Steuerwettbewerb

16. März 2012 12:45; Akt: 16.03.2012 13:15 Print

Zürich - ein Paradies für den Mittelstand

Der Kanton Zürich hat zwar im Steuerwettbewerb vier Plätze verloren. Für Einkommen zwischen 50 000 und 250 000 Franken ist die Belastung aber vergleichsweise moderat.

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Im Kanton Zürich werden vor allem tiefe und sehr hohe Einkommen steuerlich stark belastet. (Bild: Keystone)

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Im interkantonalen Steuerwettbewerb hat der Kanton Zürich erneut vier Plätze verloren. Weil mehrere andere Kantone die Steuerbelastung gesenkt haben, liegt Zürich momentan noch auf Platz 15.

Nicht alle Bevölkerungsgruppen sind gemäss den Ergebnissen jedoch in gleichem Ausmass belastet: Für den Mittelstand, also Personen mit einem Einkommen zwischen 50 000 und 250 000 Franken, ist der Kanton Zürich nach wie vor ein guter Standort. Im nationalen Vergleich ist die Steuerbelastung für diese Gruppe moderat.

Millionäre stärker belastet

Überdurchschnittlich hoch fällt die Steuerrechnung jedoch bei jenen mit wenig und bei jenen mit sehr viel Einkommen aus. Verglichen mit anderen Kantonshauptorten liegt Zürich bei der Steuerbelastung von Einkommens-Millionären auf dem 19. Platz.

Seit 2006 hat der Kanton Zürich insgesamt zehn Ränge eingebüsst. Dies vor allem, weil Kantone wie etwa Glarus und St.Gallen die Steuern deutlich senkten. Die Steuerbelastung für natürliche Personen liegt im Kanton Zürich mittlerweile klar über dem Schweizer Durchschnitt, wie der Steuerbelastungsmonitor 2011 zeigt, der am Freitag in Zürich vorgestellt wurde.

SP will «Propagandainstrument» abschaffen

Der Steuerbelastungsmonitor wird seit fünf Jahren erstellt, um die steuerliche Konkurrenzfähigkeit des Kantons Zürich zu überprüfen. Lanciert wurde das Projekt von bürgerlichen Kantonsräten.

Als «unsinnig» bezeichnet die SP den Steuerbelastungsmonitor. Die bürgerliche Mehrheit habe mit diesem Propagandainstrument von Anfang an nur ein Ziel verfolgt, nämlich die quasi-wissenschaftliche Legitimation für die steuerliche Entlastung der höchsten Einkommen und Vermögen.

Wie die Partei am Freitag mitteilte, fordert sie deshalb die Abschaffung des Monitors. Insbesondere weil das Zürcher Volk sich im Mai 2011 an der Urne gegen weitere Steuersenkungen ausgesprochen habe.

(sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Laut Bundesamt für Statistik betrug das mittlere verfügbare Haushaltseinkommen in der Schweiz 6650.- CHF pro Monat (Stand 2009). Wenn Haushalte mit einem Gesamt- Einkommen von mehr als 10'000 CHF pro Monat noch immer zum Mittelstand gezählt werden, ist das ein Hohn für all jene, die mit zum Teil deutlich weniger als diesem Durchschnittswert auskommen müssen. – Daniel Caduff

Des Schweizers best gehütetes Geheimnis ist sein Salär. Was läuft denn unter "Mittelstand"? Ich verdiene nicht mal ein Viertel von 250'000.--. Unter was laufe ich denn? Unter "armengenössig"? Aber ja, ich kann mir keine Wohnung in Zürich mehr leisten, wohnte 20 Jahre dort und musste wegen der Mieten wegziehen. Ich bin Bürgerin der Stadt Zürich! Die Steuern empfand ich nie als störend im Verhältnis zum Lohn. Dafür die Lebenserhaltungskosten. - Meine Coiffeuse in Zürich verdient 3'200.--/Mt. Kann sie Sozialstütze beantragen? Läuft sie denn unter "nicht vorhanden"? – Elodie

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Caduff am 16.03.2012 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Kategorie

    Laut Bundesamt für Statistik betrug das mittlere verfügbare Haushaltseinkommen in der Schweiz 6650.- CHF pro Monat (Stand 2009). Wenn Haushalte mit einem Gesamt- Einkommen von mehr als 10'000 CHF pro Monat noch immer zum Mittelstand gezählt werden, ist das ein Hohn für all jene, die mit zum Teil deutlich weniger als diesem Durchschnittswert auskommen müssen.

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  • Dani am 16.03.2012 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelstand Version 2.0?

    Sorry aber der Mittelstand definiert man sicher nicht bis 250'000 CHF sondern höchstens bis 100'000. Wäre ja der Hammer wenn man Bundesratslöhne noch zum Mittelstand hinzuzieht da gerader dieser alles daran tut um den Mittelstand kaputt zu machen.

  • B. S. am 16.03.2012 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wir

    verdienen momentan zusammen nur 1/5 von den 250000, sind zwar auch nicht aus ZH, aber nebenan und ich noch in Ausbildung (mit Tzjob). Trotzdem ist 250000 sehr viel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sebastian Peter am 19.03.2012 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Super !

    Stellt euch vor, die Grenze zum Mittelstand wäre etwa bei Fr. 150'000.-, dann wäre ja der grossteil der SP-Politiker darüber ! Und wie sollen sie das bloss erklären ??? Also, einfach Betrag hinaufsetzen.

  • No money am 18.03.2012 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mittelstand

    Mit 250000.- im Jahr zählt man noch zum Mittelstand? Dann bin ich aber ein armer Mittelständiger....

  • Leonie Berger am 18.03.2012 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ZH vs. AG

    Anstatt zum Zürcher Mittelstand zu gehören haben wir uns entschlossen zum Aargauer Wohlstand zu gehen. Haus mit garten, 3 Autos und ein schönes leben auf dem Land. Wir arbeiten beide 100% und verdienen über 250k und wir sind DINKs. Aber steuern kriegt ZH keine mehr von uns, die in ZH sägen am eigenen Ast. mal schauen was am ende übrig bleibt in der schönen Limmatstadt?....

  • Martial Callair am 17.03.2012 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich nur für die Reichen...

    250'000 Fr. Einkommen, für Zürich und Umgebung entschpricht dem Mittelstand. Die Uperclass aus der Goldküste z.B. rechnet nur in Millionen. Mit 50-70'000 Fr. gehört man zu den Workingpoor. Lieber nicht in Zürich leben!

  • Schlau Meier am 17.03.2012 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transparenz

    Die SP ist gegen Transparenz? Wer gegen Infos kämpft, macht was falsch!