E-Sport

21. Oktober 2014 08:31; Akt: 21.10.2014 09:10 Print

Wie man mit Gamen Millionen verdient

von Kaspar Wolfensberger - In Asien gibt es professionelle Videospieler, die mit Gamen ihren Lebensunterhalt verdienen. In der Schweiz hingegen ist es kaum möglich, durchs Gamen reich zu werden.

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Es klingt nach einem absoluten Bubentraum: Mit dem Spielen von Videogames so richtig viel Geld zu verdienen. Tatsächlich gibt es einige wenige Gamer auf der Welt, denen es gelungen ist, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Am Videospiel-Turnier «The International» in Seattle beispielsweise wurden dieses Jahr knapp 11 Millionen US-Dollar an Preisgeld ausgeschüttet. Die Gewinner aus China nahmen als Hauptpreis eine Million mit nach Hause.

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In der Schweiz fast unmöglich

Zwar sind Preisgelder, wie sie bei «The International» ausgeschüttet werden, nach wie vor die Ausnahme. Trotzdem können immer mehr Gamer vom E-Sport leben, wie Videospielwettkämpfe im Fachjargon heissen. Das grosse Geld machen dabei allerdings vor allem Asiaten. Schweizern fällt es bisher schwer, mit dem Gamen ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Was sind die Gründe? Auf diese Frage weiss der 31-jährige Schaffhauser Cem Erbarlas eine Antwort. Er ist ein leidenschaftlicher Spieler von «Dota 2», dem Game, das beim Turnier «The International» gespielt wurde. Erbarlas erklärt: «Das Hauptproblem ist, dass die Löhne in der Schweiz im internationalen Vergleich sehr hoch sind.» Für einen Chinesen sei es sehr attraktiv, viel Zeit ins Gamen zu investieren, um eines Tages vielleicht 5000 Dollar pro Monat zu verdienen – in China ein Vielfaches eines normalen Angestelltenlohns. Im Gegensatz dazu sei ein solcher Betrag in der Schweiz nichts Besonderes.

Schweizer Markt zu klein

Ein weiteres Problem ist laut Erbarlas, dass der Schweizer Markt zu klein ist. Die Produzenten der Videogames oder die Hardwarehersteller hätten kaum Interesse, Schweizer Spieler zu unterstützen. Darum gebe es in der Schweiz auch noch keine grossen Turniere.

Das zu ändern, ist eines der Ziele von Erbarlas neuer Plattform swissdotacommunity.ch, die er mit Gleichgesinnten im Juni gegründet hat. «Wir wollen in Zukunft auch in der Schweiz grosse, professionelle Turniere organisieren und den Gaming-Standort stärken», sagt der 31-Jährige.

Derzeit nehmen nur 25 Spieler aus der Schweiz regelmässig an verschiedensten Gaming-Wettkämpfen teil. Am meisten verdiente dieses Jahr der jurassische «Counter Strike»-Spieler Mathieu Quiquerez, wie die «Handelszeitung» berichtet. Er konnte Preisgelder im Wert von gut 13'000 Dollar einheimsen.

Volle Stadien in Südkorea

Ganz andere Verhältnisse herrschen in Asien. In Südkorea beispielsweise gibt es professionelle Ligen inklusive Wettkampfstadien, die bei wichtigen Partien jeweils ausverkauft sind. Auch Fernsehsender übertragen die Spiele live, weshalb es Gamer-Mannschaften leichtfällt, Sponsoren zu finden und Fan-Artikel zu verkaufen.

In Südkorea ist dabei vor allem das Strategiespiel «Starcraft» beliebt, bei dem Spieler Truppenverbände aufbauen müssen, die dann gegeneinander in die Schlacht ziehen. Im Gegensatz dazu ist «Dota 2» nicht nur in Südkorea, sondern auch in China, den Vereinigten Staaten, Schweden, Deutschland und Russland verbreitet.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan E. am 21.10.2014 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Aussagen beim Sponsoring

    Die Begründung, wieso es für Schweizer Spieler schwer ist einen Sponsoringvertrag zu ergattern, ist falsch. Denn in den meisten Fällen (u.A. DotA 2) werden die Sponsorenverträge nicht vom Entwickler oder Vertreiber des Spiels vergeben wie es hier beschrieben ist, sondern von Hardwareherstellern (Nvidia, AMD, etc.) oder Vertreibern von Energy Drinks (Monster z.B.) etc. Es geht nicht darum das Spiel zu promoten und somit die Verbreitung zu steigern, sondern um ein Team zu sponsoren, das fähig ist im internationalen Wettbewerb zu bestehen und den damit einhergehenden Bekanntheitsgrad.

  • Plüss am 21.10.2014 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mit E-Sports geld verdienen

    Ich bin Schweizer und habe bereits mehrere Jahre Geld mit E-Sports verdient. Doch immer wenn mich Jugendliche Fragen wie ich das geschafft habe, blockte ich ab und sagte, dass wollt ihr garnicht wissen. Denn um in der Schweiz ein anständiges einkommen auf die Beine zu kriegen müsste man 16 Stunden dauern zocken. das dies auf die Jahre hinaus auf die Substance geht versteht sich von selbst, denn Ferien kann man sich nicht leisten. Und das wichtigste, wer einmal Gamer war kann nicht einfach ins Berufsleben zurück, denn in einer Bewerbung 4 Jahre Gamen drin stehen zu haben ist praktisch Karrieremord. Deshalb nicht empfehlenswert

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  • Smp am 21.10.2014 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    International

    falsche Aussage zum Preisgeld. Die Gewinner des ersten International nahmen eine Million nach Hause. Dieses Jahr waren es ca 6 Millionen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Outrager am 22.10.2014 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Quake III

    Habe im 2001 meinen eigenen Q3 Clan (International) gegründet und wir waren damit über Jahre auf ClanBase (gibts leider nicht mehr) aktiv. Einige Cups gewonnen bzw. 2. Rang erreicht. Jedoch nie Geld erhalten. Wir waren eine Truppe aus Schweden, Norwegen, Finnland, Holland, Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz. Viele habe ich damals persönlich in ihrem Land besucht - war 'ne geile Zeit, möchte diese nicht missen. Heute spiele ich immer noch leideschaftlich gerne, jedoch nur Abends nach der Arbeit! BF4 / D3 (Diablo3, Doom3 längst durchgezockt) Gewisse Spiele habe ich für PS3 & PC

  • FiguzFFA am 21.10.2014 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GB all star;)

    Die einzig guten comp. spiele sind/waren Halo2/Halo3 und Natürlich CoD4(pc).

  • sergiosantos92 am 21.10.2014 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Battlefield 4

    Ich habe selber schon bei solchen Turniere mitgemacht (zwar BF4 für die PS4), aber es war mit ein paar deutsche spieler. Leider findet man nicht so viele Leute, die sich fürs "Competitive Gaming" interessieren, obwohl man untejr den 15 besten Aufklärer (eine Klasse, die man in BF4 spielen kann) in der Schweiz ist. Schade, man könnte ein paar Fränkli dazu verdienen, sei es mit Turniere oder mit Twitch.

  • Fanboi am 21.10.2014 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgreiches schweizer E-Sport Team

    mYinsanity ist ein schweizer Team und mittlerweile auch ein grosser Name im internationalen E-Sport. Ich verfolge dieses Team nun schon seit längerer Zeit und hoffe, dass man auch in unseren Medien zukünftig mehr von ihnen hören wird.

  • Maetthu am 21.10.2014 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SC2

    Schaut auf Twitch TV ab dem 1 November Starcraft 2 welches von der Blizzcon 2014 ausgestrahlt wird. Go JAEDONG....!!!!! :-)

    • Remo am 22.10.2014 22:42 Report Diesen Beitrag melden

      Bin dabei

      Jawoooohl! Starcraft ist das beste und Jaedong ist der Grösste ;-)

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