Europa in der Krise

02. Juli 2012 11:34; Akt: 02.07.2012 12:11 Print

EU nimmt Rating-Agenturen unter die Lupe

Verschärfen die Rating-Agenturen mit ihren Urteilen die Krise oder sind sie nur die Überbringer schlechter Nachrichten? Die EU-Finanzmarktaufsicht geht dieser Frage nach.

storybild

Die Ratingagenturen werfen ihre Schatten auf die Euroländer. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach der Herabstufung zahlreicher europäischer Banken nimmt die EU-Finanzmarktaufsicht (Esma) die drei grossen Rating-Agenturen unter die Lupe. Konkret soll geprüft werden, ob die Methoden der Agenturen ausreichend stringent und transparent sind.

Als Grund für die Überprüfung der Bewertungsmethoden von Standard & Poor's (S&P), Fitch und Moody's nannte Esma-Chef Steven Maijoor in der Zeitung «Financial Times» vom Montag explizit die jüngsten Bewertungen europäischer Finanzinstitute. Diese hätten Anlass zur Sorge gegeben, dass die Ratingagenturen nicht über ausreichend analytische Ressourcen verfügten.

Standard & Poor's kooperiert

Die Untersuchung der Esma solle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. S&P kündigte an, seine Methoden erläutern zu wollen. Die anderen beiden Rating-Agenturen lehnten eine Stellungnahme ab.

Moody's hatte in den vergangenen Monaten die Bewertung für eine ganze Reihe europäischer Banken herabgestuft. Zuvor waren die Rating- Agenturen auch schon im Zuge der europäischen Schuldenkrise massiv in die Kritik geraten. So hatten sie mehrfach ihre Note für angeschlagene Staaten wie Spanien und Italien heruntergestuft.

Europäische Politiker werfen den Agenturen vor, mit ihren Urteilen die Krise verschärft zu haben. Daraufhin hatten die Behörden weltweit ein genaueres Auge auf die Bonitätswächter geworfen. Die Agenturen entgegnen, dass sie lediglich die Überbringer schlechter Nachrichten seien. Die Verantwortung für die Finanzmisere trügen die Staaten selbst.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anthares am 02.07.2012 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Der Politik mangelt es an Fairnes

    Es ist schon interessant wie sich die Zeiten ändern. Als das ganze Desaster vor Jahren mit der US-Imobilienkrise los ging, wurde aus allen Rohren verbal auf die Ratingagenturen geschossen. Sie hätten versagt indem sie die Vorzeichen der Imo-Blase nicht erkannt hätten. Da nutzte es den Agenturen auch nichts zu beweisen das sie doch gewarnt hätten, aber niemand habe zugehört. Nun sind die Ratingagenturen halt lauter geworden, aber keiner will schlechte Nachrichten hören. Ratingagenturen zeigen wie desolat Staaten und Banken aufgestellt sind, das passt den betroffenen natürlich nicht.

  • Freddy Hinz am 02.07.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Zu spät

    Ein Abschluss der Untersuchung bis Ende 2012 ist zu spät. Es wird derzeit so viel Sand ins Getriebe der europäischen Finanzen gekippt, dass bis dahin die Witschaft längst flach liegt! Sorry liebe Esma.

  • Paco Martinez am 02.07.2012 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Rating für Politiker

    wenn Schulden mit Schulden gedeckt werden, brauchts eine gewisse Kontrolle. Schade, dass es keine Rating - Agentur für Politiker gibt. Diese versprechen uns das Blaue vom Himmel und sind vielmals Glaubens unwürdig. Die Eurokrise ist eine ernste Sache und braucht eine Kontrolle und das nicht von Politiker, sondern von einem neutralen Organ.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anthares am 02.07.2012 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Der Politik mangelt es an Fairnes

    Es ist schon interessant wie sich die Zeiten ändern. Als das ganze Desaster vor Jahren mit der US-Imobilienkrise los ging, wurde aus allen Rohren verbal auf die Ratingagenturen geschossen. Sie hätten versagt indem sie die Vorzeichen der Imo-Blase nicht erkannt hätten. Da nutzte es den Agenturen auch nichts zu beweisen das sie doch gewarnt hätten, aber niemand habe zugehört. Nun sind die Ratingagenturen halt lauter geworden, aber keiner will schlechte Nachrichten hören. Ratingagenturen zeigen wie desolat Staaten und Banken aufgestellt sind, das passt den betroffenen natürlich nicht.

  • Rufus Kundert am 02.07.2012 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Böses denkt!

    Na ja, die Ratingagenturen habe sicher auch ihren Teil zur aktuellen Situation beigetragen und vor allem den Zustand in den USA beschönigt (...wer schlechtes denkt!). Hauptproblem aber ist und bleibt die Situation in der EU. Milliarden werden alleine für den Wasserkopf ausgegeben, ohne jegliche Wirkung. Staaten, die seit Jahrzenten auf Pump leben, hängen nun von den starken Wirtschaften ab. Das kann auf die Zeit, ohne massiven Einschnitt, nicht gut gehen.

  • Paco Martinez am 02.07.2012 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Rating für Politiker

    wenn Schulden mit Schulden gedeckt werden, brauchts eine gewisse Kontrolle. Schade, dass es keine Rating - Agentur für Politiker gibt. Diese versprechen uns das Blaue vom Himmel und sind vielmals Glaubens unwürdig. Die Eurokrise ist eine ernste Sache und braucht eine Kontrolle und das nicht von Politiker, sondern von einem neutralen Organ.

    • max h. am 02.07.2012 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      eine art politiker-rating

      es braucht eine plattform, auf der politikeraussagen aufgelistet werden und dann, was nach einem monat, einem halben jahr und noch später daraus wurde oder wie oft aussagen nicht eingehalten wurden.

    einklappen einklappen
  • Freddy Hinz am 02.07.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Zu spät

    Ein Abschluss der Untersuchung bis Ende 2012 ist zu spät. Es wird derzeit so viel Sand ins Getriebe der europäischen Finanzen gekippt, dass bis dahin die Witschaft längst flach liegt! Sorry liebe Esma.

  • otti m. am 02.07.2012 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    die andern

    weil auch der 25. rettungsgipfel nichts gebracht hat, versucht mans nun auf diese tour: thermometer sind schuld an den tiefen temperaturen, sicher nicht das wetter. die elite-projekte eu und euro haben definitiv versagt, aber noch wagt keiner der politiker seinen wähler mitzuteilen, dass damit auch alle ersparnisse und renten zu staub zerfallen. man will zeit gewinnen, und schlägt jetzt auf die boten. wozu zeit gewinnen? die wand kommt sehr schnell immer näher.

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren