Texas

31. August 2017 16:05; Akt: 31.08.2017 16:29 Print

Sturm Harvey legt Schweizer Firmen lahm

Houston ist der wichtigste US-Standort der Öl- und Chemieindustrie. Aus Sicherheitsgründen haben einige Schweizer Unternehmen den Betrieb heruntergefahren.

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Sorge um Giftstoffe: Mindestens fünf Giftmüll-Lager nahe Houston wurden überschwemmt, hier das Highlands Acid Pit. (31. August 2017) Geld aus Washington soll helfen: Überflutetes Haus in Texas. (1. September 2017) Firma bestätigt Vorfall: Zwei Explosionen in überfluteter Chemiefabrik in Texas. Explosionsgefahr bei Arkema: Ein Lastwagen bahnt sich einen Weg durch die Wassermassen, um die Chemiefabrik zu erreichen. (30. August 2017) Die Stiftung von Schauspieler Leonardo DiCaprio spendet eine Million Dollar für Betroffene des Sturms. Viele weitere Stars spendeten Geld für die Betroffenen des Sturms. Schauspielerin Sandra Bullock gab eine Million Dollar an das Rote Kreuz. Die Betroffenen brauchen jede Hilfe, die sie kriegen können: Zwei Frauen umarmen sich mitten in den Fluten von Houston. (30. August 2017) Harvey zieht nach Norden weiter: Anwohner bahnen sich ihren Weg durch die Strassen in Houston, Texas. (30. August 2017) Ein Helfer watet durch das kniehohe Wasser. Mit Booten und zu Fuss: Menschen bringen sich vor dem Sturm Harvey in Sicherheit. (28. August 2017) Kampf gegen die Fluten: Eine Gruppe von Männern schiebt einen Wagen durch die überschwemmten Strassen in Houston. (27. August 2017) Laut Vorhersagen soll die viertgrösste Stadt der USA auch in den kommenden Tagen von schweren Regenfällen heimgesucht werden. Kämpft mit dem Sturm Harvey: Die viertgrösste Stadt der USA – Blick auf Downtown Houston. (27. August 2017, Ortszeit) Zahlreiche Highways sind überflutet wie dieser in Houston. (27. August 2017) Die Skyline Houstons vom überfluteten Highway 288 aus gesehen. (27. August 2017) Menschen helfen sich gegenseitig im Quartier Hidden Valley in Houston. (27. August 2017) Eine Frau trägt ihren Hund Simba, nachdem sie ihr Haus in Houston verlassen musste. (27. August 2017) Auch das Harris County ist stark von den Überschwemmungen betroffen: Ein Sheriff des Bezirks eilt einem Mann zu Hilfe, der mit seinem Auto stecken geblieben ist. (27. August 2017) Der Autohalter kann aus den Fluten gerettet werden. Wegen der schweren Überschwemmungen in Texas hat der US-Staat 3000 Mitglieder der Nationalgarde und der Staatsgarde aktiviert. 500 Fahrzeuge und 14 Flugzeuge sind im Einsatz. Nachbarschaftshilfe: Mit ihren eigenen Booten helfen die Menschen in Friendswood einander bei der Evakuierung. Überfluteter Friedhof in Pearland. Verwüstung am Hafen von Port Lavaca: Dieses Boot fiel dem Unwetter zum Opfer. (27. August 2017) Der Fluss Brays Bayou ist übergelaufen: Zwei Männer in einem Kajak kämpfen gegen das Wasser an. Kein Land in Sicht: In Pearland steht eine Werbetafel einer Immobilienfirma unter Wasser. Hurrikan fegt über Texas: Nahe Victoria wurde ein Wohnmobil Opfer von Harvey. (26. August 2017) Auch dieser LKW nahe Edna konnte dem Sturm nicht standhalten. Der Sturm hat in Fulton, Texas, eine Schneise der Verwüstung hinterlassen... ...und Häuser abgedeckt. (26. August 2017) Der Hurrikan hat sich am Sonntagmorgen zu einem Tropensturm abgeschwächt, der andauernde Regen stellt aber noch eine grosse Gefahr dar: Auch Einhörner müssen als Rettungsboote herhalten. (26. August 2017, Ortszeit) Ein Restaurant im Süden Texas erlitt Totalschaden. Auch in Bayside hinterliess Harvey ein Bild der Verwüstung. Die Nasa veröffentlicht eindrückliche Bilder: Die Naturgewalt ist auch aus dem All von der ISS zu sehen. Hurrikan Harvey hat gewütet: Umgeknickte Ampel in Corpus Christi. (25. August 2017) Ein Baum blockiert eine Strasse in Corpus Christi. Harvey erreichte Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h: Ein Autofahrer bahnt sich seinen Weg durch Corpus Christi. Mit peitschendem Regen ist Harvey am späten Freitagabend auf Land getroffen. Die Nasa veröffentlicht eindrückliche Bilder: Das Auge des Hurrikans von der ISS aus gesehen. Harvey könnte der schwerste Sturm seit 12 Jahren werden. (25. August 2017) Noch halten sich einige Bewohner am Strand auf. (25. August 2017) Die Situation in Corpus Christi, Texas: Ein Lastwagen ist bereits in Schräglage geraten. (25. August 2017) In Crystal Beach sorgte Harvey bereits für meterhohe Wellen. (25. August 2017) Nicht mehr mobile Menschen wurden mit dem Krankenwagen evakuiert. «Sei nett, Harvey»: Für den Sturm wurde an der Wand eines Ladens in Port Aransas eine Botschaft hinterlassen. (24. August 2017) Lebensmittelläden sind bereits leer gekauft und ... ... die Bewohner von Corpus Christi bereiten sich auf die Evakuierung vor. Die Menschen warten auf einen Bus, ... ... der sie nach San Antonio bringen soll.

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Die Auswirkungen des Wirbelsturms Harvey in der Region Houston hat diverse Schweizer Firmen zur Betriebsschliessung gezwungen. Da Houston der wichtigste US-Handels- und Produktionsstandort der Öl- und Chemieindustrie ist, trifft es Firmen in diesen Branchen besonders.

Beim Technologiekonzern ABB sind 600 Mitarbeiter betroffen. Vor Ort würden gruppeneigene Krisen-Teams eingesetzt, die sich um die Angestellten kümmern, sagte Mediensprecher Domenico Truncellito der Nachrichtenagentur SDA. In der Krisenregion betreibt der Konzern ein Demo- und Trainingscenter sowie einen Vertrieb für lokale Kunden. Aus Sicherheitsgründen habe ABB diese nun geschlossen, wie der Mediensprecher sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der «AZ Nordwestschweiz» vom Donnerstag.

Schäden an den ABB-Gebäuden in Houston seien bislang aber keine entstanden. Zudem befinden sich keine Produktionsanlagen des Konzerns in der Krisenregion. Neben dem internen Hilfsprogramm sei zudem eine Spendenaktion lanciert worden.

Betriebsaufnahme bei Panalpina

Der Logistikkonzern Panalpina hatte den Betrieb seiner Niederlassung in Houston aus Sicherheitsgründen Anfang der Woche eingestellt. Heute, Donnerstag, werde er wieder aufgenommen, teilte Panalpina am Donnerstag mit.

Die Niederlassung habe Windschäden erlitten, sei aber trocken geblieben und am Strom angeschlossen, sagt Panalpina-Sprecherin Sara Vermeulen auf Anfrage der SDA. Weil der Hafen von Houston geschlossen ist, hatte Panalpina den Kunden alternative Routen für ihre Warenkette angeboten. Das Unternehmen startete eine Sammelaktion, um Betroffene zu unterstützen.

Panalpina ist ein bedeutender Logistikanbieter für die Ölindustrie. Seit dem Wirbelsturm haben Konzerne wie Shell und ExxonMobil Raffinerien und Produktionsanlagen geschlossen.

Zu den Chemiefirmen, die diverse Produktionstätte herunterfahren mussten, zählt auch der 40 Milliarden Dollar Umsatz schwere Chemiekonzern Ineos mit Sitz in Rolle VD. Ebenso schloss Huntsman, der designierte Fusionspartner des Chemiekonzerns Clariant, seinen Hauptsitz in der texanischen Millionenmetropole. Die Produktionsstätten in den betroffenen Gebieten sind laut Huntsman sicher eingestellt worden.

Explosion nach Evakuierung

Der französische Konzern Arkema hatte den Betrieb ihrer überfluteten Chemiefabrik in Crosby ausserhalb Houstons aus Sicherheitsgründen bereits letzten Freitag geschlossen. Auch die Anwohner im Umkreis waren bereits vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Trotzdem kam es am Donnerstag zu zwei Explosionen.

Die in der Fabrik gelagerten Chemikalien müssten dringend gekühlt werden, warnte der Chef der US-Filiale, Kenneth Rowe, am Vortag. Das Wasser in der Fabrik stehe 1,80 Meter hoch, jegliche Stromversorgung sei ausgefallen, so dass eine Explosion nicht mehr zu verhindern sei.

In der Arkema-Anlage wurden organische Peroxide produziert, die für die Herstellung von Plastik und von Pharmaprodukten verwendet werden.

Deutsche Chemie auch beeinträchtigt

Beeinträchtigt wurde auch die Produktion des deutschen Chemieriesen BASF in Texas ist. Am Verbundstandort in Freeport seien aufgrund von Engpässen bei der Rohstoffversorgung einige Anlagen heruntergefahren worden, erklärte eine Sprecherin des Chemiekonzerns.

Der Standort in Port Arthur laufe derzeit mit reduzierten Kapazitäten. Dort betreibt BASF einen der weltgrössten Steamcracker – eine petrochemische Grossanlage, die aus Rohbenzin wichtige Ausgangsstoffe für die Kunststoffherstellung gewinnt. Ebenfalls zu Standortschliessungen kam es beim deutschen Spezialchemiekonzern Evonik. Betroffen seien kleinere Werke in Pasadena und Deer Park mit insgesamt etwa 80 Mitarbeitern.

Benzin wird knapp

Wegen des Ausfalls von Raffinerien in Texas und Louisiana durch die vom Wirbelsturm Harvey angerichtete Flut wird in den USA das Benzin knapp. Dies treibt an den Terminmärkten die Benzin-Futures immer höher. Erstmals seit 2015 kostete eine Gallone (3,8 Liter) am Donnerstag zwei Dollar.

Mindestens 4,4 Millionen Barrel am Tag können derzeit nicht verarbeitet werden. Das entspricht etwa einem Viertel der gesamten US-Kapazitäten, wie Unternehmen und die Nachrichtenagentur Reuters schätzen.

(kfi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Diege Morales am 01.09.2017 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA-gesteuerte Weltpresse, Einheitsbrei

    Es ist wieder einmal bezeichnend. Über die USA wird geschrieben, über Südostasien (Verwüstungen Monsun) und den Tornado in Camaguey Kuba nicht.

  • BÄERLI am 31.08.2017 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossfirmen

    Sollen wir nun auch noch mitleid zeigen für die Konzernmultis.

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  • NOT am 31.08.2017 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach die armen Firmen

    ja das tut mir jetzt schon noch aber leid wegen deren Umsatz. Da kann ich ja Nachts fast nicht mehr schlafen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat am 03.09.2017 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Beileid

    Ja, es ist nicht schön in Texas im Moment. Aber mein Mitleid hält sich in Massen. Der Staat der Staaten, welcher wie kein anderer Staat auf den Staat schwört. Sprich, so wenig Einmischung in die Wirtschaft, um so besser, bittet oder eher bettelt jetzt den Staat an. Fast wie die Walliser.

  • Nina am 03.09.2017 21:26 Report Diesen Beitrag melden

    Dort zu, hier entlassen

    In Housten Betriebsreduktion. Dann werden in der Schweiz Leute entlassen, um Kosten zu sparen. Ich wette mich euch!

  • Snooker am 02.09.2017 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RESPEKT

    Sicherheit geht vor.

  • MeineHeimat am 01.09.2017 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das Gleiche

    Unglaublich wie rücksichtslos die Amis mit Schweizerfirmen umgehen.

    • MeineHeimat am 02.09.2017 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MeineHeimat

      Zur Klärung an die Begriffsstutzigen: Es war sarkastisch gemeint in Bezug auf den Titel des Artikels.

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  • Heinz G am 01.09.2017 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Chemie Basel

    Ich glaube kaum das die Flut die Chemie Industrie in Basel erreichen wird. Der Rhein verfügt über genügend Hochwasserschutz. Also wieso die Aufregung. Wir sollten endlich mal eigenständig sein und nicht immer auf die EU hören.