratungen an. Unternehmen und Finanzinstituten bietet die UBS Begleitung bei Fusionen, Übernahmen sowie bei Börsengängen und der Herausgabe von Anleihen an.

Der Umbau in der UBS führt zu einem massiven Abbau von Risiken und setzt Kapital frei, das die komplexen Investmentgeschäfte bisher zur Unterlegung benötigt hatten. In der Neuverteilung des Kapitals soll die grössere Sparte Investor Client Solutions nun etwa 85 Prozent der verfügbaren Mittel erhalten.

Die Zerlegung der Investmentsparte kommentierte Orcel ebenfalls: «Um Sergio Ermottis Aussagen zu wiederholen: Ich glaube nicht, dass man allen Leuten alles anbieten muss, um erfolgreich zu sein.» Mit der Bekanntgabe der Umbaupläne beende die UBS die Debatte um die Unternehmensstrategie, schreib Orcel weiter.

Ratingagenturen warten ab

Schon in der vergangenen Woche hatten sich die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch grundsätzlich positiv zur neuen Struktur der UBS geäussert. Wie üblich warten sie sich mit einer Änderung des Kreditratings aber noch ab. Beide Agenturen verwiesen darauf, dass die UBS sich in einem schwierigen Umfeld befinde.

Am Montag äusserte sich auch die dritte grosse Agentur Moody's. Den Plan von Verwaltungsratspräsident Axel Weber und Konzernchef Ermotti halten die Firmenbewerter für solide. Moody's wies auch auf die «lange» Dreijahresperiode zur Umsetzung, die Kunden abschrecken könnte, und die mit dem Wandel verbundenen Kosten hin.

(sda)