CS-Studie

12. Juni 2012 14:23; Akt: 12.06.2012 14:25 Print

Qualifiziertes Personal macht KMU erfolgreich

Mit guten Arbeitsbedingungen, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, der Schaffung von Lehrstellen und attraktiven Löhnen wollen die KMU dem Fachkräftemangel trotzen.

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Der Erfolgsfaktor Mitarbeiter und Qualifikation wird noch stärker an Bedeutung gewinnen. (Bild: Keystone)

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Die Mitarbeitenden und ihre Qualifikation sowie die Infrastruktur sind die wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Schweizer KMU. Dies ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Credit Suisse, für die 1900 Schweizer KMU befragt wurden.

Die Unternehmen rechnen damit, dass diese beiden Faktoren auch mittelfristig Vorteile des Standortes Schweiz bleiben. Dabei dürfte der Erfolgsfaktor Mitarbeiter und Qualifikation noch stärker an Bedeutung gewinnen. Insgesamt stellen die KMU dem Standort Schweiz ein gutes Zeugnis aus.

Binnenorientiert

Die grössten Herausforderungen sind das wirtschaftliche Umfeld und Auslandsverflechtungen. Allerdings sind viele der KMU rein binnenorientiert. So erwirtschafteten 44 Prozent der befragten Unternehmen ihren gesamten Umsatz im Inland. Die übrigen setzen vor allem auf die Diversifizierung von Lieferanten und Absatzmärkten.

«Die KMU treten selbstbewusst auf, das ist ein hoffnungsvolles Zeichen», sagte Manuela Merki von Credit Suisse Economic Research. Stark gefordert waren die KMU in den vergangenen Jahren durch intensiven Wettbewerb, Lohnniveau, Preisdruck und Nachfragetrends. Beim wirtschaftlichen Umfeld rechnen die Befragten mit einer Verschlechterung, so dass weitere Massnahmen zur Reduktion der Kosten oder Steigerung der Effizienz nötig seien.

Überraschend negativ beurteilten die Unternehmen die regulatorischen Rahmenbedingungen, sagte Nicole Brändle von Credit Suisse Economic Research. Bei KMU fielen administrative Belastungen stärker ins Gewicht als bei Grossunternehmen. Dabei gibt es jedoch regionale und branchenspezifische Unterschiede. Am negativsten sehen KMU aus den Bereichen Tourismus und Unterhaltung, Handel und Verkauf sowie Bau diesen Faktor.

Unternehmen fürchten Fachkräftemangel

Die grössten volkswirtschaftlichen Risiken in den nächsten ein bis zwei Jahren sehen die Befragten in einer globalen Rezession, Fachkräftemangel und zunehmendem Wettbewerb. 59 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit eines Fachkräftemangels gross bis sehr gross ist.

Dem Fachkräftemangel versuchen die KMU mit verschiedenen Massnahmen gegenzusteuern. Dazu gehören gute Arbeitsbedingungen, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die Schaffung von Lehrstellen und attraktive Löhne.

Bildungssystem auf Arbeitsmarkt ausrichten

Vom Staat erwarten die Unternehmen, dass das Bildungssystem besser auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet wird. Nur 27 Prozent der befragten KMU halten eine weitere Förderung der Einwanderung von Fachkräften für eine geeignete Lösung gegen den Fachkräftemangel. 32 Prozent der Befragten gab an, Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren.

Weitere Gefahrenquellen bilden Rohstoff- und Energiepreise, auf die die KMU noch nicht optimal vorbereitet sind, sowie Wechselkursentwicklungen.

Mit der Studie will Credit Suisse den KMU aus verschiedenen Branchen eine Orientierungshilfe bieten, damit diese sich mit ihren jeweiligen Erfolgsfaktoren und Risiken auseinandersetzen. Bislang untersuchen nur 23 Prozent der KMU ihre Risiken systematisch, 61 Prozent gaben an, dies «nur situativ» zu tun.

Die Studie «Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU - Umgang mit volkswirtschaftlichen Risiken» wurde neu konzipiert und wird jährlich durchgeführt. Beurteilt wurden neun verschiedene Erfolgsfaktoren sowie zehn Risiken. Die Studie ist im Internet abrufbar.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 12.06.2012 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Globalisierte Welt ist Pleite

    CH-Produktionen werden zum Laden-Hüter. Die Schweiz braucht Qualifiziertes Personal - doch mit Massen-Einwanderungen lösen wir das Krisen-Problem nicht. Das Arbeitslosen-Problem wird kommen, und was sollen wir mit diesen Massen-Arbeitslosen anfangen ? Die CH-Regierung / BR sollte ein Plan-B in der Schublade haben, der Soziale-Frieden dürfen wir nicht aufs Spiel setzen.

  • Horst B. am 12.06.2012 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An eigener Nase nehmen?

    Gerade die Credit Suisse hat mit ihren Outsourcing und Offshoring- Strategien alles daran gesetz, dass der Nachwuchs kaum gefördert wurde und gute Leute reihenweise zu KMUs gewechselt haben. Langfristige Investitionen in Personal und Fachkarrieren würden sich lohnen! Mittlerweile werden Fachkräfte lieber aus Deutschland geholt oder teure Consultants eingesetzt. Leider ist die Beschäftigung mit dem hiesigen Arbeitsmarkt kein Thema für die mehrheitlich angelsächsischen Manager - billige Arbeitskräfte gibt's ja überall ...

  • A. Sommer am 13.06.2012 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Vorhaben der KMU tönt gut!!

    Wunderbar, das sind richtige Schlagworte der KMU's. (Gute Arbeitsbedingungen, Weiterbildung, Entwicklungsmöglichkeiten, Schaffung v. Lehrstellen und attraktive Löhne). Nun müssen diese Vorhaben nur noch in die Tat umgesetzt werden, aber nicht nur die KMU, es sollen sich alle Arbeitgeber an diese Vorgaben halten! Bitte berücksichtigt dann aber AUCH die CH-Lehrlinge/Arbeitnehmer und rekrutiert nicht immer zuviele aus dem Ausland! Der Wissensstandard der Schweizer ist bestimmt nicht besser als jener der ausländischen Arbeitnehmer!!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • A. Sommer am 13.06.2012 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Vorhaben der KMU tönt gut!!

    Wunderbar, das sind richtige Schlagworte der KMU's. (Gute Arbeitsbedingungen, Weiterbildung, Entwicklungsmöglichkeiten, Schaffung v. Lehrstellen und attraktive Löhne). Nun müssen diese Vorhaben nur noch in die Tat umgesetzt werden, aber nicht nur die KMU, es sollen sich alle Arbeitgeber an diese Vorgaben halten! Bitte berücksichtigt dann aber AUCH die CH-Lehrlinge/Arbeitnehmer und rekrutiert nicht immer zuviele aus dem Ausland! Der Wissensstandard der Schweizer ist bestimmt nicht besser als jener der ausländischen Arbeitnehmer!!!!!

  • Horst B. am 12.06.2012 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An eigener Nase nehmen?

    Gerade die Credit Suisse hat mit ihren Outsourcing und Offshoring- Strategien alles daran gesetz, dass der Nachwuchs kaum gefördert wurde und gute Leute reihenweise zu KMUs gewechselt haben. Langfristige Investitionen in Personal und Fachkarrieren würden sich lohnen! Mittlerweile werden Fachkräfte lieber aus Deutschland geholt oder teure Consultants eingesetzt. Leider ist die Beschäftigung mit dem hiesigen Arbeitsmarkt kein Thema für die mehrheitlich angelsächsischen Manager - billige Arbeitskräfte gibt's ja überall ...

  • Paul am 12.06.2012 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Globalisierte Welt ist Pleite

    CH-Produktionen werden zum Laden-Hüter. Die Schweiz braucht Qualifiziertes Personal - doch mit Massen-Einwanderungen lösen wir das Krisen-Problem nicht. Das Arbeitslosen-Problem wird kommen, und was sollen wir mit diesen Massen-Arbeitslosen anfangen ? Die CH-Regierung / BR sollte ein Plan-B in der Schublade haben, der Soziale-Frieden dürfen wir nicht aufs Spiel setzen.

  • peter meier am 12.06.2012 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    uni top, lehrabschluss flop

    hochschulabsolventen bekommen rekordlöhne im vergleich zu lehrabgängern die vielfach mit einem minimallohn arbeiten vielfach sogar einen gleichen lohn wie ein hilfsarbeiter. da soll mich jemand fragen warum wir wohl auf ein fachkräftemangel zusteuern...

  • Pierre Lang am 12.06.2012 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Wichtigste wurde vergessen

    Es gibt dort keine Manager, sondern noch Unternehmer.

    • Michael Kleist am 13.06.2012 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      genau

      richtig !

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