Boom von Tablet & Co

24. Oktober 2012 13:11; Akt: 24.10.2012 13:36 Print

Ferienveranstalter müssen nachrüsten

von Valeska Blank - Reisen suchen und buchen über Tablets und Smartphones boomt. Das bringt die Reiseveranstalter unter Zugzwang: Viele Webseiten sind noch nicht mobil-tauglich.

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Im ersten Halbjahr 2012 sind die Buchungen über die iPad-App von hotels.com in der Schweiz im Vergleich zum Halbjahr davor um satte 384 Prozent nach oben geschnellt. (Bild: colourbox.com)

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Erst war es der PC, der den klassischen Reisebüros und Ferienveranstaltern das Leben schwer machte. Durch das bequeme Buchen von zu Hause aus brach ihnen ein wichtiger Teil ihres Geschäfts weg.

Jetzt wird sogar der Computer beim Suchen und Buchen der nächsten Ferien je länger, je mehr zum Auslaufmodell. Wie eine Studie des Internetportals hotels.com zeigt, suchen Sonnenhungrige und Ferienreife ihre Reisen immer öfter mobil online – sprich übers Tablet, das Smartphone oder den Laptop.

Explosionsartiger Zuwachs

Im ersten Halbjahr 2012 sind die Buchungen über die iPad-App von hotels.com in der Schweiz im Vergleich zum Halbjahr davor um satte 384 Prozent nach oben geschnellt.

Auch über Android wurden im gleichen Zeitraum 128 Prozent mehr mobile Buchungen verzeichnet, heisst es in der Studie. «Die Nutzer haben Vertrauen in die mobile Buchung gewonnen», erklärt Andreas Liebrich, Dozent für e-Tourismus an der Hochschule Luzern.

Tablets am beliebtesten

Die meisten mobilen Buchungen zählt das Buchungsportal hotels.com bei Tablet-Benutzern. Diesen Trend bestätigt der Schweizer Reiseveranstalter Hotelplan: «Wir sehen einen markanten Anstieg der mobilen Zugriffe, insbesondere von Tablets», sagt Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir.

Ähnlich tönt es bei Kuoni: «Die Besucherzahlen von mobilen Geräten haben sich bei kuoni.ch vervierfacht», sagt Sprecher Simon Marquard. Auf der Webseite der Kuoni-Tochter Helvetic Tours hätten sich die Zugriffe sogar verfünffacht.

Chance verspielt

Der Mobil-Trend in der Reisebranche bringt für die Veranstalter aber auch Probleme mit sich. «Viele eShops sind heute auf dem Smartphone nur schwer nutzbar», sagt Marc Isler, Marketingchef beim Schweizer Ferienwohnungsanbieter Interhome.

Dadurch würden sich die Reiseveranstalter die Chance verspielen, im frühen Stadium der Entscheidungsfindung des Kunden mitberücksichtigt zu werden. «Wenn das mobile Angebot nicht überzeugt, ist der User schnell weg.»

Reiseveranstalter verbessern Angebot

Das haben die grossen Schweizer Ferienanbieter wohl auch erkannt. Die Webseite von Hotelplan sei zwar für Notebooks und Tablets optimiert, jedoch noch nicht für Smartphones, bekennt Sprecherin Huguenin-dit-Lenoir. «Wir werden aber eine optimierte Version speziell für Smartphones in den nächsten Monaten lancieren.» Zudem sei eine App für den Beginn der Sommersaison 2013 geplant.

Konkurrent Kuoni will ganz von Apps wegkommen. Man wolle verhindern, dass sich die Kunden zusätzlich etwas installieren müssen. Sprecher Marquard: «Bis Ende Jahr werden wir auf kuoni.ch sowie helvetictours.ch die Buchungsseiten für mobile Geräte anpassen, um die Buchbarkeit der Reisen auf mobilen Geräten zu vereinfachen.»

Tui Suisse betreibt zurzeit eine Reise-App, aber noch keine auf mobile Geräte ausgerichtete Internetseite.

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