Erdölindustrie

27. Februar 2012 13:32; Akt: 27.02.2012 13:34 Print

Milliardenverlust bei Transocean

Ein sehr hoher Abschreiber auf dem Firmenwert und Rückstellungen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko stürzen den Ölbohrkonzern Transocean tiefer in die roten Zahlen.

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Die Transocean-Bohrplattform «Deepwater Horizon», auf welcher der britische BP-Konzern Öl förderte, explodierte am 20. April 2010. (Bild: Keystone)

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Für das vierte Quartal 2011 muss das historisch in den USA verankerte Unternehmen Transocean, das an der Schweizer Börse kotiert ist, einen Verlust von 6,12 Mrd. Dollar hinnehmen.

Schon im Schlussquartal 2010 musste der Konzern ein Minus von 799 Mio. Dollar ausweisen. Dass jetzt ein Abschreiber auf dem Firmenwert (Goodwill) erfolge, hat Transocean schon vergangene Woche angekündigt. Am Montag nun bezifferte das Unternehmen den Abschreiber auf 5,2 Mrd. Dollar.

Dazu kommt, dass Transocean 1 Mrd. Dollar für das Unglück auf der Ölförderplattform «Deepwater Horizon» zurückstellt, in dessen Folge im Sommer 2010 den Golf von Mexiko und die Küste des US-Staates Louisiana verpestet wurden. Je nach dem, wie Gerichte über die Folgen des Desasters entscheiden, könnte sich dieser Betrag aber noch verändern, teilte der Konzern mit.

Aussergerichtliche Einigung wahrscheinlich

Die Transocean-Bohrplattform «Deepwater Horizon», auf welcher der britische BP-Konzern Öl förderte, explodierte am 20. April 2010. Dabei kamen elf Arbeiter ums Leben. Der Ausfluss von Öl konnte erst im Juli 2010 gestoppt werden.

Ausser Transocean sind auch BP und der Fördertechnikdienstleister Halliburton im Visier der Justiz. Der Beginn des Prozesses ist am Montag aber um eine Woche verschoben worden. Analysten halten es für möglich, dass sich die Konzerne für ihre Mitverantwortung am Unglück aussergerichtlich einigen werden.

Der Umsatz des Konzerns stieg zwischen Oktober und Dezember um acht Prozent auf 2,42 Mrd. Dollar. Transocean ist ein Unternehmen mit Wurzeln in den USA, das vor einiger Zeit seinen Sitz in die Schweiz verlegt hat und heute eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht ist.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave am 27.02.2012 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Landesverweis auch für Firmen

    Die Firma Transocean ist echt ein Imagesupergau für die Schweiz, da diese in diverse nicht ganz transparente Geschäfte involvierte Firma bei allen Negativmeldungen immer als Schweizer Firma bezeichnet wird, was sie ja eigentlich nicht ist. Kann man eine Firma ohne Bezug zur Schweiz, welche nur zum Steuersparen hier ansässig ist eigentlich auch des Landes verweisen bzw. einfach die Kotierung an der Schweizer Börse widerrufen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dave am 27.02.2012 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Landesverweis auch für Firmen

    Die Firma Transocean ist echt ein Imagesupergau für die Schweiz, da diese in diverse nicht ganz transparente Geschäfte involvierte Firma bei allen Negativmeldungen immer als Schweizer Firma bezeichnet wird, was sie ja eigentlich nicht ist. Kann man eine Firma ohne Bezug zur Schweiz, welche nur zum Steuersparen hier ansässig ist eigentlich auch des Landes verweisen bzw. einfach die Kotierung an der Schweizer Börse widerrufen?

    • Tell am 27.02.2012 19:10 Report Diesen Beitrag melden

      Rosinen-Picker

      Tja, so einfach dürfte das nicht sein. Und ausserdem zahlt so eine Firma ja auch Steuern, die nehmen wir doch gerne, oder?

    • Stüssi am 27.02.2012 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Antwort

      Nein, man kann keine Firma ausweisen. Hingegen könnte sie von einem ygericht gelösvht werden, das aber triftige Gründe erfordert und ein solches Verfahren kann gut und gerne 5 Jahre dauern. Hingegen ist eine Firma mit Sitz in der Schweiz eben eine Schweizer Firma so wie viele Konzerne auch, obwohl der grösste Teil des Umsatzes nicht in der Schweiz erzielt wird, dazu gehören auch einige Banken.

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