Flexible Arbeitsmodelle

29. Mai 2014 20:10; Akt: 29.05.2014 21:55 Print

Männer profitieren von der Mütterförderung

von Dorothea Vollenweider - Flexible Arbeitsmodelle sollen Mütter den Schritt zurück in die Arbeitswelt erleichtern. Doch in den letzten Jahren machten sich das vor allem Männer zunutze.

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Die Anzahl Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes an den Arbeitsplatz zurückkehren, stagniert seit Jahren. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Damit Mütter nach der Geburt ihres Kindes wieder zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehren, braucht es vor allem eines: flexible Arbeitsmodelle. Immer mehr Firmen bieten ihren Mitarbeitern deshalb die Möglichkeit, von zu Hause aus, im Jobsharing oder Teilzeit zu arbeiten. Doch das machen sich nicht nur Frauen zunutze. Im Gegenteil: «In den letzten fünf Jahren hat sich die Anzahl Männer, die Teilzeit arbeiten, bei uns verdoppelt», sagt Mark Hauser, Sprecher von Axa Winterthur. Die Zahl der Frauen, die Teilzeit arbeiten, nahm mit 20 Prozent deutlich weniger zu.

Ein ähnliches Bild zeichnen die Zahlen des Bundesamts für Statistik: Während sich der Anteil der Väter, die Teilzeit arbeiten, zwischen 2003 und 2013 von 5,8 auf 9,3 Prozent fast verdoppelt hat, ist der Anteil der Teilzeit arbeitenden Mütter bei 80,2 Prozent stagniert.

Rückkehrquote steigt nicht

AXA Winterthur gehört zu den wenigen Schweizer Firmen, die überdurchschnittlich viel für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf machen. Seit 2009 fördert der Versicherer flexible Arbeitsmodelle. Und trotzdem: Die Quote der Mütter, die nach der Geburt ihres Kindes zum Arbeitsplatz zurückkehren, ist in diesen Jahren nicht gestiegen. Sie stagniert bei 80 Prozent.

Ähnlich sieht es bei der Bank UBS und dem IT-Riesen Microsoft aus. Auch sie gelten unter den Schweizer Firmen als familienfreundlich und versuchen, wenn immer möglich, auf die Wünsche der Mütter nach Teilzeitarbeit einzugehen. Doch auch bei ihnen ist die Quote der Mütter, die nach der Geburt ihres Kindes an den Arbeitsplatz zurückkehren, seit Jahren gleich. Genaue Zahlen wollen die Unternehmen nicht nennen.

Wird hier am Schluss am Ziel vorbei gefördert? Nein, meint Barbara Josef, Sprecherin von Microsoft Schweiz: «Flexible Arbeitsmodelle sind ja genauso wichtig für Väter. Viele unserer Mitarbeiter teilen sich die Betreuungsverantwortung», sagt sie. Auch AXA-Sprecher Hauser meint: «Es sind schlichtweg nicht nur Frauen, sondern auch Männer, die davon profitieren.»

Grosse Kampagne gestartet

Der Versicherer ist überzeugt, dass mit flexiblen Arbeitsmodellen bestehende Mitarbeiter länger gehalten und neue Mitarbeiter gewonnen werden können. Nicht zuletzt deshalb startete AXA Winterthur vor Kurzem eine grosse Kampagne zu diesem Thema. In drei Werbespots erklären AXA-Mitarbeiter, wie sie von flexiblen Arbeitsmodellen profitieren. Zwei der drei Hauptakteure sind Männer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luna am 29.05.2014 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt das Problem?

    Ich verstehe nicht ganz, inwiefern dieser Artikel ein Problem ansprechen soll. Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft beide Geschlechter und es ist schön, wenn Männer die Gelegenheit ebenfalls ergreifen. 80% Rückkehrerinnen finde ich ebenfalls relativ viel. Diese Zahl sagt für mich aus: Wenn man will, kann man auch. Und die 20% die eben nicht wollen, wollen halt nicht. Finde ich auch nicht weiter problematisch.

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  • Realist am 29.05.2014 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Echte Wahlfreiheit ist eine Illusion

    In den seltensten Fällen haben beide Elternteile gleichwertige berufliche Perspektiven. Damit eine Familie über die Runden kommt, muss meistens zwangsläufig der besser ausgebildete bzw. besserverdienende Ehepartner einer Erwerbstätigkeit mit höheren Stellenprozenten oder gar einem Vollzeitjob nachgehen.

  • bimbo am 29.05.2014 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine muetterfoerderung

    Hoert doch mal auf zu kloenen. ist das normal dass frauen immer gleich wieder arbeiten gehen? NEIN. sie wuerden lieber fuer die kleinen da sein und nicht die krippen oder tagesmuetter. mann sollte sich ueberlegen kinder oder karriere.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Robin am 30.05.2014 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverantwortung ist gefragt

    Auf keinen Fall dürfen weitere Staatsgelder fliessen. Wär A sagt muss auch B sagen, sonst muss man keine Kinder in die Welt stellen.

  • CH-Meinung am 30.05.2014 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Staats-Beamte endlich abschaffen

    Diese Beamte kosten den Steuerzahler zuviel - das CH-Volk zahlt und arbeitet nur noch für die Staats-Ausgaben, die zum grössten Teil ins Ausland fliessen, anstatt in der Schweiz investiert werden. Auch die Bundeshaus-Politiker NR/SR + BR-Berater kostet den Staat viel zu viel.

  • Urs Brandenberg am 30.05.2014 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Es wäre doch nur ungerecht, wenn die Männer weniger Teilzeit dürften..? Oder ist da das Ende der Gleichstellung? O.o Ich finde es voll OK, wenn jeder & jede so Arbeiten kann, wie er oder sie möchte.

  • Supermario am 30.05.2014 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Studie wofür

    Blödsinnige Studie; natürlich ist es schwieriger einen 80% nochmals zu erhöhen, als einen solchen von 5% oder 6%! Die Studie wurde wohl auch in "Teilzeit" geschrieben und wohl auch an einem arbeitsfreien Tag korrekturgelesen.

  • A. Knecht am 30.05.2014 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Was jetzt?

    Ich hab diese leidige Diskusion langsam echt satt. Werded euch endlich mal einig. Hat eine Frau einen Ehemann & Kinder soll sie gefälligst zuhause bleiben, egal ob sie frustriert & gelangweil ist. Kaum ist der Typ weg, wird erwartet, dass sie sofort wieder einen Job hat, die Kinder irgendwo parkt um selber Geld zu verdienen, damit sie ihren Ex finanziell nicht ruiniert. Na was jetzt nun? Geh ich doch lieber arbeiten, behalt ein Bein im Berufsleben und bleibe finanziell halbwegs unanbhängig. Männer an die Macht! Macht sauber. Macht Essen. Und das alles ohne bezahlung. Wir reden später weiter.