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Schwarzer Oktober
01. November 2012 07:18; Akt: 01.11.2012 07:20 Print
Mehr als 3500 Jobs weg – in einem Monat
von S. Sturzenegger - Im Oktober verging kaum ein Tag, ohne dass ein Stellenabbau angekündigt wurde. Im Zuge der Euro-Krise gerät auch der Schweizer Arbeitsmarkt unter Druck.
Lonza 400 Stellen, Straumann 150, Sunrise 140, Electrolux und Rheinmetall je 80 Stellen, DuPont 60 – die Aufzählung ist bei Weitem nicht vollständig. Dennoch dokumentiert sie: Fast täglich wird in unserem Land irgendwo ein Stellenabbau verkündet.
Allein im Monat Oktober wurde der Abbau von insgesamt deutlich über 1000 Stellen kommuniziert. Hinzu kommen die 2500 Stellen, deren Abbau die UBS am Dienstag bekannt gegeben hat. Der Stellenabbau wird sich in den meisten Fällen über die nächsten Monate oder Jahre hinziehen.
Viele schlechte Nachrichten
Für die betroffenen Arbeitnehmer und für die vom Abbau getroffenen Regionen sind solche Nachrichten verheerend. Doch was bedeuten sie für den Schweizer Arbeitsmarkt? Ist es Zufall, das gerade jetzt im Herbst so viele schlechte Nachrichten die Runde machen?
Die nackte Zahl von 3500 Stellen kann man beim Staatssekretariat für Wirtschaft Seco nicht kommentieren. Sprecherin Antje Baertschi sagt aber: «Erwartungsgemäss greift die konjunkturelle Abkühlung langsam auch auf den Arbeitsmarkt über.» Die Arbeitslosigkeit habe denn auch in den letzten Monaten eine leicht steigende Tendenz gezeigt.
Phase der Stagnation
Auch Jan-Egbert Sturm, Leiter der KOF Konjunkturforschungsstelle an der ETH Zürich, sieht in den Ereignissen vom Oktober noch keinen eindeutigen Trend. Dennoch sagt er: «Wir befinden uns auf dem Schweizer Arbeitsmarkt in einer Phase der Stagnation.» Im Moment würden ungefähr gleich viele Stellen geschaffen wie abgebaut.
Für Martin Flügel, Präsident der Gewerkschaft Travail.Suisse, zeigen die Jobabbau-Ankündigungen die Schwierigkeiten, in denen sich Europa befindet. «Darunter leidet auch der Schweizer Arbeitsmarkt», sagt er. Man habe lange fast schadenfreudig auf die Probleme in Europa reagiert, «jetzt sehen wir, dass diese Schadenfreude fehl am Platz war», meint der Gewerkschafter.
Noch mehr Entlassungen
Flügel rechnet mit einer Verschärfung der Lage: «Im Inland wird die Wirtschaftslage relativ stabil bleiben. In der exportorientierten Industrie rechne ich in den kommenden Monaten allerdings mit mehr Entlassungen.»
Für die Häufung im Oktober macht Jan-Egbert Sturm übrigens die Planung bei vielen Unternehmen verantwortlich: «Zu diesem Zeitpunkt müssen die Budgetzahlen vorliegen. Zudem hat man einen grossen Teil des Jahres hinter sich und sieht, wie es gelaufen ist.» Aus diesem Grund sei das Ende des dritten Quartals auch oft der Zeitpunkt für die Verkündigung eines Jobabbaus.
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Alle 134 Kommentare

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Qualifikation CH-Pass?
Bemerkenswerte Kommentare an dieser Stelle zu unseren Deutschen Fachkräften. Also dann: Ich werfe die gut qualifizierten und motivierten Deutschen Arbeitskräfte raus´und ersetze diese durch arbeitslose Schweizer. Arbeitslos heist zu allererst, dass der Markt eine Bewertung vorgenommen und einen Arbeitnehmer aussortiert hat. Ich nehme dann also die offensichtlich "zweite Wahl". Sorry liebe Träumer, unser Problem liegt in der globalen Konkurrenz. Wir können uns keine Träumer leisten. Wir können uns keine Fehler leisten. Unsere Kunden erwarten Perfektion, Zuverlässigkeit und Spitzenqualität.
Arbeitnehmer aussortiert!
Aha du sortierst also gerne Menschen! Naja jedem das seine, vieleicht wirst auch du mal aussortiert. Manchmal brauchen einige Menschen einfach eine Chance die sie von Dir wohl nicht kriegen werden!
Qualifikation
Es geht nicht darum, einen Maurer als Uhrenmechaniker einzusetzen oder umgekehrt, es geht aber darum z.B. einem jungen Laboranten nach der Lehre eine Stelle und eine Chance zu geben, statt diese mit einem ausländischen Laboranten mit 3 Jahren Berufserfahrung zu besetzen oder darum, auch einem 55-jährigen nochmals eine Chance zu geben, statt einen 35-jährigen Arbeitnehmer aus dem Ausland zu rekrutieren.
Aus dem Ausland
Ach wie interessant, und ich dachte, wir brauchen dringend Arbeitnehmer aus dem Ausland!
Fertig Geldgier
So wird es immer weitergehen, wenn wir nicht etwas unternehmen: drum sagt ja zur Abzockerinitiative!!!
Initiativen
Die Abzockerinitiative ist ein guter Anfang, jedoch nützt diese aussschliesslich den Aktionäre, welche ja nur mehr Dividende wollen. Daher 1:12 - Initiative JA