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30. Juli 2010 18:53; Akt: 30.07.2010 18:53 Print

Goldman Sachs verbietet das FluchenGoldman Sachs verbietet das Fluchen

von Sandro Spaeth - Mit einer Schnüffelsoftware ist die US-Investmentbank Goldman Sachs den Flüchen in Mitarbeiter-Mails auf der Spur. Der Grund: Die Bank musste sich wegen Kraftausdrücken vor Gericht verantworten.

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«Good News» von der UBS: CEO Oswald Grübel darf sich über einen Gewinn von 2 Milliarden Franken (2. Quartal 2010) freuen. Analysten waren von lediglich rund 900 Millionen ausgegangen. Ein Marke setzte die Bank auch im Investmentbanking: Der Gewinn in dieser Sparte stieg um 10 Prozent. Die CS schloss das 2. Quartal mit einem Gewinn von 1,59 Milliarden Franken ab, was in etwa dem Resultat aus dem Vorjahr entspricht. Sorgen bereiten dürfte CS-Boss Brady Dougan der Gewinn aus dem Investmentbanking: Er sank auf 784 Millionen Franken. Verglichen mit dem Vorjahrsquartal entspricht dies einem Rückgang von 32 Prozent. Trotz schwachen Börsen schrieb die Deutsche Bank im 2. Quartal 1,2 Milliarden Euro Gewinn. Die Schuldenkrise in Europa bremste aber die Erträge im Investmentbanking. Hier musste sich Bank-Chef Joe Ackermann mit 779 Mio. Euro Gewinn begnügen. Noch im ersten Quartal feierte die Bank mit 2,7 Mia. Gewinn aus dem Investmentbanking das beste Resultat in der Geschichte. Mit dem Resultat zufrieden sein darf die Bank of America: Ihr Gewinn blieb mit 3,12 Mrd. Dollar gegenüber 3,2 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal stabil. Die Bank stösst derzeit Bereiche ab, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Citigroup erlitt einen Gewinneinbruch. Die Bank verdiente im 2. Quartal 2010 2,7 Mrd. Dollar - nach 4,3 Mrd. im Vorjahr. Hauptgrund für den Rückgang waren sinkende Einnahmen im Investmentbanking. Ein drastischer Einbruch verzeichnete Goldman Sachs. Der Quartalsgewinn schmolz im Vergleich zum Vorjahr um 83 Prozent auf 453 Mio. Dollar. Hauptgrund war die Verunsicherung der Märkte wegen der Griechenland-Krise. Belastet haben das Resultat zudem der Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC und britische Bonussteuer. So gut wie JP Morgan kam kaum eine Bank durch die Krise. Gut lief es auch im 2. Quartal. Das US-Kreditinstitut steigerte den Gewinn aus dem Vorjahr um 77 Prozent 4,8 Mrd. Dollar. Hauptgrund für den Sprung war die Reduktion der Risikovorsorge für Ausfälle im Kreditgeschäft. Damit überdeckte JP Morgan aber die gesunkene Erträge im Investmentbanking. Wells Fargo, die viertgrösste US-Bank, hat einen Rekordgewinn eingefahren. Der Grund: Verbesserte Zahlungsmoral ihrer Schuldner. Im 2. Quartal verdiente die Bank 2,9 Mrd. Dollar, was einem Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

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Nie wieder einen «shitty deal» bei der US-Grossbank Goldman Sachs – jedenfalls in E-Mails. Die seit Wochen unter Betrugsverdacht stehende Bank fahndet mit verstärkten Filtern nach derartigen Kraftausdrücken in der elektronischen Mitarbeiterpost. Der Grund: Im Laufe des Anhörungsverfahrens vor dem Kongress waren die teils rüden Umgangsformen der Mitarbeiter an die Öffentlichkeit gelangt.

Für Aufregung sorgte insbesondere eine interne Nachricht, worin eine ins Zwielicht geratene Transaktion als «one shitty deal» – ein dreckiges Geschäft – bezeichnet wurde. Für einige Abgeordnete war mit der verbalen Entgleisung belegt, dass selbst die Banker Zweifel an der Rechtschaffenheit ihres Geschäftsgebarens hatten.

Filter findet sogar fremdsprachige Flüche

Statt die Mitarbeiter nun auf eine gepflegte Sprache aufmerksam zu machen, hat die Bank laut Medienberichten nun einfach die Kontrollsoftware verstärkt. «Natürlich haben wir Richtlinien über die Nutzung von angemessener Sprache», sagte eine Banksprecherin. Der neue Filter ist laut «Wall Street Journal» dermassen ausgeklügelt, dass er sogar verbotene Kraftausdrücke, die in der üblichen amerikanischen Art mit Sternchen verschleiert wurden, herausfiltert. Angeblich sollen sogar Fluchwörter in Fremdsprache aufgespürt werden.

Rekordstrafe für Goldman Sachs

Der Investmentbank Goldman Sachs war es erst vor zwei Wochen gelungen, eine Klage mittels eines Vergleichs aus der Welt zu schaffen. Die Bank war von der US-Börsenaufsicht SEC beschuldigt worden, Anleger beim Verkauf von Hypothekenpapieren hinters Licht geführt zu haben. Konkret hatte die Grossbank sogenannte synthetische CDOs kurz vor dem Platzen der Immobilienblase auf dem US-Immobilienmarkt aufgelegt, deren Wertentwicklung war an Hypothekenkredite mit Subprime-Status gekoppelt waren. Die Rolle eines grossen Hedefonds, der bei der Auswahl der Papiere mitwirkte – aber dagegen wettete – hatte die Bank verschwiegen.

Goldman Sachs gab die Verfehlung schliesslich zu – räumte aber keinen Gesetzesverstoss ein. Mit der Börsenaufsicht einigte sie sich auf eine Rekordstrafe von 550 Millionen Dollar und das Problem war weggewischt. Ob sich das Problem mit Kraftausdrücken der Mitarbeiter in Emails ebenso schnell lösen lässt, bleibt offen.

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