Musikgeschäft

19. Dezember 2011 15:35; Akt: 20.12.2011 08:51 Print

SUISA hört in Diskotheken mit

Die Musik-Verwertungsgesellschaft SUISA will genauer wissen, was für Musik in Schweizer Diskotheken und Nachtlokalen aufgelegt wird.

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Die Discos zahlen der SUISA zurzeit eine auf ihrem Umsatz basierende Abgabe, im Mittel rund 10 000 Franken im Jahr. (Bild: Keystone)

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Es ist kein Lauschangriff, auch wenn es danach aussieht: In gegen 40 Lokalen hat die SUISA Kästchen installieren lassen, die die gespielte Musik - ausgenommen Live-Darbietungen - aufzeichnen. «Wir sind in der Installationsphase», bestätigte Vincent Salvadé, Vize-Generaldirektor der SUISA, einen Bericht des Westschweizer Radios vom Montag. Ziel ist, die erhobenen Urheberrechts-Abgaben besser aufzuteilen. Höher werden sollen die Abgaben an die SUISA nicht.

Die SUISA will bis in einigen Monaten 50 Lokale mit Aufnahmegeräten ausstatten. Die aufgezeichneten Daten werden via Internet nach Paris zur Sacem (Société des Auteurs, Compositeurs et Editeurs de musique) gesandt, die in Frankreich die Urheberrechte in der Musik verwaltet.

95 Prozent automatisch erkannt

Die Sacem garantiere, dass 95 Prozent der gespielten Titel erkannt würden, sagte Salvadé. Bei einem guten Teil werde des aufgrund der übermittelten Daten automatisch möglich sein. Ein Team von Musikern versuche, die übrigen Titel zu erkennen. In der Schweiz gibt es ungefähr 500 Diskotheken und Musikklubs.

«Wir haben zwei Universitätsprofessoren aus Zürich beauftragt, eine repräsentative Stichprobe festzulegen.» Berücksichtigt wird dabei die Musik im Angebot der Lokale: Techno, Rock oder Gesellschaftstänze.

Die Lokale zahlen der SUISA zurzeit eine auf ihrem Umsatz basierende Abgabe, im Mittel rund 10 000 Franken im Jahr. Massgebend sind der Publikumsaufmarsch, der Eintrittspreis und der Preis für Getränke.

Kein Einfluss auf die Tarife

Diese Tarifgestaltung ist seit 2006 in Kraft und für 2012 verlängert worden. Für 2013 sind Gespräche im Gang. Der Einsatz der Aufnahmegeräte würden den Tarif nicht mitbestimmen, unterstrich Salvadé.

«Er wird es uns aber erlauben, uns genauere Vorstellungen zu machen von den gespielten Künstlern.» Ebenso werde es möglich sein, die Pauschalbeträge für Urheberrechte gerechter auf die Berechtigten zu verteilen.

Die SUISA wurde 1923 gegründet. Sie hat rund 30 000 Mitglieder in der Schweiz und in Liechtenstein. Sie setzt pro Jahr rund 150 Millionen Franken um und hat in Zürich, Lausanne und Lugano insgesamt ungefähr 200 Mitarbeitende.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • paul real am 19.12.2011 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Organisation sollte man

    Abschaffen.

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  • musiclover am 19.12.2011 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    hoffentlich

    also ich hoffe diese 150 Mios gehen auch an die Künstler und nicht an irgendeinen CEO, den sonst beginne ich sofort wieder alle Musik die ich höre herunterzuladen (im moment kaufe ich die Musik da ich einen Musiker kenne der fast keine platten verkauft aufgrund von Musikdownloads)

  • Ruedi M. am 19.12.2011 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wie es ist

    In der von mir gehörten Musik stecken sicherlich die restlichen 5%.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mario Cipollina am 19.12.2011 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Tarif

    der Tarif ist vordefiniert, die Geräte helfen nur dabei zu ermitteln, wie man das Geld genauer verteilen soll. Die Clubs bezahlen sowieso eine Pauschale.

  • Der Mathe... am 19.12.2011 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Zahl

    Kann mir jemand sagen um welcher Zahl es sich handeln soll 30`0000.... "Die SUISA wurde 1923 gegründet. Sie hat rund 30'0000..."

  • Mike am 19.12.2011 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wie hoch ...

    Wie hoch sind die Eigenkosten der SUISA (Lohn, Gebäude, etc)???

    • Adi Z. am 19.12.2011 21:49 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht die Bohne.

      Es gibt auch andere Verteilschlüssel, die der Wahrheit ohne Kästchen nahekommen.

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  • hans muster am 19.12.2011 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    techno und rock?

    ist sicher ein guter ansatz wenn auch die künstler geld erhalten, deren musik auch gespielt wird. aber ich glaub techno und rock machen sicher nicht die mehrheit der clubs aus... nicht mal die hälfte... ich glaube da gäbe es sinnvollere genres, aber das kommt hoffentlich später.

  • Phil am 19.12.2011 17:16 Report Diesen Beitrag melden

    Verwertungsgesellschaft

    Verwertungsgesellschaft, schon alleine das Wort hinterlässt einen schalen Beigeschmack im Mund. Könnte diese Genossenschaft meine Grossmutter post mortem noch verwerten, ich glaube sie würden's tun, insofern es ordentlich Profit abwirft. Das beste ist: "Aufnahmegeräte würden den Tarif nicht mitbestimmen".... wer's glaubt wird seelig, zu welchem Zweck werden die Aufnahmegeräte sonst installiert?

    • Mario Cipollina am 19.12.2011 22:23 Report Diesen Beitrag melden

      Tarif

      der Tarif ist vordefiniert, die Geräte helfen nur dabei zu ermitteln, wie man das Geld genauer verteilen soll. Die Clubs bezahlen sowieso eine Pauschale.

    • Billie Joe am 20.12.2011 07:04 Report Diesen Beitrag melden

      die Richtigen

      Die Frage ist einfach zu beantworten. So kommen die Songwriter die wirklich gespielt wurden etwas Geld und nicht einfach die, die eh schon viel bekommen!

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