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25. Oktober 2012 15:29; Akt: 25.10.2012 17:41 Print

Deutsche News-Sites wollen Geld von Lesern

NZZ Online hat bereits eine Bezahlschranke und auch Tages-Anzeiger und Blick wollen bald Geld von den Usern. Jetzt wollen auch namhafte deutsche Zeitungen auf diesen Zug aufspringen.

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Auch die Inhalte des Portals «Bild.de» will der Verlag ab Mitte 2013 zum Teil verkaufen. (bild.de)

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Das Ziel ist klar, der richtige Weg dahin bereitet den Verlegern aber immer noch Kopfschmerzen: Auch im Internet wollen sie mit ihren Produkten Geld verdienen. Eine Patentlösung für ein praktikables Bezahlmodell ist aber noch nicht in Sicht.

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«Wir würden sehr gerne kurzfristig eine Bezahlschranke einführen», sagte der Sprecher der Geschäftsführung der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», Tobias Trevisan. «Selbstverständlich wollen wir das.» Die meisten Klicks würden im Netz durch «Spiele, Sex, Crime, Drugs» erzielt. Ziel müsse es aber sein, auch online den Qualitätsjournalismus als Markenkern der «FAZ» zu pflegen. «Wir werden nicht mithalten können in diesem Reichweiten-Rennen», sagte Trevisan. Auch die Anzeigenpreise seien weiter rückläufig. «Das Modell kann nicht funktionieren.»

Keine Inhalte «verschenken»

Die Entwicklung eines Systems, wie es beispielsweise die «New York Times» anwende, sei aber sehr teuer und für die «FAZ» nicht alleine realisierbar. Daher strebe die «FAZ» Kooperationen an.

Auch die «Süddeutsche Zeitung» arbeitet an neuen Geschäftsmodellen. «Inhalte zu verschenken kann kein Ziel sein», sagte der Geschäftsführer der Südwestdeutschen Medien Holding, Richard Rebmann, in der die Zeitung erscheint. Die entscheidende Frage sei, wie es gelingen könne, sinnvolle Bezahlmodelle einzuführen. Denkbar sei etwa, auf der kostenlosen Seite nur Nachrichten ohne Hintergründe anzubieten, um die Nutzer von dieser Plattform zu kostenpflichtigen Angeboten weiterzuleiten.

Paywalls für Welt.de und Bild.de

Einen Schritt weiter ist der Verlag Axel Springer, der für mehrere Titel bereits Geld von Lesern verlangt, die im Internet unbeschränkten Zugriff auf journalistische Angebote haben möchten. Für den jüngst angekündigten kostenpflichtigen Internetauftritt der Zeitung «Die Welt» steht die «New York Times» Pate. Nutzer des Internetauftritts der Zeitung können monatlich zehn Artikel kostenlos lesen, für die weitere Lektüre ist ein Abonnement notwendig. Bei Welt.de soll die Bezahlschranke bis Ende des Jahres fallen. Auch die Inhalte des Portals Bild.de will der Verlag ab Mitte 2013 zum Teil verkaufen.

Auf dem Podium wurde auch über die grundsätzliche Entwicklung des Journalismus im Netz diskutiert. Auch online müsse die Qualität gesichert werden, ansonsten würde der Markenkern der Zeitung beschädigt, sagte die Chefredaktorin der «Berliner Zeitung», Brigitte Fehrle. «Die entscheidenden Inhalte kommen immer noch aus der Print-Redaktion», sagte sie. Wichtig sei die bessere Verzahnung von Print und Online. In Zukunft müssten alle Redakteure auch Social-Media-Experten sein.

Smartphones als «gefährlicher Konkurrent»

Der Chefredaktor des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel», Mathias Müller von Blumencron, wies auf die wachsende Bedeutung von Smartphones hin. Diese seien «ein wahnsinnig gefährlicher Konkurrent» im Kampf um die Aufmerksamkeit der Leser. Wer früher beim Warten auf dem Bahnsteig eine Zeitung oder ein Magazin zur Hand genommen habe, greife nun eher zu seinem Mobilgerät, um zu surfen, SMS oder Mails zu lesen oder zu spielen.

(whr/dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 20Min leser am 25.10.2012 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und 20min?

    Wird 20Minuten online auch kostenpflichtig?

    einklappen einklappen
  • Dani Keller am 25.10.2012 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Was sind Agenturmeldungen Wert?

    Sollen sie es probieren. Für Wochenzeitungen und Fachzeitschriften sehe ich noch eher Potential für Bezahlsysteme. Aber die Onlinenews von Tageszeitungen sind zu 80% Agenturmeldungen copy&paste. Ob für die restlichen 20% viele Zahler bereit stehen? PS: Viele Zeitungen (insbesondere in D) kann man jetzt schon als PDF saugen. Zwar nicht legal, aber bei der Musik fings auch mal so an... Ein Teil der Leser wandert dann halt in diese "Kanäle" ab.

  • Sarah Malagutti am 25.10.2012 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Schuss ins eigene Bein

    Die Zeitungen schaden sich damit nur selbst. Online sind sowieso nicht alle News aus der Printausgabe. Nur die tagesaktuellen, wichtigen Dinge werden dort angeschnitten und das sind die selben wie man übers Web und den TV auch sonst kostenlos bekommt. Viele kaufen Zeitungen, weil sie ein Thema online sehen, gerade bei NZZ oder Tagi. Ausserdem schauen diese Leute auch alle die Online Werbung an, von der es nicht zu wenig gibt. Bekanntlich ist der Preis den man für die Zeitung bezahlt sowieso nur das Papier und den Versand. Die Inhalte sind durch die Werbung bereits vollumfänglich finanziert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Magdalena Neuner am 26.10.2012 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das Print-Mediengeschäft...

    ...ist nicht mehr rentabel, darum für online-lesen bezahlen? Ich bin froh, wenn nicht jedes internationale Ereignis ungefiltert an mich herangetragen wird und versuche, mich nach Möglichkeit von "manipulierter Berichtersatattung" zu verschonen. Fazit: Auch noch bezahlen dafür? NIE!

  • Beat, Widnau am 26.10.2012 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig plemplem ?

    .. und schon hör ich das gejammer auf hohem Niveau: rückläufige Leserzahlen! ... einpaar Tage später klinelt das Telefon und jemand möchte einem, im Internetzeitalter, ein "Hardware-Zeitung" verkaufen... es git immer eine Möglichkeit sich die Leser vom Hals zu schaffen!

  • simon 08/15 am 26.10.2012 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    tod den abkassierern

    keine inhalte verschenken? haben die verlage vergessen, das sie die inhalte selbst stehlen? spricht man mit einem reporter, ist also in zukunft geld zu verlangen. da mit der information geld verdient wird. langsam wird es zeit, das ihr eingeht verlage. ihr habt es noch immer nicht begriffen.

  • Sven E. am 26.10.2012 04:05 Report Diesen Beitrag melden

    CNN-App heisst die Lösung

    Kostenlose, aktuelle und vielfältige Berichterstattung aus aller Welt. Und man erspart sich Berichte über irgendwelche schweizer Bünzliprobleme und Hinterwäldlerevents.

  • Egon am 26.10.2012 00:27 Report Diesen Beitrag melden

    Deshalb ignoriere ich solche Sites

    Um zu bezahlen, sind sie mir zu sehr werbe-verseucht.