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Flugverkehr
22. März 2010 12:58; Akt: 22.03.2010 16:25 Print
Streik bei British Airways fortgesetzt
Im Streit zwischen der Fluggesellschaft British Airways und den Flugbegleitern zeichnet sich auch am dritten Streiktag keine Einigung ab.
Der Streik der Flugbegleiter bei British Airways hat auch am Montag den Flugverkehr in Europa beeinträchtigt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur PA berichtete die Gewerkschaft Unite von allein 140 Flugzeugen, die am Londoner Grossflughafen Heathrow am Boden blieben. Etwa die Hälfte der rund 1.950 Flüge wurde seit Samstag annulliert. Die Gewerkschaft wollte die erste Streikphase am Montag beenden, ab kommenden Samstag soll dann ein viertägiger Ausstand folgen.
Am Frankfurter Flughafen fielen nach Angaben der Betreibergesellschaft Fraport an den drei Streiktagen Samstag bis Montag drei von fünf Flügen der British Airways nach London aus. Die Passagiere könnten aber mit anderen Gesellschaften fliegen. Allerdings könne es dort Probleme mit den Anschlussflügen geben.
Viele Reisende kamen nur mit grosser Verspätung an ihr Ziel. Carolin und Stefan Marquardt mussten zum Beispiel sieben Stunden auf ihren Heimflug nach Stuttgart warten. Da der ursprünglich geplante Heimflug aus Bangalore annulliert worden war, musste das Paar den Indienurlaub verkürzen. «Das hat mich ganz schön gestresst», sagte Carolin Marquardt der Nachrichtenagentur AP. «Ich verstehe ja beide Seiten der Auseinandersetzung, aber für Leute wie uns ist das schlecht.»
Gewerkschaft kämpft gegen Sparmassnahmen
Das Kabinenpersonal wehrt sich gegen einen geplanten Stopp von Lohnerhöhungen in diesem Jahr, die Einführung von Teilzeitarbeit für 3.000 Beschäftigte und eine Reduzierung der Flugteams von 15 auf 14 Personen auf Langstreckenflügen. Die Geschäftsleitung des angeschlagenen Unternehmens hat die Massnahmen als überlebenswichtig bezeichnet.
Gewerkschaften und Unternehmen machten unterschiedliche Angaben darüber, wie viele Mitarbeiter dem Streikaufruf gefolgt seien. Ein Airline-Sprecher sagte, knapp 98 Prozent der Mitarbeiter am Flughafen Gatwick und mehr als die Hälfte des Heathrow-Personals seien wie geplant zur Arbeit erschienen. Laut Gewerkschaft Unite waren dagegen nur 300 von 2.200 Flugbegleitern am Wochenende zur Arbeit erschienen. Die Airline betonte, dass sie rechtlich dazu verpflichtet sei, zutreffende Zahlen zu veröffentlichen.
Die Folgen des Streiks werden der Airline zufolge den Flugverkehr auch in den kommenden Tagen durcheinanderbringen. Analysten gehen davon aus, dass die Kosten des Streiks die 63 Millionen Pfund (70 Millionen Euro) übersteigen könnten, die Vorstandschef Willie Walsh mit dem umstrittenen Sparprogramm erzielen will.
(dapd)
























