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Shopping-Opfer
28. November 2011 14:18; Akt: 28.11.2011 14:47 Print
O du wahnsinnige!
Der «Black Friday» ist in den USA der Startschuss in den Weihnachts-Einkaufswahn. Die Sonderangebote machen aus Schnäppchenjägern Tiere: Tränen, Terror und ein Toter waren die Folge.
Der «Black Friday» kommt in den USA nach den Thanksgiving-Feiertagen und markiert den Auftakt zur Einkaufssaison für Weihnachten. Das bedeutet Stress und Trubel – so wie die eigentliche Bedeutung des Namens, die sich ursprünglich auf den schweren Verkehr nach den Urlaubstagen bezog. Doch insofern passt die Bezeichnung nach wie vor, denn der «Black Friday» ist heutzutage ein Grosskampftag für Angestellte und Kunden: Die Geschäfte öffnen teilweise um vier Uhr morgens, um Sonderangebote rauszuhauen.
Bildstrecken USA im Black-Friday-KaufrauschDass weihnachtliche Besinnlichkeit dabei nicht die geringste Rolle spielt, veranschaulicht unser erstes, noch relativ harmloses Beispiel. Julie Chang, eine taffe Reporterin des TV-Senders MyFoxNY, spricht gerade über eine «so historische» Architektur, die der Shopping-Mob sich doch ansehen müsse, als ein beleibter junger Mann euphorisch in die Kamera winkt. Aber nicht mit Julie Chang! Und nicht während ihrer Sendezeit!
«Hör mal für eine Sekunde auf zu winken»: Wer fett am Bauch und nicht am Portemonnaie ist, hält sich gefälligst zurück! Quelle: YouTube
Der «Black Friday» soll also die Zeit der Besinnlichkeit einleiten, doch der schnöde Mammon hat seine Schäfchen fest im Griff. Und es muss nicht immer gleich der Tanz ums goldene Kalb sein: Es reicht schon aus, ein Mini-Waffeleisen zum Kampfpreis von zwei Dollar anzubieten. Dabei ist «Kampf» durchaus wörtlich gemeint, wie diese Szene aus einer Wal-Mart-Filiale in Texas zeigt: Kreischende, giftelnde, geile Kunden vergessen ihre gute Kinderstube. Sie ziehen, zerren und zermürben.
Der Wal-Mart-Mob. Quelle: YouTube
Wenn Ihnen dieses profane Treiben ein Dorn im Auge ist, werden Ihnen bei unserer nächsten Walmart-Weihnachtsgeschichte die Tränen kommen. Denn in einer Filiale in Kinston, North Carolina, artete die Situation derart aus, dass die Cops in den Laden gerufen wurden und eifrig Geschenke in Form von Pfefferspray verteilten. Frauen, Kinder und Senioren wurden dabei in Sachen Schnäppchenjagd die Augen geöffnet. In Kalifornien bewies eine Frau, dass es auch umgekehrt geht: Mit zwei Kindern im Schlepptau griff sie ihre Einkaufs-Konkurrenz ebenfalls mit Pfefferspray an, um eine reduzierte «XBox 360»-Spielkonsole zu ergattern. Die rabiate Shopperin stellte sich laut «New York Times» am Freitagabend den Behörden.
Cops bei Festnahme im «Walmart». Quelle: YouTube
Ein Fox-Bericht über die gefährlich sprühende Shopperin. Quelle: YouTube
In Arizona muss sich die Polizei ebenfalls Kritik gefallen lassen, nachdem sie einen 54-Jährigen in einem Walmart in Buckeye niedergeknüppelt hat. Jerald Newman war mit Tochter und Enkel gekommen: Für Letzteren wollte er ein Spiel kaufen, das er unter sein Hemd schob, um es vor anderen Schnäppchenjägern zu verstecken. Zur Kasse kam er nicht, denn ein Kunde rief nach den Cops. Obwohl der Mann laut einem CNN-Reporter keinen Widerstand leistete, schlug ein Polizist seinen Kopf auf den Boden. Jetzt wird gegen Newman wegen Ladendiebstahls und Widerstands gegen die Staatsgewalt, aber auch gegen die brutalen Cops ermittelt.
Newman liegt blutend am Boden. Quelle: YouTube
Als wäre all diese Gewalt und der Wahnsinn nicht genug, musste auch ein Mann sein Leben am «Black Friday» lassen. Walter Vance starb in einer «Target»-Filiale in South Charleston in West Virginia, als er einen Infarkt erlitt. Herzergreifend ist dabei die Tatsache, dass sich die Schnäppchenjäger nicht von dem sterbenden Mann in ihrem Treiben stören liessen: Die Passanten ignorierten den 61-Jährigen, nur ein Arzt und eine Krankenschwester griffen schliesslich ein. Doch die Hilfe kam zu spät.
Apotheker Walter Vance starb wegen ignoranter Shopper. Quelle: YouTube
(phi)
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Alle 48 Kommentare

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Thank god it's Friday!
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Kreditkarten
Das ist wirklich ein Black Friday. Es wurde nich ein neuer Ausgaben und Umsatzrekord erzielt, nein die Amis machen es dem Saat nach und zücken ihre Kreditkarten zum Shoppen bis diese glühen. Es wurde einfach über 50 Milliarden neue Schulden generiert, die sich dann jemand anderes ans Bein Streichen wird.
ist doch dasselbe...
...bei den applejüngern hierzulande, wenn wieder mal ein neues eiphone angepriesen wird, lol
hauptsache es passt nicht
oder dann gibts noch solche, die aus jedem Bericht etwas gegen Apple sagen wollen, einfach damit es mal wieder gesagt ist.
Überfluss sortg für überdruss
Also für mich artet der Konsumwahn ehrlich gesagt schon im nächsten Supermarkt aus, da findet man teils die gleichen Artikel dutzendfach obwohl schon 2 langen würden...