Blauer Dunst

15. August 2012 12:52; Akt: 15.08.2012 14:02 Print

Tabakmultis sponsern Fumoirs

Der Zigarettenindustrie geht der Bau von Fumoirs zu wenig schnell. Darum beteiligen sich Konzerne an den Baukosten der Raucherräume. Die «Subventionierung» stösst der Anti-Raucher-Lobby sauer auf.

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Wie viele Gastrobetriebe bisher von der «Subvention» profitiert haben, will BAT nicht verraten. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Das Rauchverbot in Restaurants ärgert die Tabakbranche gewaltig. Sie hofft darum auf Fumoirs, doch deren Bau stockt – auch weil den Gastronomen das Geld für die Investition fehlt. Je nach Grösse des Raums kostet ein Umbau einige Tausend bis einige Zehntausend Franken. Laut der «Aargauer Zeitung» beteiligt sich der Zigarettenkonzern British American Tobacco (BAT) seit geraumer Zeit mit 15 Prozent an den Baukosten der Raucherräume.

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Ob es sich um ein bedientes oder unbedientes Fumoir handelt, spielt für den Tabakkonzern, zu dessen Reich Parisienne oder Lucky Strike gehören, keine Rolle. Einzige Bedingung: Im Gastrobetrieb dürfen ausschliesslich BAT-Zigaretten-Automaten stehen. Ist dies der Fall, dürfen die Gastrobetriebe zwischen zwei Firmen wählen, die auf den Bau von Fumoirs spezialisiert sind. Wie viele Gastrobetriebe bisher von der «Subvention» profitiert haben, will BAT nicht verraten.

Laut der «Aargauer Zeitung» soll sich auch der Schweizer Marktführer Philip Morris an den Kosten des Fumoir-Baus beteiligen, wenn auch in kleinerem Umfang. Beim Konzern, der hierzulande nahezu die Hälfte des Marktes beherrscht, hängt man das Angebot aber anders als BAT nicht an die grosse Glocke. Auf Anfrage der Zeitung hat Philip Morris sogar bestritten, dass Unterstützung gewährt werde.

Unterstützung ist nicht verboten

Die Anti-Raucher-Lobby findet die Unterstützung problematisch. «Dass die Zigarettenhersteller in der Schweiz jetzt auch noch Fumoirs finanzieren, finde ich bedenklich», kritisiert der SP-Alt-Nationalrat Franco Cavalli. Ähnlich sieht es die St. Galler Ärztin und Nationalrätin Yvonne Gilli (Grüne): Firmen wie BAT und Philip Morris gehe es darum, das Rauchen trotz Rauchverbot an möglichst vielen Orten zu ermöglichen.

Was die Tabakkonzerne machen, mag für die Anti-Raucher-Lobby zwar störend sein, ist aber laut dem Bundesamt für Gesundheit nicht verboten. Man kann den Restaurationsbetrieben nicht verbieten, Geld von der Zigarettenindustrie anzunehmen.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Werner am 15.08.2012 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schrööcklich

    Grosse Firmen helfen kleinen Gastronomen die vom Staat und der freiheitsfeindlichen Gesundheitslobby in den Ruin getrieben werden dank Fumoirs weiter zu bestehen. Eine wirklich ganz ganz furchtbare Tat wenn nicht schon fast ein Verbrechen! Zumal es Leute wie Yvonne Gilli dazu zwingt zuzugeben, dass es gar nie darum ging nur noch in Fumoirs zu rauchen sondern sie am liebsten ein totalitäres Verbot hätte.

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  • Der Tom am 15.08.2012 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Totales Verbot für verbreitung von Rauch

    Rauch stinkt und ist eine nicht zumutbare Belästigung. Wer süchtig ist soll sich ein Pflaster anschnallen... das stinkt nicht.

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  • M. Suter am 15.08.2012 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gestank

    Wenn einer furzt, stinkt's auch. Dann gibt's noch die Leute, die sich morgens mit Parfüm vollsprühen und dann stinkend neben mir im Bahnabteil sitzen. Gar nicht zu reden von denen, die sich offenbar wochenlang nicht waschen... Ich fordere Furzverbot, Parfümverbot und gesetzlichen Waschzwang!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frank am 16.08.2012 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Freie Marktwirtschaft

    Selbstverständlich darf die Tabakindustrie sich an den Kosten für ein Fumoir beteiligen, den schliesslich bekommen sie auch etwas dafür, einen "Verkaufsstand" für deren legales Produkt im Umfeld der Zielgruppe der Konsumenten...das nennt man Marketing innerhalb einer freien Marktwirtschaft. Ob jemand das Produkt konsumiert bleibt jedem selbst überlassen, das nennt man Handlungsfreiheit. Wenn sich jemand daran stört, so ist das seine eigene Meinung und sein persönliches Problem.

  • Dani am 15.08.2012 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich keine schlechte Sache

    Glaubt mir, die Tabakmultis machen das nicht um euch eine Freude zu machen oder um Wirte zu unterstützen. Die machen das grummelnd und leise, um bloss ihren Dreck weiterverkaufen zu können. Bevor ihr jetzt entsetzt seid: Wenn die Tabakfirmen ein Fumoir sponsern in welchem nicht bedient wird (wie das Gesetz vielerorts sowieso verlangt) dann ist das meinerseits OK. Schlussendlich finanzieren die Raucher es ja selber mit dem Geld dass die Tabakfirmen einnehmen. Hauptsache die Raucher stören und stinken nicht wo andere Leute sind.

  • Bruder Motzi am 15.08.2012 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Als passionierter Raucher

    ekelt mich die ganze Hetzkampagne, da sie darauf abzielt, in unser Leben einzugreifen!!! Das Passivrauchen-Problem wäre gegenseitig absolut lösbar, aber nur, WENN DIES erwünscht ist. Was ganz anderes: Die Hetzkampagne sorgt dafür, dass die Gesellschaft von dieser Seite her noch mehr gespalten wird. Mir soll's recht sein: Dann haben wir es untereinander noch lustiger (im Sinne des Wortes)!!!

  • martin am 15.08.2012 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichtraucher seit 50 Jahren

    ich bin nichtraucher und bin mit der jetzigen lösung zufrieden. In meinem umfeld bewegen sich raucher und nichtraucher. Und wir alle kommen klar damit weil der respekt beider seiten vorhanden ist. Und wenn ich mal zufälligerweise etwas rauch abbekomme dann ist es halt so. Wenn ich eine halbe stunde durch eine stadt gehe, dann gehe ich davon aus ist es nicht sehr viel gesünder. Respektiert euch gegenseitig !

  • manu am 15.08.2012 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    moment

    sie "übernehmen" 15% mit der bedingung für werbung (Zigiautomaten) und nur mit den beiden ihnen genehmen unternehmern. würd mich ja nicht wundern wenn die 15% min zum teil von den unternehmen getragen werden, bzw diese eben einen solchen aufschlag auf die offerte machen, sodass am ende doch nichts beim tabakkonzern hängen bleibt.

    • A.W. am 15.08.2012 17:09 Report Diesen Beitrag melden

      Ja klar ....

      wird sich ein Amerkikanischer Konzern des Betrugs und der Hinterziehung schuldig machen. Wie wenn die nicht schon genug Probleme hätten... und dann noch Gegenrechnungen stellen an den Betrieb der das baut. Das sind doch keine Bänker ;-)

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