«Deepwater Horizon»

03. März 2012 08:29; Akt: 03.03.2012 11:00 Print

BP zahlt privaten Klägern 7,8 Milliarden Dollar

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko kommt den Energiekonzern BP teuer zu stehen. Das Unternehmen hat sich in einem Vergleich mit privaten Klägern über eine Milliardenzahlung geeinigt.

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Nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» am 20. April 2010 im Golf von Mexiko eilen Löschboote zur Bohrinsel, um die Flammen zu bekämpfen. (Bild: Keystone)

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Der britische BP-Konzern hat sich wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mit den privaten Klägern auf Zahlungen in Milliardenhöhe geeinigt. Wie der Konzern am frühen Samstagmorgen mitteilte, umfasst die gütliche Einigung Zahlungen im Umfang von 7,8 Milliarden Dollar.

Unter den privaten Klägern waren zahlreiche Fischer und andere Wirtschaftsbetriebe, die erhebliche Einbussen erlitten hatten. Konzernchef Bob Dudley erklärte, BP habe sich von Anfang an bemüht, seine Verpflichtungen gegenüber den Anwohnern der Golfregion zu erfüllen. Das nun getroffene Abkommen sei das Ergebnis von fast zwei Jahren harter Arbeit.

Die Zahlungen sollen aus einem Fonds in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar geleistet werden, den BP eigens dafür eingerichtet hat. Eine Einigung mit den staatlichen Stellen in den USA wurde der Mitteilung zufolge noch nicht erzielt.

BP betonte, mit dem Vergleichsvorschlag erkenne das Unternehmen keine Haftungsverpflichtungen an. Zugleich kündigte der Konzern an, manche seiner Forderungen an die Bohrpartner Transocean und Halliburton an ein Komitee der Kläger abzutreten. Die drei Konzerne haben sich gegenseitig verklagt.

Prozess erneut verschoben

An diesem Montag sollte in New Orleans ein Mammutprozess von mehr als 100 000 Klägern gegen BP und andere Firmen beginnen. Der mit dem Verfahren beauftragte Richter Carl Barbier hat den geplanten Prozess in New Orleans verschoben. Die Einigung führe wahrscheinlich dazu, dass sich die Voraussetzungen für den Prozess grundlegend ändern werden, teilte er mit.

Der Prozess gegen BP sollte bereits vor einer Woche in New Orleans beginnen, war aber auf den 5. März verschoben worden, um weitere Gespräche über eine gütliche Einigung zu ermöglichen.

In dem Verfahren soll geklärt werden, welche Verantwortung BP und seine Partnerunternehmen an der Umweltkatastrophe tragen und wie viel Strafe sie dafür zahlen müssen. Die Forderungen richten sich gegen BP und drei Partnerfirmen, die sich wiederum untereinander verklagt haben. Darunter ist auch der US-Ölbohrkonzern Transocean mit Sitz in Zug.

Schlimmste Ölpest der USA

Die Bohrinsel «Deepwater Horizon» war am 20. April 2010 im Golf von Mexiko explodiert und hatte die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA verursacht. Bei dem Unglück starben elf Arbeiter, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer.

Insgesamt 87 Tage dauerte es, bis BP das defekte Bohrloch schliessen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, die Fischindustrie und der Tourismus an der Golfküste massiv geschädigt.

BP hat für die Folgen der Ölkatastrophe nach eigenen Angaben bereits vor der Einigung 22 Milliarden US-Dollar ausgegeben. 8,1 Milliarden Dollar gingen an Privat- und Geschäftsleute. 14 Milliarden Dollar musste das Unternehmen für Aufräumarbeiten, Geräte und weitere Dinge im Zusammenhang mit dem Unglück zahlen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno Zelli am 04.03.2012 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peanuts

    Für mich ist BP jedenfalls "gestorben" wenn sie Grösse zeigen würden ständen sie dazu. Mit Geld kann man nicht alles erkaufen...

  • Ferdi am 03.03.2012 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kostenfrage

    Das ist doch ein klacks für die BP oder will mir ernsthaft einer sagen das BP die ganzen kosten der ölkatastrophe nicht den Kunden abwälzt. Die Preise des Öls sind gestiegen die frage wäre dann: wieso? Über die Schäden die diese Katastrophe verursacht spricht kaum jemand.

  • Worker am 03.03.2012 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    BP teuer zu stehen!!!!

    was soll das, BP arbeitet vielleicht gerade mal 6 Monate um diese Summe bereitzustellen. Schaut mal was die Oilmultis für Cash erwirtschaften - nicht Umsatz, Reingewinn. 7,8 Milliarden, da lacht doch der Oilmulti

Die neusten Leser-Kommentare

  • Supermario am 04.03.2012 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Und noch die Spesen

    Und wieviel wurde insgesamt für Anwälte, Richter und sonstiges ausgegeben??? Leider liest man diese sicherlich interessante Zahl(en) nirgends.

  • Bruno Zelli am 04.03.2012 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peanuts

    Für mich ist BP jedenfalls "gestorben" wenn sie Grösse zeigen würden ständen sie dazu. Mit Geld kann man nicht alles erkaufen...

  • michel bortis am 03.03.2012 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei im Konzern und am Strand

    Die Konzernleitung sollte man auf Reinigunsarbeit direkt vor ort verklagen, so dass die mal sehen, was sie angerichtet haben! Das zahlen von Geld bringt der Natur und den betroffenen Anwohnern und Fischern herzlich wenig!

    • Christ am 04.03.2012 02:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wir wollen, brauchen und benützen es

      Nicht die bp Führung ist schuld, wir wollen und brauchen Oel oder spazieren sie nur. Denn alles was wir brauchen und kennen beinhaltet Erdöl resp. Wird daraus produziert..... Und so ein Unfall ist mal gerade eine Kleinigkeit....!

    einklappen einklappen
  • der schöne bob am 03.03.2012 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    peanuts

    peanuts für den konzern

  • Worker am 03.03.2012 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    BP teuer zu stehen!!!!

    was soll das, BP arbeitet vielleicht gerade mal 6 Monate um diese Summe bereitzustellen. Schaut mal was die Oilmultis für Cash erwirtschaften - nicht Umsatz, Reingewinn. 7,8 Milliarden, da lacht doch der Oilmulti