Konjunkturstütze

10. März 2010 10:59; Akt: 10.03.2010 11:13 Print

In der Schweiz wurden 18 Milliarden verbautIn der Schweiz wurden 18 Milliarden verbaut

Der Schweizer Bau präsentiert sich als Bollwerk gegen die Krise. Die Umsätze stiegen 2009 nominell um 1,3 Prozent auf 18,1 Milliarden Franken. Erst gegen Ende 2010 soll es zu einer Bremsung der Bauaktivitäten kommen.

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Die Schweizer Baukonjunktur habe sich bisher erstaunlich krisenresistent erwiesen, schreibt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) am Mittwoch. Für das positive Gesamtjahresergebnis sei vornehmlich der dynamische Tiefbau verantwortlich. Er notiere im Vorjahresvergleich ein markantes Plus von 6,9 Prozent und habe die Rückgänge im Wohnungsbau um 3,8 Prozent und im Wirtschaftsbau um 4,7 Prozent mehr als wettmachen können. Das Auslaufen grosser Tiefbauprojekte wie die NEAT sowie das geplante Konsolidierungsprogramm des Bundes liessen jedoch befürchten, dass der Tiefbau als bisherige Konjunkturstütze der Bauwirtschaft an Fahrt verlieren dürfte.

Überraschend robust habe sich der Wohnungsbau erwiesen. So hätten die Umsätze auch im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal nochmals um 4,2 Prozent zulegen können. Die Zunahme der baubewilligten Wohnungen um 19 Prozent stimme zuversichtlich, dass auch 2010 kein eigentlicher Einbruch zu verzeichnen sein werde. Die sehr tiefen Hypothekarzinsen und die anhaltend positive Bevölkerungsentwicklung liessen auf eine weiterhin stabile Nachfrage nach Wohnimmobilien schliessen. Der Boom im Wohnungsneubau habe die Kapazitäten der Bauunternehmen in den letzen Jahren praktisch ausgelastet. Der SBV erwartet, dass die Renovation von Wohnungen an Bedeutung zunehmen wird.

Abschwächung gegen Ende 2010 erwartet

Auch die Beschäftigung blieb im Berichtsjahr stabil. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm im Vorjahresvergleich sogar noch einmal leicht um 100 auf 78 800 zu. Die gemeldeten Bauvorhaben im ersten Quartal lagen laut SBV um 8,3 Prozent über jenen des Vorjahresquartals und die Auftragsbücher um 0,6 Prozent, so dass die Baukonjunktur in der ersten Jahreshälfte 2010 insgesamt nicht eingetrübt werde. Der hartnäckige Winter und viel Frosttage hätten dazu geführt, dass viele Bauunternehmen ihre Arbeiten im ersten Quartal teilweise länger als üblich hätten einstellen müssen.

Diese wetterbedingten Ausfälle seien in den Folgequartalen nachzuholen. Obwohl die Talsohle der allgemeinen Rezession erreicht scheine, dürfte die Bauwirtschaft mit einer Verzögerung auf die gesamtwirtschaftliche Belebung reagieren. Der Wohnungsneubau werde auf einem ansprechenden Niveau verharren, die Aussichten im Tiefbau seien ungewiss. Nach sechs Jahren stetigen nominellen Wachstums werde sich deshalb auch das Bauhauptgewerbe insgesamt auf eine nachlassende Dynamik einstellen müssen.

(dapd)

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