Banken

28. Februar 2017 17:42; Akt: 28.02.2017 17:42 Print

So fressen Negativzinsen das Ersparte weg

von F. Lindegger - Fürs Sparen gibt es von den Banken praktisch keine Belohnung mehr in Form von Zinsen. Drei Beispiele zeigen, wie sich die tiefen Zinsen aufs Ersparte auswirken.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer sein Geld einer Bank anvertraut, erhält dafür fast keinen Zins mehr. Bei Privatkontos beträgt dieser vielerorts sogar 0 Prozent. Im Gegenteil: Banken verlangen immer mehr Gebühren für die Kontoführung, Debit- und Kreditkarten oder für den Zahlungsverkehr. Bei Sparkontos sieht es aus Kundensicht etwas besser aus. Bei den meisten Banken fallen dort keine Gebühren an und Zinsen – wenn auch sehr tiefe – gibt es weiterhin.

Umfrage
Wissen Sie, wie hoch die Gebühren Ihrer Bank sind?
70 %
23 %
3 %
4 %
Insgesamt 1221 Teilnehmer

Seit Januar 2015 müssen Banken auf Guthaben, die sie bei der Schweizerischen Nationalbank SNB haben, 0,75 Prozent Zinsen bezahlen. Bisher haben die Banken diesen Negativzins nur zögerlich direkt an die Kunden weitergegeben. Als bisher einzige Bank wälzt die Alterantive Bank Schweiz (ABS) die Negativzinsen auf sämtliche Kunden ab. Auf dem Alltagskonto betragen diese -0.125 Prozent. Wer mehr als 100'000 Franken auf dem Sparkonto hat, bezahlt 0,75 Prozent Negativzinsen. Auch bei anderen Banken gibt es teilweise Negativzinsen, allerdings nur für sehr vermögende Kunden, die beispielsweise Beträge über einer Million auf dem Konto haben.

Drei Szenarien für Sparer

Wie sich Zinsen auf die Gelder von Kleinsparern auswirken, zeigen die folgenden Berechnungen von Benjamin Manz, CEO und Mitgründer vom unabhängigen Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch. Er hat für 20 Minuten drei Szenarien für Sparkontos errechnet, bei denen die Banken üblicherweise keine Gebühren verlangen.

Szenario 1: Goldene Sparjahre
Einzahlung: Februar 1997
Startbetrag: 10'000 Franken
Endbetrag heute: 11'495.70 Franken
Zinsgewinn: 1495.70 Franken
Bemerkungen: Grundlage für die Berechnungen bilden die historischen durchschnittlichen Sparkonto-Zinssätze pro Monat. Die Daten dazu stammen von der SNB. Die Teuerung wurde nicht berücksichtigt.

Szenario 2: Magere Zinsen
Einzahlung: Februar 2017
Startbetrag: 10'000 Franken
Endbetrag in 20 Jahren: 10'189.50 Franken
Zinsgewinn: 189.50 Franken
Bemerkungen: Die Berechnung basiert auf einem gleichbleibenden hypothetischen Zinssatz, der dem heutigen Mittel entspricht (0,0939 Prozent). Zinseszins mit jährlichen Zinsgutschriften. Die Teuerung wurde nicht berücksichtigt.

Szenario 3: Negativzinsen für alle
Einzahlung: Februar 2017
Startbetrag: 10'000 Franken
Endbetrag in 20 Jahren: 9752.95 Franken
Zinsverlust: 247.05 Franken
Bemerkungen: Die Berechnung basiert auf einem gleichbleibenden hypothetischen Zinssatz (Negativzins von -0,125 Prozent). Zinseszins mit jährlichen Gutschriften. Die Teuerung wurde nicht berücksichtigt. Vergleiche mit selbstgewählten Zinssätzen finden Sie hier.

Die Differenz zwischen dem ersten und dritten Szenario mit über 1700 Franken ist beträchtlich. Bleiben die Zinsen weiterhin auf dem tiefen Niveau oder werden sie gar negativ, stehen jene, die heute mit Sparen beginnen, deutlich schlechter da als frühere Generationen. Allerdings sagt der Betrag, den Sparer durch Zinsen erhalten, noch nichts darüber aus, wie viel dieses Geld effektiv wert ist. Denn das hängt auch von der Teuerung ab. Beträgt der Zins auf dem Sparkonto im Schnitt 1 Prozent, die Teuerung aber 2 Prozent, verlieren die Sparer unter dem Strich Geld. Für 2017 rechnet das Bundesamt für Statistik mit einer Teuerung von 0 Prozent.

Mitarbeit: VB

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Barbara am 28.02.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie früher...

    So legt man halt das Geld wieder unter die Matratze. Besser als der Bank noch etwas zu bezahlen.

    einklappen einklappen
  • Spar Er am 28.02.2017 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verlustgeschäft für Sparer

    Der Verlust kommt vor allem von den teilweise horrenden Gebühren für ein Konto (egal welcher Art), gekoppelt mit dem Null- oder Negativzins!

    einklappen einklappen
  • Waterpolo1s am 28.02.2017 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auch hier ... !! :-((

    Und auch hier werden Kleinsparer abgezockt!!!!! :-((

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mutig am 01.03.2017 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bankenbschiss

    Die Bank bekommt Zins von mir weil ich Geld drauf hab. Die Bank bekommt von mir auch Zins wenn ich ein Kredit bei Ihr habe. Also Bank bekommt so oder so. Meine Matratze ist dafür Gratis

  • Smudo90 am 01.03.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ist doch ein Witz Die Banken schreiben Jahr für Jahr Gewinn, leisten immer weniger und ziehen Ihre Treue Kundschaft übers Ohr. Wissen die Banken eigentlich dass sie nur Existieren weil so viele Leute Geld bei Ihnen deponieren. Was würden Sie machen wenn gar keine Personen mehr Geld zur Bank bringen?

    • Steve am 01.03.2017 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Smudo90

      stimmt überhaupt nicht, der Markt gibt die Zinsen vor. Bei hoher Teuerung sind die Zinsen auch hoch. Absolut führt Sparen immer lanfristig zu Kapitalverlust. Wenn Zinsen 3 %, Teureung 4 %.

    einklappen einklappen
  • ein Schweizer am 01.03.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Das geht so nicht mehr weiter !!!!!!

    Wie kann es eigentlich sein, das der Sparer Geld auf dem Konto abgibt. Die Bank aber mit unserem ersparten Milliarden Gewinne macht? Wann warden wir auftstehen und uns gegen diese Abzockerei wehren? 98 % der Leute denken sich ist halt so, sollen sie doch mit meinem Gewinn machen was sie sollen.

    • chris am 01.03.2017 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ein Schweizer

      Banken verdienen viel mehr wenn die Zinsen hoch sind. Banken geben die Zinsen einfach ein bischen schlechter weiter. Wenn Banken negativ Zinsen bezahlen müssen,, dann versuche sie es auch dem Kunden weiterzugeben. Aber sogar sogenannte Finanzexperten verstehen, dass zum Teil nicht.

    • Ric am 01.03.2017 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      Bitcoin

      Bei Bitcoin sind die Transaktionsgebühren verschwindend klein. Zinsen gibt es keine weder positiv noch negativ. Der Wert steigt in der Regel schneller als bei jeder Aktie. Alternativen zu den Banken gibt es schon. Es müsste nur noch mehr genutzt werden.

    einklappen einklappen
  • Mike am 01.03.2017 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ideale Zeiten!

    Zinsen bedeuten Inflation. Als es Zinsen gab, war die Inflation immer grösser als der Zins, d.h. netto verlor der Sparer. Endlich haben wir keine Inflation und keine Zinsen, dadurch bleibt der Wert des Gesparten erhalten. Kann es denn etwas besseres geben?

    • Dumm Merchen am 01.03.2017 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Idiale

      Und wie ist das mit dem Negativzins ?

    einklappen einklappen
  • Alter Sack am 01.03.2017 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zins oder Teuerung

    Ja ja früher gab es mehr Zinsen , aber die Teuerung frass alles weg.... heute gibt es bei null Teuerung null Zinsen... na und? Zu den Absoluten Zahlen gehört auch eine Interpretation dazu