«...runden mein Profil ab»

17. August 2017 14:09; Akt: 17.08.2017 15:12 Print

Sparen Sie sich diese Floskeln beim Bewerben

von F. Lindegger - Begriffe wie «teamfähig» oder «Multitaskingtalent» machen Bewerbungen laut einer Umfrage unattraktiv. 20 Minuten zeigt, wie man es besser macht.

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Floskeln und Phrasen werden bei Bewerbungen offenbar oft eingesetzt. Die Rekrutierungsfirma Goldwyn Partners Group nahm das zum Anlass, um in einer Umfrage unter 120 HR-Experten nach jenen Begriffen zu suchen, die besonders nerven. Am häufigsten wurde dabei die Formulierung «Ihr Unternehmen spricht mich an» genannt. An zweiter Stelle folgt «… runden mein Profil ab». Ebenfalls in die Top 5 schaffen es die «anspruchsvollen Herausforderungen», die von Bewerbern offenbar sehr geschätzt werden, sowie die Eigenschaften «Multitaskingtalent» und «teamfähig».

Umfrage
Wann haben Sie zum letzten Mal eine Bewerbung geschrieben?
36 %
15 %
40 %
7 %
2 %
Insgesamt 6440 Teilnehmer

«Ein Satz wie «Ihr Unternehmen spricht mich an», klingt nach Massenbewerbung und sagt nichts Konkretes aus», so Jasmin Christen von Goldwyn Partners Group. «HR-Profis, die jeden Tag solche Sätze lesen, können das mit der Zeit nicht mehr sehen», ist sie überzeugt. Besser als solche Allgemeinplätze sei es, spezifische Dinge zu nennen, die einen am Unternehmen ansprächen und die auch zeigten, dass sich der Bewerber mit der Firma auseinandergesetzt habe.

«Hands on» sagt wenig aus

Neben den genannten Phrasen gibt es laut Christen eine ganze Reihe von Ausdrücken, auf die man in der Bewerbung besser verzichten sollte. «Oft werden englische Wörter verwendet, die gut klingen sollen, aber eigentlich nichts über den Bewerber aussagen. Zum Beispiel «state of the art» oder «hands on».

Dass Floskeln und Phrasen unbedingt vermieden werden sollten, steht auch für Rebecca Greter, Co-Geschäftsführerin von Ciivii, ausser Frage. Greter erstellt zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Irina Stucki Bewerbungen für Stellensuchende. Damit die Bewerbung möglichst auf den Ja-Stapel kommt, sollten folgende Punkte beachtet werden:

• Lebenslauf
«Im Lebenslauf geht es darum, Personaler rasch und übersichtlich zu informieren», so Greter. Von Deckblättern und allzu ausführlichen Kurzprofilen rät sie deshalb ab. Das Layout des Lebenslaufs sollte möglichst sauber sein und alle relevanten Informationen enthalten. «Das zeigt nicht nur, dass sich der Bewerber Mühe gegeben hat, sondern erleichtert Personalern auch den Zugang zu den Informationen.» Für das gesamte Dossier gelte dabei: «Rechtschreibfehler sind ein absolutes No-go.»

• Bewerbungsschreiben
«In der Regel lesen die Personalverantwortlichen erst den Lebenslauf und erst danach das Bewerbungsschreiben», erklärt Greter. Daher sei es überflüssig, die einzelnen beruflichen Stationen nochmals im Fliesstext aufzuzählen. Besser verknüpfe man einzelne Anforderungen mit Erfahrungen aus der beruflichen Laufbahn. «So schafft der Bewerber einen persönlichen Bezug.» Dabei gilt es, sich kurz zu halten. «Das Bewerbungsschreiben sollte drei bis fünf Abschnitte haben und nicht länger als eine A4-Seite sein.»

• Gestaltung
Bei der Gestaltung der Bewerbung darf man laut Greter ruhig etwas Mut zeigen. «Ziel ist aber nicht Kreativität sondern eine optimale Leserführung.» Viele Vorlagen, die man online finde, seien veraltet oder genügten heutigen Ansprüchen nicht mehr. Wer unsicher sei, ob das Unternehmen Bewerbungsdossiers in elektronischer Form oder per Post wünsche, sollte das vorgängig abklären.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nicklaus Gerber am 17.08.2017 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe HR......

    Danke für die Aufklärung. Ich möchte noch anfügen dass bei Absagen der Bewerbungen ebenfalls auf allgemeine und immer wieder die gleichen, nichtssagenden Sätze verzichtet werden sollte. Die bringen dem Bewerber gar nichts.

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  • Marc am 17.08.2017 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Widerspruch

    Viele HRs wollen zeitgleich auch erfahren, ob man das Inserat gelesen hat. die Inserate lesen sich zu 90% genau gleich und haben sich inhaltlich seit 20 Jahren nicht geändert

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  • Marco am 17.08.2017 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Fokus auf was?

    Alles gute Tips, die einerseits Modeströmungen unterworfen sind, substantiell also nicht wirklich einen Mehrwert bieten und andernseits jedoch Menschen ab ca. 45 Jahren bei der Arbeitssuche nicht viel nützen. Vielleicht sollten sich die Unternehmen wieder den Menschen annhähern, als nur sich selbst im Zentrum zu sehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Businesslady63 am 18.08.2017 23:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Individuelle Absagen anstelle der automatisierten

    Mir ist es ein Anliegen dem Bewerber oder der Interessentin mindestens einen Grund zu nennen, welcher zur Absage führte. ... aufgrund der 3-Schicht bevorzugen wir einen Bewerber aus der unmittelbaren Region -> er soll u.a.,nach einer Nachtschicht nicht einen stündigen Heimweg antreten müssen ... verhandlungssichere Englischkenntnisse wurden angegeben, jedoch weder durch ein Diplom, Sprachaufenthalt noch in den Zeugnissen erwähnt -> wenn jemand zweisprachig ist, dann erwähnen ... Für eine seriöse Prüfung er vollständigen Bewerbungsunterlagen, fehlten uns Ihre Angabe im CV ab 2005 u.s.w.

  • @lynn am 18.08.2017 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träum weiter...

    Ist ja klar, bekommt man keine massgeschneiderte Absage! Keine Firma möchte diesen Aufwand bezahlen! Ziel soll es sein, gute Mitarbeitende zu halten, damit man wenig Geld und Zeit für Ausschreibungen einsetzen muss...

  • Paolo am 18.08.2017 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kader

    Sagt mir ehrlich sind die Oberschicht wirklich so viel Wert mit Lohn Prämien und Bonus ?Den der Bonus sagt man wird fair verteilt aber das größte Stück vom Kuchen bekommen sie.Und wen eine Firma Stellenabbau oder Konkurs geht ist 99% ihre schuld und wer muss dann immer dranglauben ist die Unterschicht den die Obereschicht deken sich untereinander.Ist das ein Firma denken? Ich finde es Unfair und eine Frechheit

  • Patricia am 18.08.2017 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Hr never

    Wenn ich was nicht abhaben kann dann die HRs.

  • MENSCH am 18.08.2017 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin keine "humane Resource"

    die sich ausbeuten lässt. Krass wie solche Sklaventreiberfirmen öffentlichkeit bekommen...