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Hypotheken-Stopp
21. Juni 2012 09:18; Akt: 21.06.2012 09:39 Print
Das Häuschen im Grünen hat ausgedient
von Sabina Sturzenegger - Die Alternative Bank Schweiz vergibt keine Kredite mehr für Häuser, die ausserhalb des Siedlungsgebiets gebaut werden. Landschafts-Experten sind begeistert, andere Banken skeptisch.

Das Häsuchen im Grünen - hier in Igis GR - ist der Traum vieler Schweizer. Doch es fördert auch die Zersiedelung der Landschaft. (Bild: Keystone)
Es muss ein Traum sein, das Häuschen im Grünen: Kein Strassenlärm, die Nachbarn weit weg, die Kirchenglocken nur ein sanftes Gebimmel. Viele Häuschenbauer malen sich ihren Traum so aus – und lassen ihn sich anschliessend von einer Bank finanzieren.
Bildstrecken Immo-Blasen Die «grüne» Bank der SchweizDie Alternative Bank Schweiz (ABS) gibt es seit 1990 und wird von 4400 Aktionären getragen. Sie weist eine Bilanzsumme von über 1 Milliarde Franken aus und hat rund 27 000 Kunden mit einem Guthaben von 1,039 Milliarden. Die ABS publiziert sämtliche ausbezahlten Kredite und investiert in nachhaltige Projekte und Unternehmen. Steuerfluchtgelder weist die Bank nach eigenen Angaben zurück. Die Bank hat ihren Hauptsitz in Olten. (egg)
Dass ein Haus auf der grünen Wiese auch den Bau neuer Zufahrtsstrassen und Kanalisationen bedeutet, und so die Zersiedelung unseres Landes fördert, rückt für viele in den Hintergrund. Fakt ist aber: Die Schweiz wird immer mehr zubetoniert. In der Schweiz wird laut einer Studie des Raumplanungsbüros Schwick und Spichtig pro Sekunde ein Quadratmeter Landschaft zugebaut. Die bewohnte und bebaute Fläche hat zudem zwischen 2002 und 2010 um rund 170 Quadratkilometer zugenommen. Das ist die Grösse des Schweizerischen Nationalparks oder die Fläche des Kantons Appenzell Innerrhoden.
Politik greift ein, Bank zieht nach
Dass diese bekämpft werden muss, hat inzwischen auch die Politik gemerkt: Am 15. Juni hat das Parlament das revidierte Raumplanungsgesetz verabschiedet. Zentrales Anliegen: Die Zersiedelung einzuschränken. Jetzt hat auch eine Bank der Zersiedelung den Kampf angesagt: Als erstes Kreditinstitut des Landes vergibt die Alternative Bank Schweiz (ABS) aus Olten seit dem 1. Juni keine Hypotheken mehr, wenn das Bauvorhaben die Zersiedelung fördert.
Die ABS hat ein Messinstrument entwickelt, um den Zersiedelungsgrad eines Bauvorhabens zu berechnen. «Jedes Projekt wird damit überprüft», erklärt Martin Rohner, Vorsitzender der ABS-Geschäftsleitung gegenüber 20 Minuten Online. «Die Kreditvergabe der ABS fokussiert auf Projekte, die dort gebaut werden, wo bereits andere Gebäude stehen», ergänzt Rohner.
Der Fokus liege vor allem auf den unter- und ungenutzten Gewerbegebieten: «Wir sind überzeugt, dass es in den Schweizer Ballungsgebieten noch viele Flächen gibt, die besser genutzt werden könnten, um den Bedarf an attraktivem Wohnraum oder gut erschlossenen Gewerbeflächen zu decken.» Das heisst auch: «Ein Mehrfamilienhaus in einem bestehenden Siedlungsgebiet hat bessere Chancen, von der ABS finanziert zu werden, als ein Einfamilienhaus auf der grünen Wiese.»
Für Lukas Bühlmann, Direktor der Schweizerischen Vereinigung für Landesplanung (VLP), ist die Idee der Alternativen Bank ein «interessanter, wichtiger Weg». Für ihn ist klar: «Wir müssen sparsamer mit unserem Boden umgehen, es muss eine Verdichtung des Bauens stattfinden.» Dass eine Bank dies nun auch wirtschaftlich steuern wolle über die Vergabe von Baukrediten, sei sehr zu begrüssen.
ABS wird wenig bewirken können
Das Problem der ABS dürfte aber ihre Kleinheit sein: Die Bank hat ein Hypo-Volumen von rund 600 Millionen Franken - der gesamte Hypothekenmarkt der Schweiz beläuft sich aber mit rund 800 Milliarden Franken auf mehr als das Tausendfache. «Rein zahlenmässig sieht man, dass die ABS damit wenig bewirken kann», meint Hypothekenberater Adrian Wenger vom VZ Vermögenszentrum. Für grosse Bauvorhaben sei die ABS sowieso zu klein.
Wenger vermutet, dass die Bank, die traditionell Anleger mit ausgeprägtem ökologischen Hintergrund anspreche, mit diesem «Marketinginstrument» neue Kapitalien aus dem «grünen Zirkel» anziehen will. Als Lösung gegen die Zersiedelung sieht er die neue Hypothekenvergabe der ABS aber nicht: «Der Gesetzgeber muss die Vorschriften machen für die Bebauung der Landschaft. Die Schweizer Banken werden sich nicht im grossen Stil in die Politik einmischen.»
Nicht Bank, sondern Behörde soll entscheiden
Bei der Bank Raiffeisen, mit einem Hypothekenvolumen von 128,5 Milliarden Franken die Nummer zwei in der Schweiz, ist man ähnlich skeptisch gegenüber dem ABS-Modell. «Es gibt bei uns keine Entscheide in diese Richtung», sagt Sprecher Franz Würth. Raiffeisen würde zwar jedes einzelne Gesuch um eine Hypothek begutachten, doch «ob der Landschaftsschutz eingehalten wird, muss die Baubewilligungsbehörde entscheiden».
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Alle 84 Kommentare

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WOHLSTANDS-KREDITE ADIEU
Die Wohlstands-Gesellschaft muss man wieder zur Vernunft bringen, d.h. nicht mehr über die eigenen Verhältnisse zu leben.
Wo bleibt die Selbstbestimmung?
Schlimm wenn man als Schweizer im eigenen Land nicht mal mehr bestimmen darf ob man lieber auf dem ruhigen Land oder in der lärmenden, stressigen Stadt wohnen will! Aber Land an Ausländer verkaufen, da sind wir ja Weltmeister und das trägt natürlich überhaupt nicht zur Zersiedelung bei!!!! Ich finde auch, dass man nicht alles überbauen sollte, aber bitte nicht immer zuerst auf Kosten der eigenen Bevölkerung!
Ha...
... Ha ha, dass ist doch die Bank die Umweltschutzpapier hat aber die grossformat Kuverts sind aus normalem Papier hab ich bei meinem Kumpel gesehen sieht hässlich aus und ich krümmte mich vor lachen. Das ist für mich eine möchtegern grün Bank würde ich keinem empfehlen.