Wohneigentum

08. Juni 2017 10:05; Akt: 08.06.2017 14:23 Print

Schluss mit steigenden Immobilienpreisen

Ende 2016 sind die Preise für Wohneigentum erstmals unter die Vorjahreswerte gefallen. Gemäss der Credit Suisse zeichnet sich ein neuer Trend ab.

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Der Immobilienmarkt wird sich verändern: Eine Neubausiedlung in Baltenswil ZH. (27. August 2007) Die Leerbestände im Mietwohnungsmarkt stiegen ungebremst, der Wettbewerb um Mieter wird sich verschärfen: Häuser im Rohbau. (Symbolbild) Ein neuer Senkungsanspruch auf Mieten könnte erst im Sommer 2017 wieder Realität werden. Anfang März wurde der Wert, der eine Senkung ausgelöst hätte, um ein Hundertstelprozent verfehlt: Ein Wohnblock. Die Unterschiede zwischen den günstigsten und den teuersten Anbietern sind im vierten Quartal 2016 angestiegen, was die Käufer in den Verhandlungen begünstigt: Zwei Männer ziehen bei einer Wohnungsbesichtigung Schutzüberzüge über ihre Schuhe. Die Preise für bestehende Mietwohnungen sanken 2016 laut der UBS um 1,3 Prozent, bei Neumieten gar um 3,4 Prozent: Mietwohnungen in Fällanden ZH. (Archivbild Keystone, Martin Rütschi) Auch im dritten Quartal 2016 sind die Preise für Eigentumswohnungen weiter gestiegen. (Archivbild) Konstant teuer: Klassische Einfamilienhäuser. Projekt für eine Einfamilienhaus-Überbauung an sonniger Hanglage in Igis im Churer Rheintal. (4. August 2012) Eigentumswohnungen sind beliebt, unter anderem, weil sie auch für Haushalte mit kleinerem Budget eher erschwinglich sind als Einfamilienhäuser: Mehrfamilienhäuser in Oberwangen bei Bern. Das Leid der einen ist die Freude der anderen: Die Schweiz landet auf Platz 7 des Millionärs-Rankings, steigende Immobilienpreise haben zu dieser Platzierung massgeblich beigetragen: Eine Villa mit Seeanstoss in Stäfa an der Zürcher Goldküste. Die Zahl der Millionäre ist 2015 um 4,5 Prozent auf 358'500 gestiegen: Baustelle in Schindellegi SZ. Die Autoren des Weltvermögensreports der Beratungsgesellschaft Capgemini nennen zwei Faktoren für die wachsende Zahl von Millionären hierzulande. Erstens die steigenden Immobilienpreise: Ein Kursschiff fährt durch das Seebecken des Zürichsees. Und zweitens eine höhere Sparquote: Blick von Horgen-Oberrieden auf den Zürichsee. Die schwache Konjunktur hat das Wachstum der Millionärszahl etwas geschwächt, schreibt Capgemini: Grossbaustelle für die Überbauung Glattpark in Opfikon ZH. Der Frankenschock habe hingegen keine Rolle gespielt. Die Schweizer Börse habe nur kurz negativ reagiert, und der Frankenkurs zum US-Dollar sei stabil geblieben: Baustelle für die Siedlung Erlenmatt in Basel.

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Vor einem Jahr hat der Trend gekehrt. Nach 14 Jahren mit kontinuierlich steigenden Preisen wurden Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen erstmals wieder günstiger. Gemäss der Credit Suisse ist aber dieser Sinkflug bereits wieder gestoppt.

Die Preise dürften in der nächsten Zeit mehr oder weniger stagnieren, schreibt die Grossbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Immobilienmonitor zum 2. Quartal 2017.

Immer mehr Haushalte scheitern bei der Finanzierung

Gegen stärkere Preiskorrekturen sprächen jedenfalls die nach wie vor sehr tiefen Zinsen sowie die gedrosselte Neubautätigkeit. Ein kräftiger Preisanstieg in den nächsten Quartalen sei aber auch darum sehr unwahrscheinlich, weil immer mehr Haushalte bei der Finanzierung an den erhöhten Anforderungen scheiterten, heisst es im Bericht.

Die Banken haben auf Druck der Schweizerischen Nationalbank in den letzten Jahren die Hürden bei der Vergabe von Hypothekarkrediten leicht erhöht. So muss ein Kreditnehmer zum Beispiel die Hypothek heute schneller amortisieren als früher. Bei der Voraussage der künftigen Preisentwicklung macht die Credit Suisse jedoch Unterschiede zwischen Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen aus. So dürften Einfamilienhäuser beim Preiswachstum gegenüber Eigentumswohnungen die Nase vorn haben, schreibt die Grossbank. Zur Begründung dieser Prognose führt sie vier Argumente an.

Ausweichen aufs Land

So sollen erstens die Preise für Einfamilienhäuser voraussichtlich weiter leicht steigen, weil sich der Nachfragedruck in denjenigen Regionen konzentrieren soll, in denen es fast nur Einfamilienhäuser gibt. Das sind die Randregionen, in welche die kaufwilligen Haushalte auf der Suche nach Wohneigentum ausweichen. In den Städten dagegen, in denen die Eigentumswohnungen dominierten, hätten die sehr hohen Preise für ein Nachlassen der Nachfrage gesorgt.

Zweiter Grund für einen weiteren Preisanstieg bei Einfamilienhäusern sei der Umstand, dass in städtischen Regionen vermehrt Einfamilienhäuser zugunsten von Wohnblöcken abgerissen würden. Auch das wirke preistreibend, weil sich damit das Angebot an Einfamilienhäusern verknappe.

Drittens und viertens sorgten auch die erschwerte Einzonung von Bauland und die sinkenden Zinsen für steigende Preise. Beides bewirke nämlich, dass die Preise für Bauland weiter anstiegen. Beim Zins wirke sich dabei der grössere Landwertanteil bei Einfamilienhäusern im Vergleich zu Eigentumswohnungen preissteigernd aus.

(fal/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 08.06.2017 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    komisch.....

    Momentan werden 2 1/2 Wohnungen mit 70m2 zu 1.1 Mio ausgeschrieben. Wenn ich mit einer Rendite von 2% rechnen möchte, muss ich die Wohnung für ca. 3'800.-- vermieten.....mit anderen Worten, wer zu solchen Preisen eine Wohnung kauft ist einfach nur doof.

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  • dreamdriver am 08.06.2017 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist eig...

    ... aus der Petition gegen den Eigenmietwert geworden? Ist da nicht zustande gekommen?

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  • Nicole am 08.06.2017 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    "guet Nacht am sächsi"

    So lange die Zinsen so tief bleiben, wird sich an den Preisen nicht viel ändern. Wenn aber die Zinsen anziehen, "guet Nacht am sächsi".

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Buschpilot Alaska am 11.06.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Die Preise werden durchs Dach gehen !!!!

    So ein Quatsch !! das kann man von Alaska sagen aber sicher nicht in der Schweiz, da in der Schweiz werden die Immobilien preise noch höher Steigen und mal durchs Dach gehen WARUM, da in der Schweiz gibt es einfach immer weniger Bauland ;-) man lebt da in einer Einfamilien Siedlung jetzt schon wie auf einem Campingplatz oder Etwa nicht ? bei mir in Alaska ist der nächste Nachbar 50 Km weit weg am See und auch alleine ;-)

  • Paul Meier am 10.06.2017 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verzicht gibt Eigenkapital

    fehlendes Eigenkapital kann man nur mit Erben Lottogewinn oder einfach mit regelmäßigen sparen erreichen! das leben ist teuer aber jeden Monat sollten Doppelverdiener ein paar hundert Franken auf die Seite bringen sonst können sie ja später nicht mal eine Familie ernähren ob mit oder ohne Eigentum.

    • Cortado am 11.06.2017 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul Meier

      guter job , vieel eigenenergie , disziplin und gesunder umgang mit Euros , dann klappts auch bei Ihnen , Herr Meier .

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  • Snooker am 10.06.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alles glauben was man liest

    jetzt verkaufen. Pfff

  • Aufklärer am 10.06.2017 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Total irrelevant

    Ist total irrelevant. Wenn man sich ein Haus leisten kann, ist es grundsätzlich egal ob man überzahlt auch wenn das Haus irgendwann 20% an Wert verliert. Verkaufe ich mein Haus irgendwann 200'000.- billiger als ich es gekauft habe, wird mich auch das neue Objekt weniger kosten und ich zahle auch 200'000.- weniger. Steigen die Preise weiter, verkaufe ich teurer, muss für das nächste Objekt aber auch mehr zahlen - alles nur Buchgewinn/-verlust. Solange der kalkulatorische Zinssatz von 5% von den Banken eingehalten wird, ist ein Zinsanstieg bis 5% kein Thema und jeder kann sein Haus halten.

    • Ergänzer am 10.06.2017 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      Richtig, sofern man irgenwann ins System einsteigen kann.

    • Heinz Maier am 10.06.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      absolut korrekt, solange man eigentum möchte. wenn man das haus allerdings zu zeiten des niedrigeren preisniveaus verkaufen möchte, resultiert natürlich ein verlust. in umgekehrten sinne kann es auch zu einem gewinn führen. aber nur dann, wie von ihnen richtig erwähnt, wenn im anschluss kein eigentum mehr erworben wird.

    • Snooker am 10.06.2017 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      genau deiner Meinung.

    • Snooker am 10.06.2017 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ergänzer

      Erben oder Sparen.

    • Besserwisser am 13.06.2017 00:00 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig.. aber eigentlich eher FALSCH...

      Bei 100% eigenkapital stimme ich ihnen zu. Wenn ich aber 30% Eigenkapital habe und der Wert des Hauses 20% abnimmt muss ich nacher in ein kleineres Haus ziehen welches nur noch 50% des ursprünglichen Preises des letzten Hauses kostet. In ihrem Fall wären dass 500k bei 20%EK

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  • Thomas Müller am 09.06.2017 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte??

    Wer sagt das?schluss mit steigenden Immo-Preisen! Schweiz=immer teuer!! Wo hat man schon noch Bauland? Niergendwo wo Sinn macht zu Bauen, also werden die Preise immer weiter steigen. Die die noch Geld haben sollen noch kaufen, später wird nur teuerer und unmöglich!! Zudem hat heute die EZB noch einmal signalisiert das sie die Zinsen noch weiter nach unten treiben werden. Also ist zwar das Kaufen teurer geworden, Langfristig aber bei den Zinsen kommt man günstiger weg.

    • T.Gerster am 09.06.2017 23:36 Report Diesen Beitrag melden

      @T.M. Immobilien werden nicht teurer

      Im Gegenteil ! Dank der Zuwanderung wird alles billiger weil die Wirtschaft brummt ! Mehr Leute mehr Lebens Qualität !

    • Snooker am 10.06.2017 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @T.Gerster

      Was ist mit Angebot und Nachfrage. Informieren. Mehr Zuwanderung heisst weniger Angebote. Darum wird das Angebot teurer.

    • Alter Sack am 10.06.2017 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @T.Gerster

      So ein Quatsch. Mehr Leute zahlen mehr zweite Säule ein und damit müssen die Institutionellen Anleger mehr Geld anlegen (in Immobilien) und damit werden diese teurer. Das ist so seit die zweite Säule obligatorisch ist. Oder hast du das noch nicht gemerkt?

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