Vor Börsengang

15. Mai 2012 09:28; Akt: 15.05.2012 14:27 Print

Zuckerberg will noch mehr Geld

Vor dem mit Spannung erwarteten Börsengang hat Facebook laut Berichten die Preisspanne erhöht. Damit blühen den Besitzern zusätzliche 12 Milliarden Dollar.

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Der Facebook-Gründer hielt bisher 533,8 Millionen Aktien, wird sich aber von 30 Millionen trennen, um Steuern zu bezahlen. Sein verbliebener Anteil ist zum Startpreis von 38 Dollar je Aktie rund 19,1 Milliarden Dollar wert. Zudem wird er auch nach dem Börsengang fast 60 Prozent der Stimmrechte kontrollieren. Dieser junge Mann hatte das Glück, sich das Zimmer im Harvard-Studentenwohnheim mit Mark Zuckerberg zu teilen. Er wurde zu einem Mitstreiter in der Anfangszeit von Facebook. 2008 verliess er das Unternehmen, behielt aber seinen Anteil und will sich auch beim Börsengang nicht davon trennen. Die 133,7 Millionen Aktien sind zum Börsenstart knapp 5,1 Milliarden Dollar wert. Einst war er an der Musiktauschbörse Napster beteiligt und galt als «Bad Boy» des Silicon Valley. Doch Parker bewies ein ums andere Mal ein Gespür für gute Internet- Geschäftsideen, was ihn zum Milliardär machte. Bei Facebook war er der erste Präsident und half Zuckerberg, aus der Netzwerk-Idee ein Geschäft zu machen. Seine gut 69,6 Millionen Aktien sind zum Börsengang über 2,6 Milliarden Dollar wert. Er behält sie alle. Die Managerin, die von Zuckerberg persönlich bei Google abgeworben wurde, gilt als die Architektin von Facebooks Milliardenumsätzen. Der Börsengang wird sie zur Milliardärin machen: Zusammen mit bald fällig werdenden Optionen kommt sie auf rund 41,2 Millionen Aktien im Wert von über 1,56 Milliarden Dollar allein zum Ausgabepreis. Die Investmentfirma war durch ihren Partner, James Breyer (im Bild ganz rechts anlässlich einer Veranstaltung am WEF), unter den ganz frühen Facebook-Geldgebern - und das zahlt sich jetzt aus. 2005 steckte Accel 12,7 Millionen Dollar in das damals noch winzige Online-Netzwerk. Zuletzt hielten Breyer und Accel knapp 201,38 Millionen Aktien, die zum Börsenstart 7,65 Milliarden Dollar wert sind. Davon versilbern sie 49 Millionen Aktien beim Börsengang - das sind immerhin 1,86 Milliarden Dollar. Der russische Internet-Investor kam mit seiner Firma DST relativ spät bei Facebook an Bord und musste entsprechend einige hundert Millionen Dollar lockermachen. Er kann sich trotzdem auf einen fetten Gewinn freuen. Seine 131,3 Millionen Aktien sind knapp 5 Milliarden Dollar wert. Der Russe macht beim Börsengang ordentlich Kasse: Über 45,6 Millionen Aktien im Wert von 1,73 Milliarden Dollar werden verkauft - fast 20 Millionen Papiere mehr als Milner zunächst loswerden wollte. In einem Jahr darf er weitere Aktien abstossen. 2006 kaufte sich der Software-Konzern mit 1,6 Prozent bei Facebook ein und zahlte dafür 240 Millionen Dollar. Nun will Microsoft-Chef Steve Ballmer beim Börsengang 6,56 Millionen Aktien verkaufen. Dadurch bekommt er in etwa den Einstandspreis zurück. Die restlichen 26,2 Millionen Facebook-Aktien behält Microsoft im Wert zwischen Er soll einst Zuckerbergs bester Freund gewesen sein, und hatte viel Zeit und Geld in Facebook investiert. Doch dann wurde der brasilianisch-stämmige Eduardo Saverin von Zuckerberg und Sean Parker ausgetrickst. Savarin klagte zwar, doch ist unklar, wieviel Geld er herausholen konnte. Gemäss Forbes ist Saverin mit weniger als 5 Prozent der Aktien an Facebook beteiligt. Seit Januar 2009 steht er als «Mitbegründer» im Impressum von Facebook. Ihnen soll Mark Zuckerberg die Idee für Facebook gestohlen haben: Die Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss hatten zu Studienzeiten ihren Kommilitonen Zuckerberg als Programmierer für eine soziale Website engagiert. Die beiden Parteien prozessierten, 2008 schien der Streit mit einem Vergleich abgeschlossen zu sein. Die Brüder versuchen aber weiter, Zuckerberg vor Gericht zu ziehen. Beim Börsengang von Facebook werden sie leer ausgehen. Es bleiben ihnen lediglich die aus dem Vergleich.

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Facebook wird zu seinem Börsengang von Anlegern überrannt. Die Nachfrage nach den Aktien des boomenden sozialen Netzwerks ist derart gross, dass die Anteilsscheine nun zu höheren Preisen verkauft werden.

Facebook erhöhte die Preisspanne auf 34 bis 38 Dollar je Aktie. Bislang waren 28 bis 35 Dollar angepeilt. Damit wäre der Internet-Konzern zwischen 93 und 104 Mrd. Dollar wert. Das weltgrösste soziale Netzwerk käme so auf eine grössere Marktkapitalisierung als Hewlett-Packard und Dell zusammen.

Der endgültige Preis wird allerdings erst kurz vor dem ersten Handelstag an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq bekanntgegeben. Das dürfte der kommende Freitag sein. Facebook ist der grösste Internet-Börsengang aller Zeiten.

Allein in Asien sei die Nachfrage nach Facebook-Aktien 25 Mal höher als das Angebot, schrieb die «New York Times». Mit der hohen Nachfrage gilt auch als sicher, dass die sogenannte Mehrzuteilungsoption gezogen wird. Das ist eine Art Reserve der Banken - im Falle von Facebook würden damit weitere 50 Millionen Aktien platziert und die Gesamteinnahmen stiegen auf gut 14,7 Mrd. Dollar.

Mit der Anhebung der Preisspanne hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg aufkeimende Zweifel am Erfolg des Börsengangs vom Tisch gewischt. In den vergangenen Tagen war vor allem das noch schwach ausgebaute Facebook-Geschäft auf den Smartphones und Tablet-Computern in den Fokus gerückt. In den Apps taucht viel weniger Werbung auf als auf der Website - entsprechend dürftig sind die Einnahmen von Facebook.

Wette auf die Zukunft

Erst Ende April verunsicherte Facebook Beobachter zudem mit dem ersten Umsatzrückgang zum Vorquartal seit mindestens zwei Jahren. Facebook kämpft gegen Google um die wertvolle Zeit der Internetnutzer, die sich wiederum bei Werbekunden in bares Geld verwandeln lässt.

Ob Facebook den Boom auch nachhaltig auf die Börse übertragen kann, muss sich erst noch zeigen. Die Bewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar ist eine grosse Wette auf die Zukunft: Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen gerade mal 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und 1 Milliarde Dollar Gewinn.

Facebook wird also mit dem 100-Fachen des aktuellen Gewinns bewertet. Im Vergleich: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Google beträgt knapp 15. Bei Apple liegt das KGV bei 13.

Der Aufschlag bei der Preisspanne füllt vor allem einem Mann das Konto: Mark Zuckerberg. Der Gründer und Firmenchef ist auch der grösste Anteilseigner. Er wird eigene Aktien unters Volk bringen. Der Anteil von Zuckerberg wird mit jedem zusätzlichen Dollar beim Aktienkurs rund 500 Mio. Dollar mehr wert sein. Schon jetzt gehört der 28- Jährige zu den reichsten Menschen der Welt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Börsen-Guru am 16.05.2012 04:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gerne erinnere ich

    an den Hype mit dem Börsengang der D-Telekomm-Aktien von Ron Sommer .... schau'n mer mal! Die sind heute nur noch ein Bruchteil vom Emissions-Wert ...

  • Mark Kohlenberg am 15.05.2012 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Mit dieser Aktie kann mann verdienen....

    Mit dieser Aktie kann man sehr gut Geld verdienen. Indem man "Short" geht. So was überbewertetes habe ich schon lange nicht gesehen. Der Börsenwert sollte höchstens das zehnfache vom Umsatz sein. 30 Milliarden. Doch damit wäre sie für mich immer noch zu hoch.

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  • Realist am 15.05.2012 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    FB ist am Ende

    Kennt jemand MySpace? oder Altavista? SecondLife? FB wird wie alle anderen untergehen. Ist nur eine Frage der zeit. Ich glaube die iNet blase habe irgendwie alle vergessen. Der untergang sieht so aus: Zuerst mehr Werbung, dann "VIP"-Abos für alle Funktonen und dan der Tod. ;D

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Börsen-Guru am 16.05.2012 04:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gerne erinnere ich

    an den Hype mit dem Börsengang der D-Telekomm-Aktien von Ron Sommer .... schau'n mer mal! Die sind heute nur noch ein Bruchteil vom Emissions-Wert ...

  • Patrick Lenhart am 15.05.2012 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Flop

    das F im Logo von Facebook steht nicht für Facebook sondern für Flop

    • Tim am 15.05.2012 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt!!

      Problem ist nur, dass hier wieder wirtschaftlicher Schaden angerichtet wird!!!

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  • GAB am 15.05.2012 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook Aktien kaufen?

    Zuckerberg & Co. zeigen damit, dass sie nur abzocken wollen und bestrafen damit auf unfaire Art die zukünftigen Aktionäre. Sobald der Rummel sich beruhigt und die echten Ertragszahlen bekannt werden, wird der Aktienkurs massiv nach unten korrigiert. Tip: Vorderhand keine Aktien kaufen und abwarten, so wird ein zukünftiger Verlust vermieden.

  • robin zahner am 15.05.2012 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krieg dem herrn zuckerberg

    Ladet euch alle social fixer runter, ein addon in diversen browsern. ihr koennt damit nervige werbung blockieren (zuckerberg einen strich durch die rechnung machen), posts als gelesen markieren damit sie nicht mehr erscheinen, eigene designs für fb nutzen, sehen wer euch aus der freundesliste löscht und vieles mehr. dann gibts da noch stop facebook und stop google damit die beiden seiten nicht mehr aufzeichnen koennen welche seiten ihr besucht und somit keine werbeinnahmen machen koennen:-) es leben die browser addons!! geldgeiler sack dieser zuckerberg!!!

  • Realist am 15.05.2012 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    FB ist am Ende

    Kennt jemand MySpace? oder Altavista? SecondLife? FB wird wie alle anderen untergehen. Ist nur eine Frage der zeit. Ich glaube die iNet blase habe irgendwie alle vergessen. Der untergang sieht so aus: Zuerst mehr Werbung, dann "VIP"-Abos für alle Funktonen und dan der Tod. ;D

    • Marco am 15.05.2012 11:39 Report Diesen Beitrag melden

      Facebook

      Genau, wollte das gleiche scheiben.... Is nur eine Frage der Zeit...

    • Tomas Bron am 15.05.2012 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht vergleichbar

      den Erfolg von Facebook kann man nicht mit myspace etc. vergleichen...fast jeder Weltweit kennt Facebook..in jedem Alter wird es genutzt...Facebook wird noch lange lange da sein..ob man es nun will oder nicht..es hat sich eingeprägt in den Alltag..es gehört nun einfach "dazu"

    • Trudi am 15.05.2012 15:17 Report Diesen Beitrag melden

      SecondLife

      SecondLife war doch ein reines Medienphänomen. Ich kenne keinen einzigen der das je gespielt hat.

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