Talent-Marktplatz

17. April 2016 13:42; Akt: 18.04.2016 10:12 Print

Start-up will mittellose Künstler finanzieren

Eine Schweizer Jungfirma möchte es Künstlern ermöglichen, von ihren Werken leben zu können. Das Geschäftsmodell: ein Abo für Kunst.

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Von der eigenen Arbeit zu leben und ein regelmässiges Einkommen zu erlagen – für viele Künstler bleibt das ein Wunschtraum. Das Zürcher Start-up Do Nxt will das nun ändern. Es bietet auf einer Online-Plattform eine Art Crowdfunding für Künstler unterschiedlichster Richtungen an.

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Konkret funktioniert die Website wie folgt: Musiker, Comiczeichner, Youtuber oder andere Künstler bieten ihre Inhalte in einem monatlichen Abo an. Ihre Fans zahlen ihnen einen fixen Beitrag. Dadurch sollen sich die Künstler ein planbares Einkommen erwirtschaften und neue Projekte verwirklichen können. Die Supporter erhalten als Entschädigung regelmässig die neusten Werke, der von ihnen abonnierten Künstler, also zum Beispiel Musikstücke, Comic-Strips oder Videos.

Fünf Prozent Kommission

Do Nxt ist somit eine Art Marktplatz für Talente, wie Jonas Wechsler zu 20 Minuten sagt. Er ist beim Jungunternehmen für die Künstlerbetreuung verantwortlich. Als Vermittler würde Do Nxt von den Abonnenten eine Kommission von fünf Prozent erhalten. Die Kunden bezahlen ausserdem die Transaktionskosten an den Payment-Provider. Insgesamt würden so etwa zehn Prozent des bezahlten Betrags nicht an den Künstler gehen. «Das ist vergleichbar mit dem, was Crowdfundingplattformen wie We Make It abziehen», erklärt Wechsler die Kommission.

Gründer von Do Nxt ist Joris Straatman. Der Niederländer, der schon seit zwölf Jahren im Raum Zürich wohnt, studierte ursprünglich in seiner Heimat und schloss mit einem Master of Science in Künstlicher Intelligenz ab. Erfahrungen im Start-up-Bereich sammelte er zum Beispiel beim von ihm mitgegründeten Unternehmen Sharoo, das sich auf Carsharing spezialisiert hat.

Mit Versionen in Deutsch, Niederländisch und Englisch ziehlt Straatman bewusst auf ganz Europa und nicht nur auf die Schweiz ab. Vorbild für Do Nxt war ein amerikanisches Start-up namens Patreon aus San Francisco. Allerdings stellt dieses laut Wechsler den Content weniger stark in den Vordergrund. Auch von sonstigen Crowdfunding-Plattform unterscheide sich Do Nxt einerseits wegen des längerfristigen Ansatzes und andererseits, weil man nicht kreative Gruppen, sondern vor allem Individuen und Indie-Leute anspreche.

Auch für Journalisten interessant

Eine Zielgruppe von Do Nxt sind ausserdem Journalisten. Sowohl Foodblogger als auch Magazine hätten sich bei der Plattform schon registriert, sagt Wechsler. Er sei ausserdem überzeugt, dass sich Do Nxt für Autoren, die ein Buch schreiben wollten, eigne. Sie könnten dieses dann auch stückweise verkaufen und ihren Abonnenten jeden Monat ein neues Kapitel liefern.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hell Seher am 17.04.2016 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder...

    Ständig liest man Start-up hier und da, wie toll und innovativ die alle sind,direkte Konkurrenten zu den Grossen ihrer Branche sind und sie alles im Web aufmischen werden. Nur dass viele von denen in kurzer Zeit wieder untergehen,liest man nirgends.

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  • Worm77 am 17.04.2016 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunst

    Wenn ich mir anschaue, was so alles als Kunst verkauft wird, halte ich absolut nichts von dieser Idee. Wenn ein Künstler seine Werke nicht verkaufen kann, sollte er sich fragen ob das wirklich für jemanden von Interesse ist oder ob er nicht besser was anderes machen soll.

  • Muro K. am 17.04.2016 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kunst und Schweiz passt nicht

    Kunst und Schweiz passt aus einem simplen Grund nicht zusammen. Die Kosten zwingen einem in diesem Land in irgend einem "gut" bezahlten Job Geld anzuschaffen. Das ist kein Land für Idealisten sondern für Leute welche den aktuellen Standards und Zertifizierungen hinterherrennen in der nie endenden Hoffnung sich einen besseren Platz in der Gesellschaft zu sichern. Ein gut organisiertes goldenes Käfig mit vielen Ampeln, Signalen und Wegweisern um ängstlichen Menschen den Weg im vermeintlich sicheren Käfig zu weisen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Denkpause am 18.04.2016 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich finde es bedauerlich, dass Kunst oft mit Geld abgewogen wird, oder gar zur Investition. Darf Kunst nicht einfach Kunst sein? Ist es wichtig, dass jemand von seiner Kunst leben kann? Es gibt genügend andere Verdienstmöglichkeiten.

    • artist am 18.04.2016 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      real art for real people

      Ich bin bald mit meiner Ausbildung in einer Grossbank fertig. Nebenbei ist mein grösstes Hobby die Kunst und das ist alles seeeehr teuer! Es wäre schön, wenn der Kunst ein wenig mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird und die Sachen, die ein Künstler macht auch geschätz werden. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ich weiss, dass andere meine Bilder schön finden und dafür auch mal was ausgeben.

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  • etablierter künstler am 18.04.2016 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weiter wie bisher?

    solange die kunstszene "werke" auf 2.-liga-niveau als champions-league verkauft, wird ihr ruf nie besser werden. aber das würde auch bedeuten, dass qualität nötig wäre - nicht im konzeptionellen und im anschliessend stundenlangen erklären: qualität in der ausführung ist der schlüssel. aber dazu müssten die meisten künstler erstmal fähig sein. daran zweifle ich sehr stark.

  • kurt am 17.04.2016 23:47 Report Diesen Beitrag melden

    ich kopiere beuys gratis...

    ...brauche einfach eure alte butter. das ist kunst.

  • DJ DAVE am 17.04.2016 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung

    Ich finde diese Idee unbrauchbar weil ich sicher nicht dafür zahle das es mehr Kunst gibt in dieser Welt, während andere Menschen verhungern oder obdachlos sind. Man würde lieber für solche Menschen Geld spenden, anstatt für so einen Müll

    • miau miau am 18.04.2016 08:09 Report Diesen Beitrag melden

      @DJ DAVE

      Nein stimmt, Sie zahlen lieber fürs Internet um solch unsinnige Kommentare zu posten. Warum denn nicht das Web künden und da die 50 Franken spenden?

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  • Sarkas Mus am 17.04.2016 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bin auch zu faul zum arbeiten

    Wer will meine 30 Sekunden Malkunst kaufen?

    • traditional am 18.04.2016 10:56 Report Diesen Beitrag melden

      Kunst ist nicht gleich Kunst

      ich habe an einer Zeichnung (A3) bis zu 15h und verkaufe diese bisher für 15.-. (Die Kosten für eine solche Zeichnung betragen für mich bis zu CHF 45.-) Bitte unterschätzt die Arbeit nicht. Ich mache dies als Nebenprojekt und weil es mein Hobby ist. Kunst ist ein sehr weitgreifender Begriff aber wenn man sich Mühe gibt, dann soll das auch von anderen geschätz werden.

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