Telekomanbieter

26. Mai 2011 08:06; Akt: 26.05.2011 09:29 Print

Sunrise mit weniger Umsatz und mehr Gewinn

Der Telekomanbieter Sunrise hat im ersten Quartal trotz weniger Umsatz mehr verdient. Vor allem im Mobilfunk hat das Unternehmen zugelegt.

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Fünf Jahre nach der Swisscom will auch Sunrise ins Fernsehgeschäft über die Telefonbuchse (IPTV) einsteigen. Das TV- Angebot soll Ende Jahr gestartet werden, teilte das Telekomunternehmen am Donnerstag mit. Dabei stützt sich Sunrise auf die Breitbandtechnik der Swisscom.

Über den genauen Umfang des TV-Angebots hielt sich Sunrise-Chef Oliver Steil im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA bedeckt: Wieviele Sender verfügbar sein werden, wollte er noch nicht bekannt geben. Man sei derzeit mit den einzelnen Sendern in Verhandlungen.

Des weiteren umfasst Sunrise-TV Funktionen, die man auch von anderen Anbietern des digitalen Fernsehens kennt: Neben einer Aufnahmefunktion und einem elektronischen Programmführer würden auch Videos auf Abruf (Video on Demand) angeboten, sagte Steil.

Start mit Swisscom-Technik

Dabei kommt es zu einer Premiere: Um das TV in die Haushalte zu bringen, greift Sunrise erstmals auf die Breitbandinternet-Technik VDSL der Swisscom zurück. VDSL ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) deutlich schneller als die am meisten verbreiteten ADSL-Anschlüsse, die maximal 5 Mbit/s liefern.

Eine solch grosse Geschwindigkeit ist nötig, damit auch zwei hochaufgelöste HD-Kanäle gleichzeitig ruckelfrei in die gute Stube kommen. «Wir wollen zuerst auf VDSL sehen, testen, lernen», sagte Steil. Erst ein paar Monate später werde Sunrise-TV auch denjenigen Kunden angeboten, die mit der Technik ADSL2 surfen.

Diese von Sunrise eingesetzte Technik kann aber mit einer Höchstgeschwindigkeit von 15 Mbit/s mit VDSL nicht ganz mithalten. Was dies für die Zahl der gleichzeitig nutzbaren HD-Kanäle heisst, ist noch nicht klar.

Lehrgeld

Die Swisscom war im November 2006 ins Fernsehgeschäft eingestiegen und hatte am Anfang Lehrgeld bezahlt. Auf den langsamen ADSL-Leitungen lief Bluewin TV nur schlecht. Ruckelnde Bilder und Tonprobleme waren die Folge. Später bot die Swisscom ihr TV-Angebot nur noch auf VDSL an.

Allerdings gibt es auch da Einschränkungen. Je weiter ein Haushalt von der nächsten Swisscom-Telefonzentrale oder vom - Quartierkasten entfernt ist, desto geringer wird die Geschwindigkeit der Leitung. Gewisse Kunden können deshalb keine HD-Kanäle empfangen.

Ende März schauten 469 000 Haushalte mit der Swisscom fern. Gleichzeitig hatte UPC Cablecom 495 000 Digitalfernseh-Kunden.

Für Sunrise ist der TV-Start auf VDSL ein erster Schritt, bis die Glasfasernetze bereit sind. Denn die Datenautobahnen der Zukunft bieten mit ihren viel höheren Geschwindigkeiten wesentlich grössere Möglichkeiten. Damit lässt sich beispielsweise auch 3D-Fernsehen übertragen.

Mehr Betriebsgewinn

Im ersten Quartal 2011 hat Sunrise trotz weniger Umsatz mehr verdient. Der Umsatz sank um 3,7 Prozent auf 477 Mio. Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg indes um 7,7 Prozent auf 141,1 Mio. Franken. Man habe vor allem im Mobilfunk zulegen können, während Festnetz und Internet geschrumpft seien.

Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg von 30,4 Mio. auf 48,2 Mio. Franken. Unter dem Strich wies Sunrise jetzt fürs erste Quartal 2011 einen Reingewinn von 217'000 Fr. aus und einen Pro-forma-Verlust von 19,7 Mio. Fr. fürs erste Quartal 2010.

Die Zahlen sind erheblich durch den Verkauf von Sunrise durch den dänischen Telekomkonzern TDC an den Finanzinvestor CVC Capital Partners im vergangenen September beeinflusst. CVC bürdete Sunrise einen guten Teil des Kaufpreises von 3,3 Mrd. Fr. als Schulden auf. Für die 2,376 Mrd. Fr. Schulden muss Sunrise nun Zinsen bezahlen. Zudem war Sunrise nach dem Verkauf an CVC durch Rechnungslegungsvorschriften gezwungen, die Aktiven höher zu bewerten, was die Amortisationen nach oben treibt.

(sda)