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Big Brother is watching you
30. Juli 2010 18:53; Akt: 30.07.2010 18:53 Print
Goldman Sachs verbietet das Fluchen
von Sandro Spaeth - Mit einer Schnüffelsoftware ist die US-Investmentbank Goldman Sachs den Flüchen in Mitarbeiter-Mails auf der Spur. Der Grund: Die Bank musste sich wegen Kraftausdrücken vor Gericht verantworten.
Nie wieder einen «shitty deal» bei der US-Grossbank Goldman Sachs – jedenfalls in E-Mails. Die seit Wochen unter Betrugsverdacht stehende Bank fahndet mit verstärkten Filtern nach derartigen Kraftausdrücken in der elektronischen Mitarbeiterpost. Der Grund: Im Laufe des Anhörungsverfahrens vor dem Kongress waren die teils rüden Umgangsformen der Mitarbeiter an die Öffentlichkeit gelangt.
Infografik Die schlimmsten BörsencrashsFür Aufregung sorgte insbesondere eine interne Nachricht, worin eine ins Zwielicht geratene Transaktion als «one shitty deal» – ein dreckiges Geschäft – bezeichnet wurde. Für einige Abgeordnete war mit der verbalen Entgleisung belegt, dass selbst die Banker Zweifel an der Rechtschaffenheit ihres Geschäftsgebarens hatten.
Filter findet sogar fremdsprachige Flüche
Statt die Mitarbeiter nun auf eine gepflegte Sprache aufmerksam zu machen, hat die Bank laut Medienberichten nun einfach die Kontrollsoftware verstärkt. «Natürlich haben wir Richtlinien über die Nutzung von angemessener Sprache», sagte eine Banksprecherin. Der neue Filter ist laut «Wall Street Journal» dermassen ausgeklügelt, dass er sogar verbotene Kraftausdrücke, die in der üblichen amerikanischen Art mit Sternchen verschleiert wurden, herausfiltert. Angeblich sollen sogar Fluchwörter in Fremdsprache aufgespürt werden.
Rekordstrafe für Goldman Sachs
Der Investmentbank Goldman Sachs war es erst vor zwei Wochen gelungen, eine Klage mittels eines Vergleichs aus der Welt zu schaffen. Die Bank war von der US-Börsenaufsicht SEC beschuldigt worden, Anleger beim Verkauf von Hypothekenpapieren hinters Licht geführt zu haben. Konkret hatte die Grossbank sogenannte synthetische CDOs kurz vor dem Platzen der Immobilienblase auf dem US-Immobilienmarkt aufgelegt, deren Wertentwicklung war an Hypothekenkredite mit Subprime-Status gekoppelt waren. Die Rolle eines grossen Hedefonds, der bei der Auswahl der Papiere mitwirkte – aber dagegen wettete – hatte die Bank verschwiegen.
Goldman Sachs gab die Verfehlung schliesslich zu – räumte aber keinen Gesetzesverstoss ein. Mit der Börsenaufsicht einigte sie sich auf eine Rekordstrafe von 550 Millionen Dollar und das Problem war weggewischt. Ob sich das Problem mit Kraftausdrücken der Mitarbeiter in Emails ebenso schnell lösen lässt, bleibt offen.
























