Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Fluglärm
20. Juli 2009 23:10; Akt: 21.07.2009 04:00 Print
Swiss-Piloten klagen gegen Unique
von Désirée Pomper - Der Verband der Swiss-Piloten hat eine Klage gegen die Flughafenbetreiberin Unique eingereicht – wegen Fluglärm.
Als ob sich die Erdölindustrie wegen der Klimaerwärmung empörte. Aeropers, die Gewerkschaft der Swiss-International-Piloten, hat gegen die Flughafenbetreiberin Unique eine Entschädigungsklage eingereicht. «Der Fluglärm mindert den Wert unserer Immobilie, die sich in Kloten direkt unter der Ostanflugschneise befindet», sagt Henning Hoffmann, Geschäftsführer der Aeropers, die selbst im besagten Wohnblock residiert. Dort sei es manchmal so laut, dass man nicht mehr telefonieren könne, so Hoffmann.
Milliarden für Lärmopfer?Ende Mai entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass Unique neu auch Eigentümer entschädigen muss, deren Häuser vor dem 23. Mai 2000 gekauft wurden. Bislang lag das Stichdatum beim 1. Januar 1961. Unique hat den Entscheid angefochten. Inzwischen sind bei ihr 20 000 Entschädigungsforderungen eingegangen. Experten schätzen die Entschädigungssummen auf bis zu 2 Milliarden Franken. Unique war bisher von 760 Millionen Franken ausgegangen.
Der Fluglärm sei zudem auch für die anderen 16 Mieter des Wohnblocks eine grosse Belastung.
Piloten, die wegen Fluglärm klagen? Dazu wollten sich weder Unique noch die Fluggesellschaft Swiss äussern. Doch für Fritz Kauf, Co-Präsident des Bürgerprotestes Fluglärm Ost, ist klar: «Wenn es ums Geld geht, ist sich jeder selbst der Nächste.» Er schätzt, dass die Wertminderung der Immobilien in Kloten zwischen 25 und 30 Prozent beträgt.
Aeropers jedenfalls hat keine schlechten Karten, den Rechtsstreit zu gewinnen. «Leute, die sehr nahe am Flughafen Zürich wohnen, haben intakte Chancen, von Unique eine Entschädigung zu erhalten», sagt Christopher Tillmann, Zürcher Immobilienanwalt sowie Vertreter von diversen Entschädigungsklägern.


























