09. Mai 2008 11:43; Akt: 22.05.2008 19:30 Print

Wie das Öl das Velo teurer machtWie das Öl das Velo teurer macht

Die Lage ist ernst. Der Ölpreis klettert ungehindert weiter auf schwindelerregende Höhen und bricht dabei Rekord um Rekord. Diese Woche kostete ein Barrel Rohöl erstmals mehr als 125 Dollar. Diese Preisjagd führt unweigerlich zu höheren Treibstoffpreisen. Und es kommt noch schlimmer: Auch das Velo wird deswegen teurer.

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Gerade heute haben BP, Migrol und Tamoil die Benzinpreise um drei und die Dieselpreise um zwei Rappen angehoben. Als ob dies noch nicht reichen würde: Inzwischen hat die Abhängigkeit vom schwarzen Gold eine Dimension erreicht, welche die Vorstellungskraft des Normalbürgers bei weitem übersteigt. Schweizerinnen und Schweizern droht nämlich für 2009 beim Velo – dem mit Abstand umweltfreundlichsten Fortbewegungsmittel der Welt – eine massive Preiserhöhung. «Das Fahrrad besteht zu 99,9 Prozent aus Erdöl», erklärt Peter Hofstettler, Geschäftsführer und Mitinhaber des Veloimporteurs Intercycle das Problem. «Egal ob Reifen, Fahrradlenker, Bremsscheiben oder Felgen. Beinahe jedes dieser Einzelteile kommt bei der Produktion mit Rohöl in Kontakt.»

Damit nicht genug: In der Schweiz sind die Lohnkosten und Sozialleistungen für Arbeitnehmer im internationalen Vergleich hoch. Deshalb wird der Löwenanteil der Drahtesel in Asien – China, Vietnam, Kambodscha oder Taiwan – hergestellt. Zudem zwingt der ständige Kostendruck die Branche zu immer skurrileren Massnahmen. «Viele Einzel- und Ersatzteile lassen wir in der Schweiz herstellen. Dann senden wir diese Halbfertigfabrikate nach China und lassen diese dort zusammensetzen», sagt Hofstettler. Zudem arbeiten die Maschinen in China mit Diesel. Zu guter Letzt wird das Endprodukt via Land-, Luft, oder Seeweg zurück in die Schweiz transportiert. Im Klartext: die horrenden Treibstoffpreise liessen diese Kosten in den letzten Monaten explodieren.

Deshalb ist für den Veloimporteur klar: Dieser Teufelskreis führt beim Velo unweigerlich zu Preiserhöhungen. «In diesem Jahr mussten wir bereits die Preise für Ersatzteile um 10 bis 15 Prozent anheben», so Hofstettler. Ochsner Sport – Marktleader im Sportdetailhandel – lässt ausrichten, dass es vorerst keine Preiserhöhungen geben werde. Peter Hofstettler sieht das anders: «Ich gehe davon aus, dass sich die Velopreise im nächsten Jahr um etwa 15 Prozent erhöhen werden». (scc/ Vasilije Mustur)

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