UBS-Immobilienblasenindex

05. November 2012 09:32; Akt: 05.11.2012 11:12 Print

Immobilienmarkt erreicht die Risikozone

Der Druck in der Immobilienblase steigt und steigt und erreicht erstmals in diesem Jahrhundert eine kritische Grösse. Je nach Region sind die Preise in sechs Monaten um bis zu 7,6 Prozent gestiegen.

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Regionale Gefahrenkarte: 3. Quartal 2012. (ubs.com)

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Für den Schweizer Immobilienmarkt läuten die Alarmglocken: Erstmals seit der Blase der 1990er-Jahre ist nach einer Erhebung der Grossbank UBS die Risikozone erreicht worden. Der UBS-Immobilienblasenindex kletterte im dritten Quartal um 0,20 auf 1,02 Punkte. Auch wenn die Schwelle zur Risikozone bei 1,0 Punkten nur knapp überschritten worden sei, sollten laut der Grossbank weitere Preissteigerungen zunehmend als Überbewertung betrachtet werden.

Denn nochmals gesunkene Konsumentenpreise und kaum gewachsene Einkommen bildeten keine Grundlage für dauerhafte Preissteigerungen bei Immobilien, schrieben die UBS-Ökonomen in einem Communiqué vom Montag.

Auch wenn das Bevölkerungswachstum Preissteigerungen weiterhin begünstige, werde das hohe Preisniveau immer stärker durch die Nachfrage nach Immobilien als Investitionsobjekte und durch das tiefe Zinsniveau getragen. Und die weiterhin stark wachsende Hypothekarverschuldung der Haushalte sei ein gefährlicher Trend.

Preissprung in Davos

In vielen Gefahrenregionen verschärfte sich die Situation im letzten Halbjahr weiter. So verzeichnete Davos laut den Angaben innert sechs Monaten einen Preisanstieg von 7,6 Prozent und Zug einen von 5,1 Prozent. Die Immobilienpreise in Zürich und Lausanne stiegen immer noch um sehr hohe 3,8 Prozent.

Im Hotspot Genf beruhigte sich die Situation mit einem Anstieg von 1,8 Prozent leicht. Die Zunahme sei angesichts des hohen Preisniveaus aber immer noch beachtlich, kommentierte die UBS.

Die Grossbank zählt die Regionen Saanen-Obersimmental und das Untere Baselbiet wieder zu den Gefahrenregionen. In die gleiche Kategorie fallen weiterhin auch die Tourismusregionen Davos und Oberengadin sowie Regionen Zürich, Limmattal, Pfannenstiel, Zimmerberg, March, Zug, Genf, Nyon, Morges, Lausanne und Vevey.

Zu den so genannten Monitoring-Regionen (Regionen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial) zählt die UBS neu auch Nidwalden und Innerschwyz. In dieser Gruppe befinden sich weiterhin auch Basel- Stadt, das Knonaueramt und die Region Glattal-Furttal.

Keine Trendwende

Von einer Immobilienblase wäre laut Studie zu sprechen, wenn der Index von den aktuell 1,02 weiter auf 2 Punkte steigen würde. In den letzten rund drei Jahren befand er sich in der Boom-Phase zwischen 0 und 1 Punkten. Im zweiten Quartal 2012 sank der Index zwar leicht, doch dies habe sich wie erwartet nicht als Trendwende erwiesen, schreiben die UBS-Ökonomen.

Aufmerksam verfolgt wird die Entwicklung der Hypothekenvergabe auch von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) und der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Seit 1. Juli kann die SNB beim Bundesrat beantragen, dass die Banken für Hypothekarkredite zusätzliche «antizyklische Kapitalpuffer» halten müssen. Bislang hat die SNB allerdings darauf verzichtet.


(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jaco Alex Ulmann am 05.11.2012 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich...

    ...hatten die Medien die Immokriese doch schon von einem Jahr herbeireden wollen... so langsam hab ich das Gefühl, die bekommen Ihre Analysen jeweils aus dem Hause Fiat Lux ;)

  • Mike am 05.11.2012 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht jammer

    Schuld sind nicht die Zuzüger sondern alleine die meist schweizerischen Immobilienbesitzer die aus jeder Liegenschaft das Maximum herauspressen...

  • Eddy, Keller am 05.11.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Ich wünsche mir schon heute, am liebsten schon gestern ein Immo-Blase. Es ist ein paar Herren zu wohl geworden und nur so kann man die bremsen!

  • Dicht am 05.11.2012 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Pensionskassen

    Bitte nicht vergessen: Aufgrund der "Casino"-Ähnlichen Umstände an der Börse sind die meisten Pensionskassen gezwungen die Rendite aus ihren Häusern/Immobilien zu maximieren. Dieses Geld, das der Mieter für die höheren Mieten ausgibt fehlt dann wieder anderswo, die mögliche Folge ist das Abkühlen der Konjunktur infolge sinkender Nachfrage - tiefere Aktienkurse - höherer Renditezwang bei Immobilien der Pensionskassen. Leider eine Negativspirale & ein Nullsummenspiel für die meisten hier... aber eben freie Marktwirtschaft (geht nur gut solange es enorm rund läuft).

  • Dicht am 05.11.2012 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnige Preise

    Einige Vorredner haben dies treffend umschrieben - Nicht alles wird bezahlt: wenn ich sehe, das Wohnungen in der Stadt Bern im Internet seit Februar oder März (!) keinen Mieter gefunden haben, erstaunt es mich, dass noch immer nicht der Zins gesenkt wird. Beispiel: 10 Monate Ausfall x 4'500 - ergibt einen Verlust von 45'000 plus wird in dieser Wohnung nicht geheizt & es läuft der Zins trotzdem weiter - hier könnte der Mietzins 1'000.- reduziert werden & der gleiche Verlust würde erst nach 45 Monaten eintreten.

    • Markus W. am 05.11.2012 11:55 Report Diesen Beitrag melden

      andere Rechnung

      tja, Du vergisst aber, dass der Vermieter mit einer leer stehenden Wohnung Steuern spart, Deine Rechnung geht so nicht auf. Ausserdem wenn die Wohnung zu einem tieferen Preis vermietet wird, kann man die Miete auch so schnell nicht wieder erhöhen

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