Beliebteste Marken

15. März 2017 07:24; Akt: 15.03.2017 07:24 Print

Zalando räumt ab, Bio-Labels holen auf

Internetmarken stehen bei Schweizer Jugendlichen hoch im Kurs. Aber auch Bio-Produkte schaffen es erstmals in die Rangliste der beliebtesten Marken.

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Zalando, Whatsapp, Netflix: Diese Marken erreichen laut einer repräsentativen Umfrage der Werbeagentur Havas die höchsten Beliebtheitswerte bei den 15- bis 25-Jährigen. Auf die drei Podestplätze folgen weitere Schwergewichte aus der Internetbranche wie Google, Instagram und Youtube. Neu in den Top Ten von insgesamt 505 untersuchten Marken sind bei den Jungen erstmals Migros Bio und Bio Suisse.

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Für die Auswertung hatten die Werber mit einem Marktforschungsunternehmen 4221 Personen befragt, denen die Logos der Marken vorgelegt wurden. Dabei wurde abgefragt, wie beliebt die Marken sind und wie positiv man deren Zukunftsaussichten bewertet.

Zalando an der Spitze, Vögele ist Schlusslicht

«Dass Zalando dieses Jahr bei der Beliebtheit den Spitzenplatz belegt, zeigt, dass sich Online-Shopping nach anfänglichen Zweifeln etwa bei Auslieferungen oder Retouren etabliert hat», sagt Havas-Chef Frank Bodin. Im Kleidergeschäft tut sich zwischen Zalando und den etablierten Unternehmen ein Graben auf: Am schlechtesten schneidet bei den Jungen die Marke Charles Vögele ab.

Neben Zalando dominieren Internetfirmen die Rangliste. «Das zeigt, wie digital die Jugend tickt», sagt Bodin. Auch die grosse Beliebtheit des Bezahldiensts Paypal deutet für Bodin darauf hin, dass in der Finanzbranche die Digitalisierung und damit das bargeldlose Zahlen nicht mehr aufzuhalten ist.

Bio-Marken bei Jungen hoch im Kurs

Werber Bodin sieht zudem an der Platzierung zweier Bio-Marken in den Top Ten, dass der umweltbewusste Konsum an Bedeutung gewinnt. «Diese Tendenz wird sich in Zukunft noch verstärken und ist umso erstaunlicher, weil vor einigen Jahren Bio-Marken noch belächelt wurden.»

Auch für Markenexperte Stefan Vogler ist es erstaunlich, «dass Bio-Marken bei einem jungen Publikum, das beim Preis knallhart kalkuliert, punkten können». Dies zeige, dass die Sensibilisierung bei Umweltthemen durch die Unternehmen Wirkung zeige.

Ein hippes Image allein reicht nicht

Vogler erklärt, dass die junge Kundschaft für Firmen besonders interessant sei, weil die Unternehmen hier ihren zukünftigen Kundenstamm rekrutieren könnten. «Wer in der Jugend bereits auf eine Marke setzt und zufrieden ist, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch später tun», sagt Vogler.

Damit eine Marke bei der jungen Zielgruppe jedoch erfolgreich ist, braucht es laut Vogler mehr, als sich einfach ein hippes Image anzuheften. «Zuerst muss die Leistung stimmen, denn mit ihrem schmalen Budget kalkulieren die Jungen knallhart und wechseln die Marke, wenn das Produkt nichts taugt.» Netflix sei ein gutes Beispiel für die Tiefpreisstrategie. Als zweiter Faktor sei es es zentral, dass die Marke glaubwürdig erscheine. «Die Beliebtheit von Bio-Marken zeigt, dass die Glaubwürdigkeit hoch ist und das Versprechen, nachhaltig zu konsumieren, bei der Zielgruppe ankommt.»

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gesunder Mann am 15.03.2017 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen ist Macht

    Immer diese "Erklärungsversuche von sogenannten "Experten". Wir essen fast ausschliesslich Bio, weil es gesünder ist, da ohne Pestizide/Herbizide. Das hat aber nichts mit einer "Sensibilisierung der Unternehmen" zutun, vielmehr mit Aufklärung. Früher war vielen Leuten gar nicht bewusst, wie ungesund diese unnatürlichen Schadstoffe sind. Auch uns nicht.

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  • Melmen am 15.03.2017 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Medaille gehört den Konsumenten

    Der KONSUMENT hat die Unternehmen sensibilisiert! Nicht umgekehrt. Sich mit fremden Federn schmücken, ist kein Kavaliersdelikt.

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  • Frögli am 15.03.2017 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    wieso Zalando????

    Ohhh mein Gott, Zalando auf Platz 1...wirklich ernsthaft...wieso das? Weil es so bequem für den Konsumenten ist? Die Firma ist enorm unsympathisch, die Gründer reiche Söhne, das Konzept setzt auf Preisdumping und Verschwendung der Konsumenten...da freue ich mich doch auf die Zukunft, noch mehr Abfall, noch mehr sinnloser Konsum und eine noch grössere Faulheit der Gesellschaft...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.G. am 16.03.2017 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Kapital-Kumulation

    ist das Problem bei Zalando. Der Online-Händler ist ein Produkt der Finanzkrise. Das war der Clou der Zamwer-Brüder, das sie den "Aussteigern" aus dem riskanten Handel mit strukturierten Finanzprodukten eine Alternative anboten. Nur deshalb war man bereit über einen längeren Zeitraum Jahresverluste von bis zu 120 Mio. EURO zu akzeptieren weil am Ende eine Marktführerposition winkt die langfristig gleichmässig hohe Renditen garantiert. So kam innert kürzester Zeit ein Investitionskapital zuammen für das der Aldi-Discounter 6 Jahrzehnte benötigte. Das bringt ganze Marktsegmente in Schieflage.

  • Z. Weifler am 15.03.2017 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Unwahrscheinlich

    Komisches Ranking. Da wurde wieder was geschnippelt und gedreht. 100%

  • Marco am 15.03.2017 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zalando und der Onlinehandel

    Zalando ist die absolute Perfektion des Online Handels , zumindest für den Konsumenten. Die Strategie ist nicht möglichst viel Gewinn zu machen (dazu ist der Service zu gut) sondern zu wachsen, wachsen, wachsen, und andere verdrängen und vernichten. Aber so ist das in der Wirtschaft, Wettbewerb und der stärkste setzt sich durch. Der Online Handel setzt sich durch, traditionelle Kleiderläden werden in Zukunft mehr leiden, an einem Gegentrend in naher Zukunft denke ich nicht.

  • Cleo am 15.03.2017 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Coop in Sachen bio schon lange Führer

    Irgendwas stimmt da nicht. Coop die schon seit Jahrzehnten mit Bio auf dem Markt ist, ist nicht einmal erwähnt.

    • Hubi am 15.03.2017 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      Netflix ist auch jünger als SRF

      Da sieht man was Coop alles falsch macht bei der Werbung. Das kommt bei Jungen nicht an. Coop ist verstaubt und langweilig. Die Läden unaufgeräumt und hässlich grau. Man fühlt sich in einem Coop wie einem unordentlichen Kühlschrank. Das passt nicht zu Bio!

    • loungebob am 15.03.2017 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cleo

      Geht ja auch nicht darum, wer am meisten Bio verkauft (übrigens auch nicht Coop) oder wers zuerst im Sortiment hatte (nochmal nicht Coop) sondern wers richtig vermarktet hat und somit nachhaltigen Eindruck - mentale Markenpräsrnz - geschaffen hat. Und da hängt Migros Coop halt um Längen ab. Aber das ist nicht so wild, im Gegensatz zu Migros macht Coop auch nur einen Bruchteil des Konzernumsatzes im Food Bereich.

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  • E. S am 15.03.2017 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Worte

    Wie wäre es wenn 20 min mal zB objektiv über die zalando Brüder und deren Machenschaften berichten würden? Sowas unterstütze ich aus Prinzip nicht ..... zusammen mit vielen anderen Multis im Internethandel.... den Preis bezahlen am Ende wir alle... es scheint nur im Moment günstig. Sage das ohne Mahnfinger und ohne Frust ....