271 Franken für Päckli

05. November 2012 14:03; Akt: 05.11.2012 14:49 Print

Das Christkind shoppt im Ausland

von S. Spaeth - Die gute Nachricht: Die Schweizer wollen für Weihnachten 5 Prozent mehr ausgeben als 2011, nämlich im Schnitt 271 Franken. Die schlechte: Ein Drittel will dies ennet der Grenze tun.

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Eigentlich tönt es nach einer guten Nachricht für die Schweizer Detailhändler: Die Konsumenten planen laut einer repräsentativen Umfrage von Ernst & Young, im Durchschnitt 271 Franken für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Das sind 5 Prozent oder 13 Franken mehr als im Vorjahr – und dies trotz schlechter Konjunkturaussichten.

Umfrage
Wo kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke?
55 %
27 %
18 %
Insgesamt 2207 Teilnehmer

Was den Detailhandel auf den ersten Blick freuen sollte, ist aber auch mit einem Dämpfer verbunden. Die Analyse zeigt nämlich auch: 33 Prozent der Befragten wollen einen Teil ihrer Einkäufe ennet der Grenze tätigen. 12 Prozent davon geben sogar an, den Grossteil ihrer Weihnachtsgeschenke nicht in der Schweiz zu erwerben. «Das ist eine massive Zunahme gegenüber dem Vorjahr», sagt Martin Gröli, Detailhandelsexperte bei Ernst & Young. Im vergangenen Jahr beabsichtigten erst 7 Prozent der Befragten, den Grossteil der Geschenke beim «billigen Nachbarn» zu erstehen.

Dass immer mehr Kunden die Weihnachtsgeschenke im Ausland kaufen wollen, ist laut Gröli ein grosses Problem für den Schweizer Detailhandel. Dem Detailhandel entgingen 2011 wegen des Einkaufstourismus laut Berechnungen der Credit Suisse Umsätze von 4 bis 5 Milliarden Franken. Das Gewerbe rechnet aktuell sogar mit Einbussen von gegen 8 Milliarden. Um die Abwanderung der Kunden ins Ausland zu stoppen, fordert Gröli die Detailhändler auf, stärker auf neue Technologien zu setzten. «Man sollte das durch die Kundenkarten gesammelte Wissen gezielter einsetzen und über die Smartphones kundenspezifische Werbung machen», so Groli.

Fach- und Online-Handel im Aufwind

Im Weihnachtsgeschäft bessere Chancen ausrechnen als im Vorjahr kann sich der Fachhandel: Wollten 2011 nur 40 Prozent der unter 35-Jährigen ihre Weihnachtsgeschenke im Fachgeschäft einkaufen, sind es in diesem Jahr 54 Prozent. Dasselbe Bild zeigt sich auch bei den anderen Altersgruppen, weshalb der Marktanteil der Fachgeschäfte von 49 auf 60 Prozent gestiegen ist. «Die Konsumenten schätzen die Beratung und eine Auswahl, die sie vor Ort begutachten und testen können», sagt Experte Gröli.

Im Aufwind ist auch der weihnächtliche Online-Handel. Statt 26 Franken planen die Konsumenten 32 Franken im World Wide Web auszugeben. «Der Weihnachtsbummel am Bildschirm ist die unkomplizierte und günstige Alternative. Der Online-Handel ist dementsprechend der zweite Gewinner unter den Vertriebswegen», zieht Gröli Fazit. Einbussen dürften hingegen die Einkaufszentren verzeichnen. Hier ist der Marktanteil von 33 auf 18 Prozent gesunken.

Junge müssen sparen

Ihre Weihnachtsausgaben drastisch gekürzt haben die jungen Konsumenten (bis 35 Jahre) – um 20 Prozent – von 244 auf aktuell 195 Franken. «Die schlechten Nachrichten über Entlassungswellen und Krisenstimmung in Europa haben zu einer Verunsicherung geführt», sagt Gröli.

Bei der Analyse der geplanten Ausgaben zeigt sich, dass nicht alle Regionen gleich ausgabefreudig sind: Spitzenreiter ist mit 303 Franken die Bevölkerung der Genferseeregion, die für Weihnachten rund 100 Franken mehr ausgeben will als die Zentralschweizer (202 Franken). Unterdurchschnittlich sind die Ausgaben mit 219 Franken auch im Tessin. Ziemlich genau im schweizerischen Mittel liegen mit 275 Franken die Bewohner des Mittellands. Insgesamt sind Frauen leicht ausgabefreudiger als Männer. Sie planen 274 Franken auszugeben. Bei den Männern sind es 267 Franken.

Von den durchschnittlich 271 Franken für Geschenke wollen die Befragten den Grossteil für Bücher, Geldgeschenke, Gutscheine und Kleidung ausgeben. Die durchschnittlichen Ausgaben für Bücher – dem Weihnachtsgeschenk Nummer 1 – sind allerdings leicht rückläufig: Statt 34 entfallen noch 32 Franken auf Bücher.


Wie viel Geld beabsichtigen Sie für Weihnachtsgeschenke auszugeben?
grafik
(Quelle: Ernst & Young)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandra Frieder am 05.11.2012 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht.

    Ja es ist traurig weil die Preise der Handwerker so hoch sind. Das kann man sich ja kaum mehr leisten. z.B. Gartenumbau CHF 30'000 aus D umgerechnet 22'000, so etwas kann ja nicht war sein. Und das Material (Steine) kommen beide aus D. So etwas geht bald unter Betrug am Kunden. Auch für anderes Material wird unverschämt viel verlangt in der Schweiz. Besonders im Sanitär Bereich Brünneli, WC uns.! Wir kaufen auch gewisse Sachen in D und lassen uns nicht abzocken. Schweizer würden eben nie zum Preis eines D Handwerkers auch nur aufstehen.

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  • Steff am 05.11.2012 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland muss teurer werden!

    Geiz ist nicht geil und das Dumping im grossen Kanton nimmt zerstörerische Masse an. Vorallem ziehts unsere Händler mit in den "immer-Billiger-sein-als-alle-anderen-Abgrund". Dem Schweizer Konsumenten darf man auf jeden Fall keinen Vorwurf fürs "Fremdgehen" machen. so funktioniert nunmal der Makt. Oder wieso soll der Konsument für das identische Markenprodukt hier das Doppelte bezahlen, wenn er es 50km weiter für die Hälfte haben kann?

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  • regiorider am 05.11.2012 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schon in D gekauft...

    und zwar eine Orginale "Swiss Made"" Uhr! warum diese in D nur halb soviel kostet ist mit schleierhaft, Egal, hab dafür fast 1000.- Fr gespart

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Die neusten Leser-Kommentare

  • riomare am 06.11.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    das gabs scho immer...

    das die leute im ausland einkaufen gehen, war immer günstiger im ausland, nur jetzt wird es in den medien berichtet. ich gehe auch 2x im monat nach D und kaufe alles dort, lebensmittel, kleider, non food, reisen einfach alles und ich spare immer und werde es weiterhin machen.

  • Oli am 06.11.2012 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freie entscheidung

    Lasst doch jeden da kaufen wo er möchte. Jeder sagt ich mach das nicht aber es tuen doch viele. Steht dazu und meckert nicht. Warum sind die alle so engstirnig

  • hbich am 06.11.2012 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder soll selber entscheiden....

    ich mache all meine Einkäufe im Ausland! Spielzeug + Kleider in Deutschland!Lebensmittel in Ö.! Es gibt immer noch Menschen die glauben im Ausland wird weniger auf Qualität geachtet! Wir ruhen uns aus auf unserem Swiss Quality! Die Oesterreichen legen sehr Wert auf gutes Fleisch uns schwarze Schafe gibt es auch bei uns! ICh kaufe auch sehr gerne in der Schweiz ein, aber wenn ich für 100.- 1/3 Sack fühle oder 3 Säcke fühle mit Qualitäts Ware, dann habe ich ein Problem...! Ich krieg noch die MwSt zurück und davon nehme ich gemütlich einen Zmittag im Lago und einen Hugo ;-) beim nächsten mal...

  • Kluger Einkäufer am 06.11.2012 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland macht's möglich!

    An alle die hier gegen Deutschland sind. Würdet ihr nicht auch dort einkaufen wo sogar schweizer Produkte ( Z.B. Ricola, Bell- Klöpfer und Bratwürste, echtes Bündnerfleisch etc.) bis zu 70% günstiger sind? Wer hier nein sagt...hhm...der soll sich ruhig weiter veräppeln lassen.

  • Benny Meier am 06.11.2012 05:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferien

    Hallo Leute. Ich bin zwischen Weihnachten und Neujahr sowieso im Ausland in den Ferien. Wisst ihr wo ich gebucht habe?! Im Ausland wo es einiges günstiger ist - yesss.

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