Starker Franken

25. Juli 2011 22:52; Akt: 25.07.2011 22:58 Print

Finanzchefs sind pessimistisch

In den Schweizer Führungsetagen wächst angesichts der Franken-Stärke die Skepsis.

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Starker Franken, schwächere Auslandsnachfrage: Ein finanzielles Risiko für Unternehmen. (EPA)

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Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte stellt bei Grosskonzernen eine höhere Bereitschaft fest, Arbeitsplätze im Ausland anzusiedeln. «Die grösseren Gesellschaften verlagern ins Ausland», sagt Deloitte-Finanzexperte Rolf Schönauer. Wenn der Ertrag in Dollar oder in Euro anfalle, die Kosten aber in Franken ­anfielen, würde dies bei grossen, internationalen Firmen zu einer Veränderung von Standorten führen. «Eine Forschungsabteilung in Indien liefert die gleichen Resultate wie eine in der Schweiz, kostet aber viel weniger», sagte Schönauer. Verstärkt werde das ­Problem noch, indem es in der Schweiz ­ohnehin seit längerem schwierig sei.

Arbeitskräfte zu finden. Auf der anderen Seite sind laut Deloitte aber auch Zukäufe im Ausland ein «heisses Thema» für finanzkräftige Schweizer Konzerne. Von 73 Finanzchefs von grossen Unternehmen aller Branchen stellt die europäische Schuldenkrise für 88 Prozent ein ernstzunehmendes Problem dar, für 45 gar ein grosses Risiko, wie die neuste Deloitte-CFO-Umfrage zeigt. Die Stärke des Frankens und eine schwächere Auslandsnachfrage ist für eine wachsende Zahl der Zahlenverantwortlichen ein finanzielles Risiko für die Unternehmen.

Nach dem ersten Quartal waren 81 Prozent der Befragten für die Konjunkturentwicklung positiv gestimmt, nach dem zweiten nur noch 58 Prozent. «Bis zu diesem Quartal war die Schweiz immer das Land mit den optimistischsten Ergebnissen», sagte Michael Grampp, Leiter Research.

(sda)