Neue Bankdaten

04. Dezember 2012 06:40; Akt: 04.12.2012 14:37 Print

Deutsche Fahnder landen Volltreffer bei der UBS

Ein Mitarbeiter der UBS hat laut einem Bericht haufenweise brisante Daten abfotografiert und sie an die deutsche Steuerfahndung verkauft. Die Kundendaten sind hochbrisant.

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Diesmal hat der Datendieb die Daten abfotografiert. (Bild: Keystone)

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Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen ist in den Besitz von internen Informationen der UBS gekommen, die die Steuerdelikte einer Vielzahl von Kunden der Grossbank schonungslos aufzeigen. Der von den Deutschen gekaufte Datenträger enthält Angaben zu 750 Stiftungen und 550 Fällen sonstiger Kapitalanlagen mit einem Volumen von rund 3,5 Milliarden Franken. Dies schreiben die «Süddeutsche Zeitung» und der «Tages-Anzeiger» gestützt auf die Staatsanwaltschaft Bochum.

«Aus Sicht der Steuerfahndung ist das hervorragendes Material», sagt ein Anwalt eines betroffenen UBS-Kunden zum «Tages-Anzeiger». «Alles ist aufgelistet, die Strukturen, ein Vergleich vor und nach der Finanzkrise, das Datenstammblatt, Stiftungsurkunden, die Gesamtübersicht über das Vermögen des Kunden und der Name des Kundeberaters.» Die Daten stammen aus dem Jahr 2010.

Nicht kopiert, sondern abfotografiert

Anders als üblich hat der Datendieb hier nicht Daten kopiert, sondern direkt vom Bildschirm abfotografiert. Dies macht es für die Bank schwieriger, den Diebstahl aufzuklären. Die UBS tappt denn auch weiterhin im Dunkeln, was genau die deutschen Behörden alles wissen. Zum «Tages-Anzeiger» sagt ein Sprecher: «Beim Datendieb gilt unverändert: Die interne Untersuchung läuft.» Unter den Kundenberatern geht indes die Angst um, sie könnten ebenfalls ins Visier der Fahnder geraten, wegen Beihilfe.

Aufgrund der neuen Daten haben die deutschen Behörden Dutzende Hausdurchsuchungen in Deutschland veranlasst. Viele der betroffenen Kunden hätten dabei Selbstanzeige erstattet. Zudem hatten die Mitarbeiter der UBS nach dem Scheitern des Steuerdeals mit Deutschland ihren Kunden zu diesem Schritt geraten. Die einzige gute Nachricht für die UBS: Aus den neuen Daten geht anscheinend nicht hervor, dass die Bank Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet hat.

Gegner des Steuerabkommens sehen sich bestätigt

Obwohl vor allem der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble die Einkaufsfreude seines Amtskollegen aus NRW scharf kritisiert, will Walter-Borjans sich keine Handschellen anlegen lassen. Die rot-grün regierten Länder würden das von Schäuble angestrebte Steuerabkommen mit der Schweiz auch in Zukunft nicht ratifizieren, bekräftigte er. Auch im Vermittlungsausschuss werde es «keinen Deal» zulasten ehrlicher Steuerzahler geben.

Die in den vergangenen Wochen von Staatsanwälten und rund 80 Steuerfahndern untersuchten Fälle betreffen Kunden aus Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. In 135 Fällen sei bereits vor den Ermittlungen Selbstanzeige erstattet worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Von Steuerberatern und Anwälten sei zu hören, dass «eine Menge von Selbstanzeigen schon in den Schubladen schlummern», sagte Walter-Borjans. Offenbar gebe es noch Hoffnung auf Entlastung durch ein Steuerabkommen mit der Schweiz. «Die werden wir nicht gewähren.»

Der Minister sprach sich für klare europäische Regelungen aus. «Wenn wir eine bilaterale mit einem einzelnen Staat abschliessen, dann darf die nicht die Preise verderben, sondern muss die Glocken hochhängen.»

(aeg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Broz am 04.12.2012 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann das besser als Ihr!!!

    Wieso können die Berater überhaupt an solche Daten rann? PC-Sperren das keine Screen-Shot's gmacht werden können und alle unter Mobiltelefon-Verbot stellen während der Arbeitszeit. Wird einer erwischt, dann Anzeigen und Fristlos Künden!!! Wieso bin ich nicht UBS CEO... ich würde den Laden von oben bis unten Reinigen!!

  • Henry am 04.12.2012 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politisch motiviert

    Diese Meldungen sind doch zu diesem Zeitpunkt politisch motiviert. Man möchte gerne Druck aufbauen um das Abkommen doch noch irgendwie durch zu boxen. Wenn die deutschen Fander so erfolgreich sind braucht es ja kein Abkommen.

  • Peter Meier am 04.12.2012 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Banken sind zu passiv!

    Es wird Zeit, dass die Banken hohe Summen für sachdienliche Hinweisen über Datendieben und dessen Hehler ausschreiben und somit den Druck massiv erhöhen. Schlagen wir die Deutschen mit ihren eigenen Mitteln und bringen Mitarbeiter der deutschen Steuerbehörden zum Sprechen!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Noldi Schumacher am 04.12.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder UBS, oder CS

    Die zwei Banken kennen nichts, immer wieder versauen sie den guten? Ruf der Schweiz. Sollen die doch selber schauen wie sie aus dem Schlamassel raus kommen. Nur keine finanz- Hilfe an die Zwei!

  • Broz am 04.12.2012 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann das besser als Ihr!!!

    Wieso können die Berater überhaupt an solche Daten rann? PC-Sperren das keine Screen-Shot's gmacht werden können und alle unter Mobiltelefon-Verbot stellen während der Arbeitszeit. Wird einer erwischt, dann Anzeigen und Fristlos Künden!!! Wieso bin ich nicht UBS CEO... ich würde den Laden von oben bis unten Reinigen!!

  • Roland am 04.12.2012 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Fakten???

    Es soll... es hat den Anschein.... es wird vermutet...... Bitte Fakten liefern.

  • Jetzt am 04.12.2012 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Bruchen wir Banken?

  • Mike am 04.12.2012 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstanzeige

    Ja klar, die Polizei steht mit haufenweise Beweisen vor meiner Tür und ich mache eine "Selbstanzeige". Wie soll denn sowas gehen?

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