Bezahlen im Ausland

18. Juli 2017 10:28; Akt: 18.07.2017 13:24 Print

Wo Trinkgeld eine Pflicht ist – und wo verboten

Auf Kreuzfahrtschiffen ist Trinkgeld oft obligatorisch und viele Länder kennen eigene Gepflogenheiten. Die wichtigsten Tipps zum finanziellen Zustupf.

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Reicht es, auf den nächsten vollen Betrag aufzurunden? Trinkgelder können eine komplizierte Angelegenheit sein. Auf der Rechnung in Restaurants oder Cafés ist ein Betrag für den Service bereits enthalten. Trotzdem wird eine gute Bedienung normalerweise mit fünf bis zehn Prozent Trinkgeld belohnt. Das «pourboire» wird in den Rechnungsteller gelegt. In Bars freuen sich die Kellner ebenfalls über ein paar Münzen. Bei Taxifahrten wird mindestens das Aufrunden auf den nächsten Euro erwartet. Oft ist auf der Rechnung in bereits eine Servicegebühr inbegriffen. In der Regel werden trotzdem ein paar Euro Trinkgeld auf dem Tisch hinterlassen. Wie in Frankreich sind es rund fünf bis zehn Prozent. In Bars wird normalerweise kein Trinkgeld gegeben. In Taxis rundet man den Preis für die Fahrt meist auf den nächsten Euro auf. In sind rund 10 Prozent Trinkgeld üblich. Gibt es in Bars Service an den Tischen, wird dieser meist durchs Aufrunden belohnt. Der Preis für eine Taxifahrt wird oft aufgerundet. Im Bild: das Caixa Forum in Madrid. Rund 10 Prozent Trinkgeld sind auch in üblich. Das Geld wird meist in den Rechnungsteller gelegt. Bei Taxifahrten werden normalerweise rund zehn Prozent Trinkgeld bezahlt oder der Betrag auf den nächsten Euro aufgerundet. In , normalerweise etwa 10 Prozent. Auch in Bars mit Service wird normalerweise aufgerundet. Gleiches gilt für Taxis. Im Bild: Das Hundertwasserhaus in Wien. In ist eine Servicegebühr bereits im Preis inbegriffen. Oftmals wird aber trotzdem aufgerundet, bei grösseren Rechnungen auf den nächsten Fünfer oder Zehner. Bei Taxifahrten sind laut Knigge rund zehn Prozent der Summe als Trinkgeld üblich. In beträgt das Trinkgeld in Restaurants normalerweise zehn Prozent – falls auf der Rechnung nicht schon ein fixer Betrag für den Service berechnet wurde. In diesem Fall kann auf das Trinkgeld verzichtet werden. In Bars geben die Briten normalerweise kein Trinkgeld, bei Taxifahrten runden sie auf. Ein Trinkgeld von 10 Prozent ist in den Restaurants üblich. In Bars wird oft kein Trinkgeld gegeben, bei Tischservice grössere Beträge aufgerundet. Taxifahrer erhalten in der Regel 10 Prozent zusätzlich pro Fahrt. In den leben die meisten Serviceangestellten vom Trinkgeld: 15 bis 20 Prozent Zuschlag ist die Regel. Jedes Getränk in einer Bar wird normalerweise mit einem Dollar-Schein getippt. Auch Taxifahrer erhalten 15 bis 20 Prozent Trinkgeld. In jüngster Zeit ist in den USA eine Debatte um die teilweise komplizierte Trinkgeld-Kultur entbrannt. In einigen (New Yorker) Restaurants heisst es inzwischen explizit «no tip» – das ist aber die grosse Ausnahme. Offiziell sind Trinkgelder in verboten. Vor allem in westlichen Hotels und Restaurants in den grossen Städten wird ähnlich wie in vielen europäischen Ländern rund zehn Prozent Trinkgeld gegeben. In normalen chinesischen Restaurants ist Trinkgeld normalerweise nicht üblich. Gleiches gilt für Taxifahrer. In ist Trinkgeld nicht üblich, da guter Service als Standard angesehen wird. Oft wird das Geld abgelehnt oder kann gar als Beleidigung angesehen werden. Gleiches gilt auch für Taxifahrten. In einigen Bereichen wie etwa bei Touristenführern sind Trinkgelder eher verbreitet. Geld sollte aber nicht einfach direkt aus dem Portemonnaie überreicht werden, sondern diskret in einem kleinen Umschlag. In wird vor allem in touristischen Orten Trinkgeld erwartet. Normalerweise rund 10 Prozent. Einige Restaurants verlangen generell eine Gebühr für den Service, dann ist zusätzliches Trinkgeld nicht unbedingt nötig. In Taxis beträgt das Trinkgeld meist 10 Prozent. In hat Trinkgeld eigentlich keine Tradition. Mit dem Tourismus haben sich über die Jahre aber auch die Gepflogenheiten verändert: Ein Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent ist in Restaurants willkommen. Bei Taxifahrten wird die Summe in der Regel aufgerundet. Hierzulande wird ähnlich wie im deutschsprachigen Ausland normalerweise der Betrag auf der Rechnung aufgerundet – obwohl seit 1974 in der im Gastgewerbe eigentlich «Service inbegriffen» gilt.

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Guter Service in der Gastronomie wird normalerweise mit Trinkgeld honoriert. Viele sind sich aber unsicher, wie hoch es ausfallen soll. Man will schliesslich nicht protzen, aber auch nicht zu knausrig erscheinen.

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In der Schweiz und vielen anderen Ländern ist im Endpreis im Restaurant oder Café eigentlich ein Entgelt für den Service bereits enthalten. Trotzdem sind Trinkgelder nicht verschwunden. Allerdings unterscheiden sich die Gewohnheiten von Land zu Land (siehe Bildstrecke).

Von obligatorisch bis verpönt

In den USA etwa lebt das Service-Personal oft fast vollständig vom Trinkgeld, da der staatliche Mindestlohn für Berufe der Branche nur 2.13 Dollar pro Stunde beträgt. In einigen asiatischen Ländern ist Trinkgeld verpönt oder gar per Gesetz verboten.

Doch nicht nur die Höhe des Trinkgelds kann zwischen Ländern oder verschiedenen Dienstleistungen variieren, auch die Art der Übergabe ist nicht überall dieselbe. In einigen Nationen wird die persönliche Übergabe des Trinkgelds erwartet, in den USA wird ein «Tip» direkt bei der Bezahlung mit der Kreditkarte verrechnet, in vielen europäischen Ländern lässt man das Geld auf der Rechnung liegen.

Dieser Artikel erschien in leicht geänderter Form im Juni 2016.

(lin)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oli D. am 22.06.2016 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Japan

    "In Japan ist Trinkgeld nicht üblich, da guter Service als Standard angesehen wird." So lobt man sich das! Ich wünschte bei uns würde diese Mentalität auch gelten...

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  • Loreley am 22.06.2016 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnismässig

    Guter, freundlicher Service wird mit Trinkgeld belohnt. Prinzipieller Tip bei ungenügender Leistung finde ich unangebracht. Hab keine Lust, einen unfreundlichen Kellner zu belohnen.

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  • reto.f am 22.06.2016 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht okey

    wuerden die angestellten einen richtigen lohn bekommen, waehre das trinkgeld überflüssig. die werden ja für ihre arbeit bezahlt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christoph am 19.07.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Recherche!

    Nur weil man das mehr und mehr macht ist das Trinkgeld in der Schweiz noch lange nicht üblich und vor allem auch NICHT in der Höhe von 10%. Geht's noch?! Aufrunden ja, Trinkgeld okay, aber "üblich" ist das sicher nicht! Es ist auch absolut nicht nötig, da die Löhne dies bereits vorsehen. Trinkgeld ist ja eh nur dazu da um es vor dem Fiskus zu verstecken!

  • Lungos am 18.07.2017 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    Köchin

    Obwohl ich auch in der Gastronomie arbeite kommt bei mir Trinkgeld nur selten in Frage. Was das Service personal zusätzlich in die private Tasche durch Trinkgeld einnimmt ist wahnsinnig...Dazu kommt, dass Trinkgeld nicht versteuert wird. Lasst das lieber sein mit dem Trinkgeld!

    • _uhu am 19.07.2017 00:07 Report Diesen Beitrag melden

      Gesetzlich wäre es eigentlich geklärt

      Trinkgeld ist ja offiziell im Preis schon enthalten. Wieso man immernoch Trinkgeld gibt?! ..zumal bei einem Preis von 5.- für ein Cola ich davon ausgehe, dass das Trinkgeld für die Kellnerin, den Koch, die Administraion und die Reinigungskraft inklusive ist.

    • S. Hediger am 19.07.2017 01:26 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Köche oder Buffetmitarbeiter haben es auch streng, aber man spürt deutlich, dass Sie Ihren Kollegen an der Front das Trinkgeld regelrecht missgönnen! Und dass Sie noch allen "empfehlen", generell kein Trinkgeld zu geben, ist überaus verwerflich! Als würden SIE es nicht nehmen...

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  • Praktikus am 18.07.2017 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Restaurantbesuche

    Mir ist die Trinkgeldfrage mehr als zuwider. Ich vermeide wenn immer möglich Restaurantbesuche, da diese eh viel zu teuer zu stehen kommen, vor allem in der Schweiz, aber auch in den Nachbarländern. Meistens wird auch nicht mehr wirklich vor Ort gekocht, sondern aufgewärmt und Vorverarbeitetes angerichtet. Wie dem auch sei: Selber kochen ist bei mir Trumpf, auch auf Reisen.

    • Genussmensch am 19.07.2017 01:35 Report Diesen Beitrag melden

      Langweilig

      Also mir wäre es zu doof, dermassen geizig durchs Leben zu gehen, in den Ferien immer selbst zu kochen und mir nie etwas zu gönnen! Aber eben...

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  • Claudius am 18.07.2017 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Verordnung 942.211

    An alle Schlaumeier, die glauben, es gäbe in der Schweiz kein Gesetz zum inbegriffenen Trinkgeld: Trinkgeld ist in der Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen geregelt.

    • Kaiser und Gott am 18.07.2017 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Claudius

      Ja, aber es geht bei der Frage nach "Trinkgeld" in Europa nicht eigentlich um Tip, sondern um Overtip... Das Trinkgeld ist in der Schweiz inbegriffen. Das beantwortet aber die Frage nach der Höhe des Overtipings nicht...

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  • dragao am 18.07.2017 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    italien

    Gebe persönlich in Italienische Touristenortschaften generell kein Trinkgeld.. wieso? weil in Restaurants alles verechnet wird ( besteck, sitzplatz, service etc.)