Luxushotel-Chef

10. August 2017 13:09; Akt: 10.08.2017 13:19 Print

«Wir vermitteln Gästen niemals Escort-Damen»

Er versucht, seinen Gästen jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Doch es gibt auch Grenzen. Hotelier Andrea Scherz im Interview.

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Herr Scherz, wie häufig kommt es vor, dass Gäste mit exzentrischen Spezialwünschen auf Sie zukommen (20 Minuten berichtete über einige dieser Wünsche)?
Grundsätzlich kommt es auf die Jahreszeit an. Vor allem über Weihnachten und Neujahr, wenn das Hotel sehr voll ist, erhalten wir viele Spezialwünsche. Das können dann gut und gern drei bis vier Gäste sein, die etwas Ausgefallenes von uns möchten.

Umfrage
Gehen Sie beim Reisen gerne in Luxushotels?
61 %
8 %
31 %
Insgesamt 266 Teilnehmer

Spielen die Kosten nie eine Rolle?
Die Gäste sind sich bewusst, was sie bestellen.

Welche Wünsche können Sie Gästen nicht erfüllen?
Wir versuchen, alle Wünsche zu erfüllen, die moralisch vertretbar und irgendwie machbar sind. Wir haben sogar schon Rasen in einem Badezimmer ausgerollt, damit ein Hund dort Pipi machen konnte.

Wo sind die Grenzen?
Teilweise hatten wir schon Anfragen von Gästen, die sich bei uns nach Escort-Damen erkundigt haben. Für uns ist hier klar: Wir vermitteln Gästen niemals Escort-Damen.

Stammen die extravagantesten Wünsche jeweils von bekannten Superstars?
Nein, nicht unbedingt. Einerseits gibt es wohlhabende Leute, die nicht in der Öffentlichkeit stehen und sehr ausgefallene Wünsche haben, andererseits gibt es Promis, die mit ihren Spezialwünschen ganz gezielt die Aufmerksamkeit auf sich ziehen möchten. Viele Hotels sind dann natürlich auch bereit, auf diese Wünsche einzugehen, da sie sich Werbung für ihr eigenes Haus davon versprechen.

Sie bieten Ihren Kunden allen Luxus – muss es für Sie selbst auch immer luxuriös sein?
Es ist die Kunst des Hoteliers, sich auf sich selbst zu besinnen und sich immer wieder klarzumachen, dass man selbst nicht so reich wie seine Gäste ist. Letztlich ist die Arbeit eine Art Schauspiel. Betritt man das Hotel, dann ist Showtime – und man gibt sein Bestes, um die Gäste zu begeistern. Aber man muss die Arbeit klar vom Privatleben abgrenzen.

Andrea Scherz ist Hotelier im Gstaad Palace.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ziller Klaas am 10.08.2017 13:36 Report Diesen Beitrag melden

    Showtime - Entertainment für Reiche

    Er hat es auf den Punkt gebracht: Der Aufenthalt in seinem Hotel ist ein Showevent für reiche Gäste. Das darf man nicht vergessen, denn deren Leben hat sehr wenig mit der durchschnittlichen Realität zu tun und ich finde noch selten hat es jemand so passend ausgedrückt.

  • michi am 10.08.2017 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    image

    natürlich sagt er in der öffentlichkeit das es so was nicht möglich wäre um keine image schäden davon zu tragen. ist doch klar. aber da sieht man wie prüde die leute sind. ist doch vollkomen egal ob sich einer eine escort dame bestellt. was soll das jemand anders interessieren ? viele escort damen sind kultivierter als so mancher gast.

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  • Oliver Meier am 10.08.2017 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    von wegen!

    Eine Bekannte arbeitet im besagten Hotel. Sexuelle Erniedrigung, 18 Stunden Schichten und arabische Gäste die ihre Bediensteten wie Sklaven halten (die müssen auf dem Zimmerboden schlafen). Der Schein trügt manchmal! Von wegen keine Escort Damen... mag schon sein, dass das Hotel keine Escort Ladies vermittelt, nichtsdestotrotz gibt es regelmässig Dorgen und Sexpartys in den besseren Zimmern... wer die "Unterhaltungs-Damen" vermittelt ist eigentlich irrelevant! Fakt ist: es ist eine Schade was diese Neureichen "Touristen" dem Personal abverlagen. Der Lohn: knapp 4000 Franken!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl Baumann am 11.08.2017 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Escort

    Was meint er mit "Escort Damen" ? Hat das etwas mit dem "Ford Escort" zu tun ?

  • Ramona Weder am 11.08.2017 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mal ein gutes Interview

    Leider gibt es viele Menschen, die Hunde nicht artgerecht halten, wie das Beispiel mit dem Rasen im Bad zeigt... Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass viele arme Minihunde sich mit Katzenkistli begnügen müssen und nie richtig Hund sein dürfen. Also, Mensch ist Mensch, ob arm oder reich, mal in diesem Negativ-Beispiel...

  • S. R. am 11.08.2017 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selten so gelacht ab dieser Aussage

    Die bestimmten Damen befinden sich meist schon an den Bars der Hotels. Escort- Damen kann man sich telefonisch aufs Zimmer bestellen oder in die Lobby. Am Zürichsee rufen betuchte in den grossen Hotels an und beordern drei Damen mit dem Taxi zu sich nach Hause, davon wählen sie dann meist nur eine aus, die beiden zurück geschickte erhalten das Ausfalls Geld.

  • emf949 am 11.08.2017 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abrakadabra

    Unschlüssig, klopfe ich meinen Kinn: letztes Mal, hatte der Wirt mir gesagt, ich solle an die Rezeption anrufen wenn ich ein zusätzliche Decke brauche. Draußen war es 25°. Habe ich etwas falsch verstanden?

  • peter am 11.08.2017 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer escort

    ich bin beruflich 200 Tage im Jahr in 5 Sterne Häuser unterwegs. Ich habe schon immer eine eine escort Dame erhalten. in vielen Hotels da stammgast oft schon reserviert bei Anreise. ein richtig gutes Hotel bieten jeden legalen Service