Inselspital-Baustelle

22. Oktober 2017 05:40; Akt: 22.10.2017 13:22 Print

Italienische Plattenleger verdienen 1500 Franken

Sechs Arbeiter aus Italien arbeiten für einen Dumpinglohn auf der Baustelle des Berner Inselspitals, wohnen auf dem Campingplatz und bekommen weder Spesen noch Ferien.

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Hat keine Kenntnisse von dem mutmasslichen Fall von Lohndumping: Inselspital in Bern. (Archivbild) (Bild: Keystone/Peter Schneider)

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Auf der Baustelle des Berner Inselspitals ist ein mutmasslich gravierender Fall von Lohndumping entdeckt worden. Laut «SonntagsBlick» verdienten Angestellte einer italienischen Plattenlegerfirma teilweise nur gerade umgerechnet 1500 Franken (1300 Euro) – ohne Reisespesen und Ferien. Der Mindestlohn liegt laut GAV bei 5170 Franken. Die sechs Plattenleger wohnen auf einem Campingplatz.

Corrado Pardini, Vizepräsident der Arbeitsmarktkontrolle Bern, erklärte der Zeitung, der Fall grenze möglicherweise an Menschenhandel und Ausbeutung. Die betroffene Schweizer Firma bestreitet dem Bericht zufolge Lohndumping. Beim Inselspital Bern hat man keine Kenntnisse vom Fall.

In der Schweiz stellen Baustellen-Inspekteure bei jeder fünften Kontrolle zu tiefe Löhne fest. Ab 2018 soll eine Art Strafregisterauszug für Bauherren eingeführt werden. Das Infosystem gibt Auskunft darüber, welche Firmen sich an die Mindestarbeitsbedingungen halten. Laut «SonntagsBlick» berät die Wirtschaftskommission des Nationalrats am Montag über die Massnahme für Bundesaufträge.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dumby am 22.10.2017 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armselig

    Genau sowas werde nicht passieren hiess es damals, als die Personenfreizügigkeit eingeführt werden sollte. Nun wirds weils in den Medien ist eine Pseudo Show Strafe geben-im besten Fall. Und anderswo...... weiter gehts...

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  • Cannaswiss am 22.10.2017 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitze vom Eisberg

    Super. 6 hat man erwischt. Es bleiben nur noch ein paar tausend. Um das abzuklemmen müsste man die die Arbeiten vergeben, die Firma die Unterakkordanten einstellt und die Bauherrschaften massiv büssen.

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  • der oberfreiämter am 22.10.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Submissionsreglement

    ...wen wunderts?! Ändert entlich das öffentliche Submissionsreglement!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissgirl am 23.10.2017 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Dabei gibt es mit den Patienten doch Milliarden verdienen. Da ist doch wohl genug Geld vorhanden um die italienischen Arbeiter richtig zu entlöhnen!

  • Walter Hechtler am 23.10.2017 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    SFR 7.50 pro Stunde - so wie im Ausland

    Wie kann mann sonst noch Wirtschaftlich Bauen in der Schweiz? Mit einem 5000 Franken Lohn an alle Plattenleger und Mauerer und Gipser usw. Dann Kostet der Bau anstatt 150 Millionen einfach 300 Millionen.

  • Linearium am 23.10.2017 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Hausgenmacht und eingeplant

    Welcher GU baut denn diesmal? Hihi! Und, die Österreicher haben diesen Missstand glasklar geregelt: Es haftet der Bauherr - und folge dessen haben die Bauherren die Rahmenverträge mit strikten Richtlinien und hohen Strafen ergänzt. Die gleiche Handhabe hat im 2012 "unser" gelobbyierter Nationalrat abgelehnt. Hihi! Noch Fragen?

  • Guam Luca am 23.10.2017 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Reicht doch

    1500 Franken reicht doch davon kannste in Italien nen ganzes Jahr leben

    • Patrick am 23.10.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Guam Luca

      Tja, nur leider sind wir hier in der Schweiz und nicht in Italien. Aber danke für den konstruktiven Kommentar und dass Sie es so sachlich und konkret auf den Punkt bringen konnten.

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  • Europäer am 23.10.2017 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wie Naiv

    Lese hier nur "Empörung", aber Tatsache ist die Schweizer wollen auch nicht zahlen was es wirklich kostet. Denn ein Unternehmen muss Gewinn erwirtschaften um zu überleben. Darum gibt es, bei den grossen ehrlichen schweizer Unternehmen, Preisabsprachen. Die Löhne und die Nebenkosten sind zu gross und langsam kann es sich kein Unternehmen mehr leisten das zu bezahlen. Die Folge ist, man arbeitet Schwarz. Wäre gut wenn die Unternehmen ehrlich sind und mal offen legen was für Unkosten sie haben. Dann würden die meisten von Ihnen vielleicht verstehen was Wirtschaft in der Schweiz bedeutet.

    • Paul am 23.10.2017 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      Eine Sauerei mit System!

      Das Problem ist doch eher, dass mindestens ein bis zwei Firmen nur kassieren und die Arbeit von einem dritten erledigen lassen, der dann eben ausländische Billigkräfte anstellt, um auch noch zu profitieren. Die Schweiz braucht gar nicht auf die Golfstaaten zu zeigen, bei uns läuft es zunehmend ähnlich! Die einzige Abhilfe wäre, man macht entweder den Bauherrn oder noch besser den Erstauftragnehmer haftbar und verteilt Bussen, die wirklich wehtun!

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