Monatelange Verzögerung

03. März 2012 11:43; Akt: 03.03.2012 12:00 Print

SBB muss auf neue Züge warten

Ungemach für die SBB: Der neue Flaggschiff-Zug kann erst mit vier Monaten Verspätung ausgeliefert werden. Zudem verlangen Behindertenorganisation bauliche Anpassungen an den neuen Doppelstöckern.

So sieht der neue SBB-Doppelstöcker aus.
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Der kanadische Bahnhersteller Bombardier ist mit der Lieferung neuer SBB-Züge mehrere Monate im Verzug. Die 59 Doppelstockzüge werden der SBB somit nicht wie ursprünglich geplant zum Fahrplanwechsel Ende 2013 zur Verfügung stehen.

Die Verspätung betrage rund vier Monate, sagte SBB-Sprecher Reto Schärli auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht in der «Aargauer Zeitung» vom Samstag.

«Wenn es bei den vier Monaten bleibt, hat dies aber keine grossen Folgen für den Fahrplan», relativierte Schärli. Rund die Hälfte der neuen Züge würden älteres Rollmaterial ersetzen - dieses könne noch eine wenig länger benützt werden.

Die andere Hälfte werde erst für einen späteren Zeitpunkt zur Erweiterung der Kapazitäten benötigt. Ein erster grosser Ausbau sei für 2014/15 nach dem Umbau des Hauptbahnhofs in Zürich in einen Durchgangsbahnhof geplant, sagte der SBB-Sprecher. Ein zweiter folge nach der Eröffnung des neuen Gotthardtunnels.

Urteil erwartet

Grösseres Ungemach könnte dem Bahnunternehmen durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts drohen. Zwei Behindertenorganisationen hatten im Oktober letzten Jahres Beschwerde gegen die neuen Doppelstockzüge eingereicht. Sie fordern ein besseres Rollstuhlabteil und Zugang zum Speisewagen.

Bei einer Annahme der Klage könnte die Produktion noch viel weiter zurückgeworfen werden. «Wenn das Urteil über blosse Retouchen hinaus geht, hätte dies Veränderungen am ganzen Zug zur Folge», sagte Schärli. In diesem Fall müsste man gemeinsam mit dem Hersteller Bombardier über die Bücher.

Tausend Anregungen

Die SBB erwartet das Urteil in den nächsten Wochen und Monaten. Der SBB-Sprecher zeigte sich zuversichtlich: «Wir hatten die Pläne gemeinsam mit dem Bundesamt für Verkehr sehr genau angeschaut.»

Bei der Planung habe die SBB rund tausend Anregungen verschiedener Interessenverbände erhalten und «einen grossen Teil davon aufgenommen». Das Bundesamt für Verkehr habe schliesslich grünes Licht für die endgültigen Pläne gegeben. Deshalb erwarte er nun, dass das Bundesverwaltungsgericht «mit uns auf einer Linie ist».

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gesund? am 03.03.2012 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    armselig

    dann hoffe ich für dich und megge weiter unten, dass ihr nie auf einen rollstuhl angewiesen sein werdet. falls doch, schämt ihr euch für eure heutigen kommentare. es ist teuer? selber schuld sbb, DIE hätten daran denken müssen.

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  • JustMe am 03.03.2012 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    So n seich

    Super, mehr Sitzplätze. und wie soll man da anständig sitzen? ich habe schon jetzt zT Probleme weil ich die Beine komisch anwinkeln muss damit ich meinem Gegenüber nicht die Füsse zertrample, und bin mit 185 nicht wirklich gross.

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  • Angelika Peters am 03.03.2012 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nebenbei

    Die neuen Züge kosten wieder Geld und die ÖV-Preise gehen wieder um einiges nach oben! Die ÖV-Preise sind zu hoch !!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • fromhell am 04.03.2012 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Mal überlegen:

    Für neue Züge hat man Geld und macht sie sogar Rollstuhlgängig. Aber für neue Kampfflugzeuge ist kein Geld da? Die Trams sind auch nicht zu 100% Rollstuhlgängig, also müssen es die Züge auch nicht sein. Eine Raucherkabine wäre schon nicht schlecht, auf langen Strecken zumindest, ansonsten wird einfach auf dem Klo geraucht!

  • Marcel am 04.03.2012 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnige Geldverschwendung

    Ich denke nicht, dass dies im Sinne der Behinderten ist, schon eher der Juristen. Würde man das Geld statt den Juristen oder in die teuren Umbauten stecken, sondern den Behinderten geben, dann könnten die sich jeweils kostenlos noch am Bahnhof mit Esswaren eindecken. Zudem sind Blinde auch Behinderte und die können schon lange keine Tickets mehr lösen an den Touchscreenautomaten. Da sagt aber niemand etwas!

  • Paul Meier am 03.03.2012 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja ich denke

    dass man sehr wohl auf ein rollstuhlgängiges Restaurant verzichten kann wenn man bedenkt, dass man eine Begleitperson gratis mitnehmen kann welche ja etwas aus dem Speisewagen holen kann. Wenn dann durch die Rollstuhlgängigkeit 2 Plätze im Speiewagen eingespart werden m¨üssen, dann ist das einfach in keinem Verhältnis dazu, dass der Rollstuhlplatz im Restaurant dann alle 2 Wochen mal gebraucht wird.

    • ristretto am 03.03.2012 23:31 Report Diesen Beitrag melden

      übertrieben

      das finde ich auch. in der schweiz wird echt sehr viel getan für behinderte und das ist gut so. aber man kann auch alles übertreiben.

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  • gesund? am 03.03.2012 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    armselig

    dann hoffe ich für dich und megge weiter unten, dass ihr nie auf einen rollstuhl angewiesen sein werdet. falls doch, schämt ihr euch für eure heutigen kommentare. es ist teuer? selber schuld sbb, DIE hätten daran denken müssen.

    • Oskar Bider am 03.03.2012 20:07 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht armselig

      Jetzt mal halblang! die Unterdecks sind rollstuhlgängig, ebenso gibt es rollstuhlgängige Toiletten. Die Organisationen verlangen nun, dass auch das Oberdeck zugänglich sein muss (Einbau eines Lifts --> Ist technisch gar nicht möglich!). Das geht definitiv zu weit.

    • Daniel Hardegger am 03.03.2012 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      nicht eindeutig

      Das Problem ist, dass das Gesetz selbst nicht eindeutig ist: Bei öffentlich zugänglichen Bauten muss sowohl der Zugang zum Gebäude wie die Benutzbarkeit im Innern (etwa Benützung von Toiletten und Liften) gewährleistet sein. Die Frage ist, ob der Zugang zum oberen Stockwerk und dem Speisewagen für die Benutzung des Zuges notwendig ist, oder nicht. Aus meiner Sicht ist die grundsätzliche Benutzbarkeit der Züge durch behindertengerechte Zugänge und Toiletten im Parterre gegeben.

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  • Patrik am 03.03.2012 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absichtliche Verzögerung?

    Warum melden sich fie BehindertenOrganisatoren (erst) im letzten Herbst? Warum werden solche Organisatoren nicht schon bei der Planung aktiv/ einbezogen? Jetzt an einem (fast) fertigen Produkt Nachbesserungen auszuführen ist teuer, zeitintensiv und immer nur ein Kompromiss.

    • Johnny am 03.03.2012 14:37 Report Diesen Beitrag melden

      jammeri Organisationen

      Lesen ist schwer... "Bei der Planung habe die SBB rund tausend Anregungen verschiedener Interessenverbände erhalten und «einen grossen Teil davon aufgenommen»" Wer es damals verpasst hat ist selber schuld! Zudem hat auch das BAV die Pläne abgesegnet. Die SBB ist verpflichtet behindertengerechte Züge zu führen, das BAV kontrolliert und hat abgenickt, so what

    • furioso am 04.03.2012 01:31 Report Diesen Beitrag melden

      Darum!

      Weil die Briefkästen nicht behinderten gerecht sind und sie deswegen den Brief nicht einwerfen konnten!

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