Mega-Projekt

11. Juni 2012 11:00; Akt: 11.06.2012 11:11 Print

Der Luftkrieg um das Schweizer Silicon Valley

von Roger Baur - Auf dem Gelände des altehrwürdigen Flugplatzes Dübendorf soll ein Schweizer Innovationspark entstehen. Doch Flug-Nostalgiker wollen das Gelände nicht so kampflos aufgeben.

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Schon vieles ist in Dübendorf gestartet: Die ersten Swissair-Maschinen, Militärjets und unzählige Kleinflugzeuge. Nun soll auf dem riesigen Gelände nach 102 Jahren Fliegerei etwas Neues abheben: Das Schweizer Silicon Valley. Ein Innovationspark, in dem geforscht, gegründet, erfunden und umgesetzt werden kann. Kurz: Ein neues Herz für die Schweizer Wirtschaft.

Umfrage
Soll auf dem Flugplatz Dübendorf ein Innovationspark entstehen?
34 %
39 %
27 %
Insgesamt 1462 Teilnehmer

So zumindest plant es ein breit abgestütztes Konsortium rund um den FDP-Politiker Ruedi NoserRuedi
Noser

FDP-Liberale, ZH
Nationalrat
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. Mehrere Kantone, Universitäten, Hochschulen und Verbände hat er für seine Idee an Bord geholt. Konkret soll auf dem riesigen Areal das Epizentrum realisiert werden, an anderen Standorten - wie Basel, Biel und Turtman im Wallis - könnten Ableger entstehen. «Dieses Projekt ist ausgelegt auf mehrere Generationen», schwärmt Marc Thalmann, Geschäftsführer des Trägervereins. Bis zu 12 000 Arbeitsplätze werden dereinst alleine in Dübendorf direkt und indirekt entstehen.

Verein will weiterfliegen

Darüber schüttelt Peter Bosshard nur den Kopf. Der Dübendorfer ist Präsident des Forums Flugplatz Dübendorf. Seit 22 Jahren kämpft sein Verein für den Erhalt des Flugplatzes. «Mir geht es vor allem um die Landreserve. Die sollten wir nicht überbauen, sondern erhalten. Während dieser Zeit kann man sie aviatisch nutzen.» Seinem Verein schwebt darum entweder eine militärische oder eine gemischt-zivile Nutzung vor - mit einem Aviatikpark statt einem Innovationspark. «So könnten auch 400 bis 500 Arbeitsplätze entstehen», ist Bosshard überzeugt.

Diese Idee wird von mehreren bürgerlichen Parteien der Anstössergemeinden unterstützt, darunter auch von der Dübendorfer SVP. Auch Militärminister Ueli Maurer zeigte mehrmals persönliche Sympathien für einen Weiterbetrieb. Ob das so bleibt, zeigt sich im Herbst. Bis dahin muss sein VBS in einem neuen Stationierungskonzept Farbe bekennen und entscheiden, wo künftig wie viel geflogen wird.

Lausanne als lachender Dritter

Der Standort Dübendorf ist eine der grössten Schweizer Landreserven überhaupt. Auf den 256 Hektaren könnten beispielsweise Wohnungen für bis zu 50 000 Menschen gebaut werden. Die Initianten wollen darum auch nur einen Teil des Areals beanspruchen.

Gibts für die Pläne in Dübendorf eine Bruchlandung, wird wohl Lausanne der lachende Dritte im Luftkampf sein. «Fällt Dübendorf komplett weg, dann bietet sich das Umland der ETH Lausanne als Alternative an», sagt Initiant Ruedi Noser. Der Schwerpunkt des Projektes würde sich dann deutlich Richtung Westen verlagern. Und Dübendorf könnte den Innovationspark nur noch vom Flugzeug aus betrachten.

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich kann den Wiederstand verstehen. Aber es geht um mehr als um die Frage, ob in Dübendorf Hobbypiloten und ein paar Militärflugzeuge solch ein riesiges Areal beanspruchen sollen oder ob ein Innovationspark entstehen soll. Wir müssen als Land endlich anfangen Grundsteine für die Zukunft zu legen und nicht für die Vergangenheit. Wir verspielen mit solcher Wiederstandspolitik immer wieder Chancen, uns als kleines Land zu behaupten. Wir müssen jetzt vorwärts machen und Ideen unterstützen, die uns weiter bringen. Nicht erst wenn man in 50 Jahren merkt, dass man hinterher hinkt. – Stefan Z.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael am 12.06.2012 21:33 Report Diesen Beitrag melden

    Nein zu Luft-Schlösser / Epizentrum

    Auf dem Flugplatz Dübendorf sollte ein überwachtes Zentrales Asyl-Container-Zentrum aufgebaut werden. Der Innovationspark kann ruhig nach Lausanne vergeben werden. Der Flugplatz Dübendorf muss weiterhin erhalten bleiben und nicht Spekulanten veräussert werden.

  • Hans Park am 12.06.2012 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gigantischer Gratis-Parkplatz

    Ich bin für einen gigantischen Gratis-Parkplatz! In der Stadt werden täglich Parkplätze wegrationalisiert, da bietet sich das Areal doch super an, zu betonieren und Autos parken..

  • Daniel am 12.06.2012 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    FREIZEITS-VERGNÜGUNGS-PARK

    für die ganze Bevölkerung fehlt im Kanton Zürich. Wann entlich sehen die Politiker ein, dass kein Wirtschafts-Inovations-Park erwünscht ist. Spiel - Sport + Spass - Unterhaltungs - Park passt am besten in diese Schlaf-Region - Wohnblöcke hat es schon genug - Hirnzellen aktivieren ist angesagt.

  • Pädel am 12.06.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Naturreserven

    Was sind wir denn für ein Land wenn wir wegen der Nichtrealisierung dieses Parkes, dem Rest der Welt 50 Jahre hinterher hinken?? Liegt ganz sicher nicht an diesem Projekt!! Da haben wir ganz andere Baustellen, als einen Innovationspark der dann doch keine wirklichen Innovationen hervorbringt...sondern irgendwelchen völlig überteuerten Luxus!! Dann lieber Naturreserven behalten und allenfalls zur Naherholung nutzen.

  • Bruno Müller am 12.06.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Primetowers

    Gemeinde Dübendorf auflösen, in Zürich integrieren und ein paar anständige Wolkenkratzer bauen und gut ists. Verstehe ja das man keine Wolkenkratzer in den Innenstädten will, da passen sie nicht unbedingt hin, aber in so ein olles Mittellanddörfli schon, hässlicher werden die nicht mehr.