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Per Zeitungsinserat
16. Juni 2011 13:43; Akt: 16.06.2011 14:28 Print
Leverkusen sucht in der Schweiz nach Sponsoren
von Gérard Moinat - Der Hauptsponsor des Fussball-Bundesligisten Bayer Leverkusen ist pleite. Nun sucht der Verein hierzulande per Inserat nach einem Geldgeber, der fünf Millionen Franken hinblättert.
Stolperstein? Bayer Leverkusen ist seit Jahren unter den Fittichen des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer. (Bild: Keystone)
Das lässt selbst abgebrühte Kenner des Sponsoring-Zirkus aufhorchen: Per Zeitungsinserat in der NZZ sucht der deutsche Fussballclub Bayer 04 Leverkusen in der Schweiz nach einem neuen Hauptsponsor.
Bildstrecken Schweizer in der Bundesliga207 Stunden TV-Präsenz in der laufenden Saison, 23 Millionen wohlgesinnte Fussballfans, 50 Milliarden Kontakte in TV, Print- und digitalen Medien. Das alles verspricht der Club in seinem Inserat als Gegenleistung für eine Millionensumme. Experten rechnen, dass ein Sponsor für den Platz auf dem Leibchen mindestens fünf Millionen Franken zahlen muss.
«Ein neuer, unüblicher, aber auch cleverer Weg der Sponsorensuche», urteilt der Schweizer Sponsoringexperte Jürg Kernen. Der Club wolle damit wohl den Markt testen.
«Wechseln ist ein Klacks»
Hintergrund der Aktion: Der bisherige Hauptsponsor Teldafax, ein Billigstromanbieter, hat am Dienstag einen Insolvenzantrag gestellt. «Wechseln ist ein Klacks – Teldafax!», warb Ex-Fussballer Rudi Völler einst für den Leverkusen-Hauptsponsor. Das dürfte sich nun auch das Management des Clubs gedacht haben.
Der Geschäftsführer der Europäischen Sponsoring-Börse, Hans-Willy Brockes jedenfalls, findet nur lobende Worte für die Verantwortlichen des Clubs. «Leverkusen hat das beste Management der Bundesliga – Nichtstun kann man denen nicht vorwerfen!»
Doch er sieht auch gleichzeitig einige Punkte, weshalb die Sponsorensuche für Leverkusen harzig verlaufen könnte. Sportlich sei der Club zwar erfolgreich, aber die «emotionale Basis» lasse zu wünschen übrig, so Brockes. Zudem stehe ein Neueinsteiger beim Bundesligisten unvermeidlich im Schatten des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, dem der Club gehört und bereits sehr prominent im Heimstadion «BayArena» vertreten ist.
«Appenzeller Käse oder Caffè Latte»
Dass Bayer nun auch in der Schweiz nach Sponsoren sucht, hat gemäss Brockes mit Tranquillo Barnetta zu tun, der seit 2004 beim Klub verpflichtet ist.
Passen würde der Club gemäss Brockes für ein Unternehmen, das beispielsweise Konsumgüter herstellt und Interesse am deutschen Markt hat. «Appenzeller Käse oder Emmi mit Caffè Latte kommen mir da spontan in den Sinn». Uhren-, Schokoladehersteller oder Banken eher nicht, da sich das mit dem Image des Arbeiterclubs beissen dürfte.
Die Strategie scheint jedoch aufzugehen: Es habe sich bisher eine zweistellige Zahl an Interessenten gemolden, heisst es von Seiten des Club-Managements. Keine Angaben gibt Leverkusen allerdings darüber, ob aus der Schweiz oder nicht.
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