Heikle Bildsprache

23. August 2017 20:16; Akt: 23.08.2017 20:16 Print

Achtung, Emojis im Job können unseriös wirken

von Isabel Strassheim - Die lachenden Gesichter halten auch in Firmen-Mails Einzug. Das kann riskant sein.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Privat kommt kaum ein Mail oder Whatsapp ohne Emoji aus. Anders im Job, da sind die Smileys rar. Erste Tests laufen aber auch in der Unternehmenswelt. Eine Studie zeigt, dass dies jedoch schiefgehen kann.

Umfrage
Verwenden Sie beruflich Emojis?
42 %
6 %
25 %
27 %
Insgesamt 1270 Teilnehmer

Versieht ein unbekannter Absender von einem Unternehmen seine berufliche Nachricht mit einem Emoji, wirkt das bei den Empfängern meist inkompetent. Dies zeigt ein Test der israelischen Ben-Gurion-Universität mit 549 Personen aus 29 Ländern. Smileys wurden von ihnen nicht als warme Emotion wahrgenommen. Sie strahlten stattdessen meist Unseriosität aus.

Test mit Nachrichten mit und ohne Emojis

Den Studienteilnehmern wurden die Nachrichten mit und ohne Emojis vorgelegt. Ein Teil von ihnen sollte sie auch beantworten. Dabei zeigte sich, dass bei denen mit Smiley die Antwort weniger detailliert und faktenreich ausfiel.

«Emojis können zu Lasten der Seriosität gehen», sagt Markus Braun vom Marktforschungsunternehmen Yougov zu 20 Minuten. In der Finanzindustrie sei das Risiko dafür grösser als in anderen Branchen. Der Einsatz der Piktogramme könne jedoch auch Vorteile haben: «Er ermöglicht eine emotionale Ansprache und macht Unternehmen sympathisch.» Dies gelte sowohl für den Kontakt mit Kunden als auch beim Kontakt mit anderen Firmen.

Vor allem Frauen mögen sie

Laut einer Studie von Yougov in Deutschland kommen Emojis von Unternehmen vor allem bei Frauen gut an. Allerdings nicht bei den ganz Jungen und Älteren, sondern bei denjenigen zwischen 25 und 44 Jahren. «Die Ansprache auf der Gefühlsebene funktioniert generell bei Frauen besser, bei Jüngeren sind Emojis aber schon so normal, dass sie kaum noch auffallen», sagt Braun.

Bei Schweizer Firmen sind Emojis bislang kein Thema. Beim Versicherer Zurich wie auch bei der Fluggesellschaft Swiss gibt es für das Personal keine Regelungen dafür. Auch bei Raiffeisen heisst es: «Wir vertrauen auf die Eigenverantwortung unserer Mitarbeitenden, dass sie Emoticons – wenn überhaupt – im angemessenen Rahmen einsetzen», so Banksprecher Dominik Chiavi. Ähnlich ist es bei Swisscom.


Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oliver am 23.08.2017 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Wow... Wer darauf nicht selber kommt hats nicht anders verdient. Natural selection. Ps: emojis auf krawatten wirken ebenfalls unseriös.

    einklappen einklappen
  • MalSoMalSo am 23.08.2017 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwägen

    Bei Geschäftspartnern zu welchen ich schon fast ein freundschaftliches verhältniss habe darfs auch mal ein Smiley sein. Bei ernsteren Themen oder bei Neukunden ist dies für mich aber auch ein No-Go...

  • Snuff89 am 23.08.2017 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    cool

    Wenn nicht der ganze Text voll ist mit Emojis finde ich es nicht schlimm. Das lockert etwas auf. Das Leben ist schon so ernst genug

Die neusten Leser-Kommentare

  • seven am 24.08.2017 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja ja

    Die Menschheit hat Probleme! Facebook sollte man nicht, Whatsapp auch nicht, dies und das und soweiter und sofort. Da wird über Emoijs diskutiert, währrend in Europa langsam alles zusammengefahren und bald noch hochgebomt wird. Es lebe jetzt sogar der Emoijterror!

  • Remo am 24.08.2017 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Chefin

    Vermerkt gerne gelegentlich Emoijs in ihren Emails an mich. Besonders wen Ihr Mann auf Geschäftsreise geht und mich wissen lassen will, dass ich willkommen bin vorbei zu kommen.

  • Renato am 24.08.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Fester Bestandteil der Sprache?

    Welcher Sprache? Der von Pingu oder einem Kindergartenschüler? Emojis haben im Geschäft - ausser vielleicht in ganz persönlichen Mitteilungen unter Kollegen - nichts zu suchen. Man ist ja nicht mehr im Kindergarten!

    • Satosh am 24.08.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Renato

      Da wurde jemand als Kind nicht geliebt...

    einklappen einklappen
  • Maria am 24.08.2017 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig eingesetzt

    Ich habe vor über 20 Jahren meine Bewerbung nach der Lehre mit einer Kopfzeile voller Smileys versehen... hab den Job bekommen, wurde aus über 120 Bewerbungen herausgepickt, weil ich damit aufgefallen bin.

  • Ronny C. am 24.08.2017 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nullen und Emojis

    Diese "Schriftzeichen" für geistig Minderbemittelte haben im Business rein gar nichts zu suchen. Wer es im Leben zu etwas bringen will, der sollte darauf verzichten oder Emojis bestenfalls im privaten Bereich einsetzen. Wir suchen gerade Lernende für eine KV-Ausbildung im Immobilienbereich. Was hier für Müll in Form von miesen Bewerbungen angeschwemmt wird, ist schlicht unglaublich. Wie sollen all diese loser jemals unsere AHV bezahlen ? Mit Emojis versenden, und Belanglosigkeiten via Facebook oder WhatsApp austauschen ? Ist die Millennial-Generation wirklich geistig so verarmt ?

    • leser² am 24.08.2017 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      kopfschüttel

      Aber Immobilien wollen Sie gerne an "all diese Loser" loswerden, oder? Obwohl ich in Sachen Smileys den gleichen Standpunkt habe, finde ich es (Zitat:) "wirklich geistig ... verarmt", so über andere Menschen zu sprechen.

    • seven am 24.08.2017 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      Sie sind einfach nur frech, dass ist alles! Unternehmen Sie doch etwas positives um die gesellschaftlichen "Müll-Probleme" konstruktiv und pisitiv zu verändern. So wie Sie sich hier äussern, gehören Sie schon in die Kategorie Sondermüll A1.

    einklappen einklappen