Niederlande

10. August 2017 16:30; Akt: 10.08.2017 17:57 Print

Zwei Manager wegen Eier-Skandal verhaftet

Alle betroffenen Eierproduzenten waren Kunden einer Reinigungsfirma in den Niederlanden. Führungskräften wird nun die Gefährdung der öffentlichen Gesundheit vorgeworfen.

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Im Skandal um mit Fipronil belastete Eier sind in den Niederlanden zwei Manager festgenommen worden. Es handelt sich um Führungskräfte des Unternehmens, das verbotenerweise das Insektizid zum Reinigen von Hühnerställen benutzt haben soll.

Nach Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft wurden die beiden Manager am Donnerstag nach einer Durchsuchung ihrer Wohnungen in der Nähe von Utrecht festgenommen. Ihnen wird eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit durch den Einsatz von Fipronil in Ställen von Legehennen vorgeworfen, ausserdem der Besitz verbotener Substanzen.

Bekämpfung der Blutlaus

Alle rund 180 niederländischen Eierproduzenten, bei denen mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, waren Kunden der Firma. Das für die Nutztierhaltung verbotene Fipronil wurde vor allem zur Bekämpfung der für Legehennen gefährlichen Blutlaus eingesetzt.

Ausserdem wurden Büros von zwei anderen Unternehmen durchsucht, die als Zulieferer in den Eier-Skandal verwickelt gewesen sein sollen. Dabei wurden auch Bankunterlagen und Computer beschlagnahmt. In den Niederlanden gab es den Behördenangaben zufolge Durchsuchungen an insgesamt acht Orten.

Razzia auch in Belgien

Auch in Belgien gab es eine Reihe von Durchsuchungen. Die Ermittlungen waren zwischen den Strafverfolgungsbehörden beider Länder abgestimmt, hiess es. Nach Angaben des niederländischen Bauernverbandes beträgt der durch den Eier-Skandal entstandene Schaden für die Geflügelhalter mindestens 150 Millionen Euro.

Derweil weitete sich der Skandal in Grossbritannien weiter aus. Es seien 700'000 betroffene Eier importiert worden – also etwa 33 Mal so viel wie bislang vermutet, teilte die Behörde für Lebensmittelsicherheit (Food Standards Agency, FSA) in London mit. In ersten Schätzungen waren die Experten noch von 21'000 Eiern ausgegangen.

Eine Gefahr für die Gesundheit hält die Behörde für «sehr unwahrscheinlich». Etwa 85 Prozent der im Vereinigten Königreich verzehrten Eier stammen aus dem eigenen Land.

(kaf/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sulejka am 10.08.2017 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    korrekt was Holland macht

    das finde ich korrekt, wer so fahrlässig umgeht mit solch gefährlichen Materialien, dem soll der Prozess gemacht werden.

  • Pumpi am 10.08.2017 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verurteilen

    Ich hoffe, dass alle gefasst und verurteilt werden. Nicht auszudenken wenn ein Kleinkind davon gegessen hätte. Und dann die Vernichtung von Millionen von Eiern in ganz Europa. Es ist unglaublich, dass Produzenten immer wieder solche Verstösse in Kauf nehmen.

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  • susi am 10.08.2017 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eier

    Die Gier treibt ein grenzenlose Spiel, wo Dollars in den Augen leuchten und das eigene Bankkonto rapide in die Höhe schnellen kann, macht die Gier auch keinen Halt an den Menschen. Holland, ein Bravo, in der Schweiz würde alles vertuscht und unter den Teppich gekehrt werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mama Mia am 11.08.2017 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache im Portemonnaie stimmt es

    Nur komisch, dass frühere Tierfuttermittelskandale, den Ursprung oft auch in Belgien hatten. Da geht es doch nur um Geld und Profit. Die Gesundheit von Tieren und Menschen ist solchen Leuten egal. Hauptsache im Portemonnaie stimmt es. Das kommt nicht einfach von ungefähr dieser weitere Skandal.

  • Huhn am 11.08.2017 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    was wäre wenn

    wenn die Hühner tierfreundlich gehalten würden wären sie weniger kränklich und bekämen weniger Ungeziefer. Aber die Eier würden teurer und erst noch die Managerlöhne niedriger - ja das geht natürlich gar nicht ... ... ...

    • Pumpi am 12.08.2017 00:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Huhn

      Aber die Konsumenten sind nicht unschuldig. Wie sollen gesunde Eier produziert werden, wenn die nur 15 Cents kosten dürfen? Ich habe noch nie Importeier gekauft und kaufe nur Eier von Freilandhühnern direkt beim Produzenten.

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  • Petr am 11.08.2017 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Grapefruitextrakt

    Grapefruitextrakt reicht zum reinigen total aus. Ohne Chemie und Resistenzenbildung! Aber dann würde ja sowas nicht passieren und im Zweifel ein paar einzelne Menschentode sind ja erwünscht

  • Mike am 11.08.2017 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    Bankmanager

    Und wann werden die Bank Manager verhaftet und der Prozess gemacht? Mitglied einer terroristischen Organisation

  • Christian am 11.08.2017 00:55 Report Diesen Beitrag melden

    ah und wieder Manager oder

    höheres Kander die ihr Bonus und Gewinn auf kosten der Gesundheit anderer aufbessern wollen. Es sind nie die einfachen hart arbeitenden Leute die werden eher abgezockt. damit es den oberen für ihren Luxus reicht.