Quartalszahlen

22. Oktober 2012 10:08; Akt: 22.10.2012 12:17 Print

100 000 neue Kunden für Postfinance

Die Postfinance hat in den ersten neun Monaten nur dank Sondereffekten ein besseres Resultat als im Vorjahr erzielt. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 500 Millionen Franken. Zugelegt hat das Finanzinstitut bei den Kunden.

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Die Postfinance hat in den ersten neun Monaten dank zweier Sondereffekte mehr Gewinn geschrieben. Diese hoben den Gewinn des Finanzinstituts um 50,5 Mio. auf 499 Mio. Franken an, was einem Plus von 7,8 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht.

Bei den Sondereffekten handelte es sich einerseits um pauschale Wertberichtigungen in Höhe von 33,5 Mio. Franken, die infolge der Beruhigung der europäischen Kreditmärkte und der damit verbundenen Risikoverminderung auf Wertschriften aufgelöst werden konnten.

Andererseits verbuchte Postfinance einen einmaligen Erfolg in Höhe von 17 Mio. Franken aus der Auflösung einer Finanzanlage. Ohne diese beiden Sondereffekte hätte das Finanzinstitut der Schweizerischen Post in den ersten neun Monaten 3,1 Prozent weniger verdient als im Vorjahr.

Die Zinsen an den internationalen Geld- und Kapitalmärkten seien nach wie vor historisch tief und die Margen deshalb stark unter Druck, begründet Postfinance den Rückgang. So seien etwa Finanzanlagen ausgelaufen und hätten ersetzt werden müssen - mit entsprechenden Abschlägen bei den Zinserträgen.

Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft betrug 823 Mio. Franken. Die Wertberichtigung nicht eingerechnet, wäre der Postfinance trotz mehr Kundengeldern nur unwesentlich mehr geblieben als in der Vorjahresperiode, als das Institut 769 Mio. Franken eingenommen hatte.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft fiel mit 217 Mio. Franken um 3 Mio. Franken tiefer aus. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft belief sich auf 107 Mio. Franken, nach 111 Mio. Franken in den ersten neun Monaten 2011.

Ausserdem habe ein moderat höherer Geschäftsaufwand den Gewinn gedrückt, «bedingt allerdings durch ein weiteres Wachstum», wie Postfinance-Chef Hansruedi Köng gegenüber der Nachrichtenagentur SDA betonte.

Deutlich mehr neue Kunden

In den ersten drei Quartalen hat Postfinance nämlich 100 000 neue Kunden dazugewonnen - so viele, wie noch nie innert neun Monaten. «Unser Wachstum ist sehr erfreulich, führt aber auch zu Mehraufwand bei der Betreuung der Kunden», sagte Köng. «Das schlägt sich im Geschäftsaufwand nieder, unter anderem durch höhere Personalkosten.»

Der Geschäftsaufwand stieg gegenüber der Vorjahresperiode um 32 Mio. auf 661 Mio. Franken. 22 Mio. Franken davon gingen auf Kosten eines höheren Personalaufwands.

Die Kundenzahl stieg per Ende September auf insgesamt über 2,9 Millionen an. Nach dem dritten Quartal führte Postfinance 4,5 Millionen Postkonten, das sind 200 000 mehr als 2011. Die Kundenvermögen stiegen um 10,6 Mrd. Franken auf durchschnittlich knapp 103 Mrd. Franken.

Positive Signale von den Finanzmärkten

Hansruedi Köng schaut trotz schwierigem Umfeld durchaus positiv in die Zukunft: Er revidierte seine Aussage anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen Mitte August, wonach Postfinance für das gesamte Jahr einen tieferen Gewinn als im Vorjahr ausweisen werde. «Wir werden in der Region des letztjährigen Gewinns liegen», sagte Köng der Nachrichtenagentur SDA am Montag.

Es sei im Sommer nicht absehbar gewesen, dass sich die Finanzmärkte derart positiv entwickeln würden, so Köng weiter. Das Ergebnis für das Gesamtjahr 2012 hänge aber immer noch stark davon ab, wie sich die Märkte entwickeln würden. 2011 verdiente das Finanzinstitut insgesamt 591 Mio. Franken.

(sda)