Swiss Economic Forum

05. Juni 2013 11:59; Akt: 05.06.2013 11:59 Print

Das WEF der Schweizer Unternehmer

von Sabina Sturzenegger - Das Swiss Economic Forum mausert sich zum wichtigsten Anlass für die einheimische Wirtschaft. Am KMU-Treffen geben sich Schweizer Unternehmer und internationale Stars die Klinke in die Hand.

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Der Star-Gast bei der diesjährigen Austragung des Swiss Economic Forum (SEF) in Interlaken: Der US-Ökonomieprofessor Nouriel Roubini. Die beiden SEF-Gründer: Stefan Linder (links) und Peter Staehli. Ihr Anlass hat sich vom KMU-Treffen zum Top-Event gemausert. Zu den Rednern 2012 gehört Adecco-CEO Patrick G. de Maeseneire. Sein Unternehmen gilt mit 700'000 Zeitarbeitenden und 30'000 Festangestellten zu den grössten globalen Arbeitgebern. Für ein Referant konnten die SEF-Organsatoren auch Larry Fink gewinnen. Er gründete 1988 die Firma BlackRock - heute der grösste Vermögensverwalter der Welt. Er war einer der Hauptakteure in der Finanzkrise: Der damalige griechische Premier George Papandreou. Auch er zählt zu den Top-Referenten 2013. War Redner bei der SEF-Austragung 2012: Synthes-Gründer Hansjörg Wyss. Seit dem Verkauf seiner Firma an den US-Riesen Johnson & Johnson gilt der Berner als reichste Schweizer. Comeback am Swiss Economic Forum: Nach seinem Rücktritt als Präsident der Schweizerischen Nationalbank war es still geworden um Philipp Hildebrand. Am SEF 2012 kehrte der Notenbanker zurück in die Öffentlichkeit. Steht heute am Steuersünder-Pranger: Bayern-Präsident Uli Hoeness spricht am SEF 2012. Der Held: Pilot Chesley B. Sullenberger landete seine Maschine auf dem Hudson River. 2011 gehörte er zu den SEF-Rednern. Um Virgin-Chef Richard Branson haben die SEF-Organisatoren sieben Jahre lang geworben. 2009 kam er schliesslich ans Schweizer Wirtschaftstreffen. Grosse Bühne: Der Schotte Niall Ferguson, Wirtschaftshistoriker und Experte der globalen Wirtschaft, spricht am SEF 2011. Politprominenz: Die damaligen Parteipräsidenten Fulvio Pelli (FDP), Christian Levrat (SP), Christoph Darbellay (CVP) und SVP-Chef Toni Brunner (von links nach rechts). Ehemalige Spitzenpolitiker: Oskar Lafontaine, einst Finanzminister Deutschlands und Altbundesrat Adolf Ogi am SEF 2012. Angeregte Diskussion: Der ehemalige Deutsche Bundeskanzler Gerhard Schroeder (Mitte) unterhält sich mit den Moderatoren Christine Maier (links) und Erich Gysling und Carolina Müller-Möhl. Sportler und Politiker: Der ukrainische Boxer Vitali Klitschko war 2011 Redner am SEF.

Virgin-Besitzer Richard Branson mit den SEF-Gründern Stefan Linder (l.) und Peter Stähli.

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Alles begann mit dem Konkurs der Spar- und Leihkasse Thun im Jahr 1993. Das «Forum der Jungen Wirtschaft» sollte der arg gebeutelten Thuner Regionalwirtschaft nach dem Bankenkonkurs und einem massiven Arbeitsplatzabbau der Bundesbetriebe zu neuen Impulsen verhelfen. Mit dabei: Stefan Linder und Peter Stähli.

Diese zwei Herren sind heute, wenn das Swiss Economic Forum (SEF) in Interlaken bevor steht, nur noch schwer erreichbar. Sie sind zwar nicht so bekannt wie WEF-Gründer Klaus Schwab, doch beide sind in der Schweizer Wirtschaft inzwischen gefragte Männer.

Bedürfnis für nationales Forum

Aus dem «Forum der jungen Wirtschaft» wurde 1998 das Swiss Economic Forum, wie Peter Stähli erzählt: «Stefan Linder und ich haben Ende der 90er-Jahre gemerkt, dass das Bedürfnis für ein nationales, branchenübergreifendes Forum in der Schweiz vorhanden war.»

Sie machten sich an die Arbeit. Nach einem Spaghetti-Essen erstellten die beiden selbständigen Unternehmer ein Konzept für das SEF und machten sich auf Sponsorensuche – mit Erfolg: «Mit der UBS, PWC und der Swisscom als Sponsoren konnten wir 1999 unser erstes SEF durchführen.»

Roubini, Fink, Annan, Branson

Inzwischen ist das SEF aber mehr als ein regionales KMU-Treffen. Das zeigt die illustre Gäste- und Rednerliste: Dieses Jahr reisen neben US-Starökonom Nouriel Roubini auch Larry D. Fink, Chef des weltweit grössten Vermögensverwalters Blackrock, sowie der griechische Premierminister George Papandreou nach Interlaken.

Zu den Gästen der letzten Jahre gehörten auch der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, der britische Unternehmer, Abenteurer und Milliardär Richard Branson, der Schweizer Uhrenkönig Nicolas Hayek, Peter Voser, bis vor kurzem Chef des Ölmultis Shell oder der erfolgreiche Schweizer Medizinaltechnik-Unternehmer Hansjörg Wyss. Auch Nobelpreisträger wie Paul Krugmann und Al Gore waren als Redner am SEF.

Teilnehmer werden zugelost

Wie sehr das SEF in der Schweizer Wirtschaftswelt auf Interesse stösst, zeigt auch die Teilnehmerzahl: Das erste SEF 1999 startete mit 500 Teilnehmern. Inzwischen hat sich die Zahl mehr als verdoppelt, eine Weile hatte man in Thun mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen: «Fast die gesamte Hotelinfrastruktur befindet sich in Interlaken», sagt Stähli. Das verursachte einen grossen Aufwand in der Logistik und viel Verkehr zwischen den beiden Städten.

Deshalb wurde das SEF nach Interlaken ins Kongresszentrum verlegt. Die Teilnehmerzahl wurde auf 1300 beschränkt. Die begehrten Plätze werden zugelost. Das Swiss Economic Forum war auch dieses Jahr innerhalb von weniger als einer Stunde ausverkauft. «Wir müssen jedes Jahr 600 bis 700 Leute abweisen», sagt Stähli.

In der Schweiz bleiben

Dennoch wollen die SEF-Gründer auf dem Schweizer Boden bleiben und dem WEF keine Konkurrenz machen. «Die beiden Foren sind nicht vergleichbar», sagt Stähli. Das SEF sei weiterhin klar auf die Schweiz, das inländische Unternehmertum und die KMU-Wirtschaft fokussiert. «Unsere Teilnehmer sind zu über 80 Prozent Vertreter von kleineren und mittleren Schweizer Unternehmen», ergänzt er. Auch grösser werden will das SEF vorerst nicht. «Wir setzen auf Qualität statt auf Quantität», sagt Stähli.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Benno am 05.06.2013 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringen diese Treffen?

    Ausser enormen Kosten für Sicherheit, Verpflegung etc. bringen solchen Anlässe wenig. Die Managar und Politiker predigen Wasser und trinken dann eh Wein.

  • Max Müller am 05.06.2013 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt für die Milliardärs-Sicherheit

    das sind doch alles Scharlatane ... die sollen die Sicherheitskosten gefälligst selber tragen müssen (WEF & Bilderberger lassen grüssen) ... sind einfach nur Schattenregierungen der Konzern-Diktaturen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Benno am 05.06.2013 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringen diese Treffen?

    Ausser enormen Kosten für Sicherheit, Verpflegung etc. bringen solchen Anlässe wenig. Die Managar und Politiker predigen Wasser und trinken dann eh Wein.

  • Max Müller am 05.06.2013 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt für die Milliardärs-Sicherheit

    das sind doch alles Scharlatane ... die sollen die Sicherheitskosten gefälligst selber tragen müssen (WEF & Bilderberger lassen grüssen) ... sind einfach nur Schattenregierungen der Konzern-Diktaturen.

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