Quartalszahlen

05. Mai 2015 09:08; Akt: 05.05.2015 13:57 Print

Swiss verhilft Lufthansa zu besserem Ergebnis

Frankenstärke und Germanwings-Absturz: Swiss und Lufthansa kämpften im ersten Quartal mit Schwierigkeiten. Dennoch konnten die Airlines ihre Ergebnisse verbessern.

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Die Swiss verdiente im ersten Quartal 51 Millionen Franken. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Nach einem Verlust von 1 Mio. Fr. im Vorjahresquartal hat die Airline Swiss im ersten Quartal 2015 vor Steuern und Zinsen (Ebit) 51 Mio. Fr. verdient. Die Lufthansa, ihr Mutterkonzern, startete nach einem Schreckensquartal mit einem Verlust von 167 Mio. Euro ins Jahr.

Damit verbesserte Europas grösste Fluggesellschaft ihr Resultat gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich. Damals stand unter dem Strich noch ein Konzernverlust von 240 Mio. Euro. Verluste im reiseschwachen ersten Quartal sind bei Fluggesellschaften branchenüblich.

Umso heller leuchtet da das Resultat der Schweizer Airline Swiss am Konzernhimmel. Statt Startverlust steuert sie 51 Mio. Fr. Gewinn zum Konzernresultat bei, wie die Swiss am Dienstag mitteilte. Trotz Frankenstärke und hartem Preiskampf wuchs der Betriebsertrag leicht um 0,2 Prozent auf 1,19 Mrd. Franken.

Strammes Kostenmanagement

Zu spüren bekam die Swiss die Aufhebung des Euro-Mindestkurses und den Wettbewerbsdruck allerdings schon. Insbesondere der Heimmarkt und der europäische Verkehr seien von diesen Faktoren gebeutelt worden.

Dagegen entwickelten sich die Interkontinentalflüge trotz der negativen Währungseinflüsse positiv. Ebenfalls positiv zu Buche schlugen die eingeleiteten Sparmassnahmen. Wie die Swiss rapportiert, setzte sie bisher 148 von 320 eingeleiteten Massnahmen um.

Zu den wichtigsten davon zählen das Treibstoffmanagement und der Ausbau am Flughafen Genf. Der Gewinn kam demnach durch ein eisernes Kapazitätsmanagement und der daraus resultierenden hohen Auslastung der Flieger zustande. Hinzu kam der günstigere Treibstoffpreis.

Die Passagierzahl im ersten Quartal hatte die Swiss bereits Mitte April publiziert. Demnach wuchs das Passagieraufkommen im Einklang mit dem Umsatz um 0,2 Prozent auf rund 3,53 Millionen.

Die Zahl der Flüge reduzierte sich derweil um 2,9 Prozent, was wiederum die Auslastung um 0,1 Prozentpunkte auf 78,9 Prozent nach oben trieb. Im Frachtgeschäft legte die Swiss um 1,7 Prozent zu.

Germanwings-Absturz und Pilotenstreiks

Der Mutterkonzern Lufthansa hat trotz eines Schreckensquartals mit dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich und Pilotenstreiks den Verlust zum Jahresauftakt deutlich vermindert. Hierzu trugen insbesondere die Entwicklung bei Swiss, Lufthansa Cargo und Lufthansa Passage bei. Der Umsatz zog um 8 Prozent auf knapp 7 Mrd. Euro an.

Unter dem Strich stand wegen eines Finanzgeschäfts mit Aktien der US-Fluggesellschaft JetBlue sogar ein Gewinn von 425 Mio. Euro. «Alle operativen Geschäftsfelder konnten ihre Ergebnisse im ersten Quartal steigern», sagte Konzernfinanzchefin Simone Menne.

Die Pilotenstreiks belasteten das Ergebnis den Angaben zufolge mit 42 Mrd. Euro. Zudem zogen die Niedrigzinsen milliardenschwere Belastungen bei den Renten aus der Pensionskasse des Betriebs nach sich, was auf das Eigenkapital drückte.

Der Absturz der Maschine von Germanwings belastet die Lufthansa finanziell nicht, da die meisten Schäden versichert sind. Der Unfall habe so gut wie keinen Einfluss auf die Buchung bei der Lufthansa gehabt, und bei Germanwings selbst sei es zu einer vorübergehenden Buchungsdelle gekommen, erklärte die Lufthansa.

Absturz über den Alpen

Am 24. März war ein Airbus von Germanwings mit 150 Menschen an Bord über den französischen Alpen abgestürzt. Nach Aussagen der Ermittler brachte der Copilot die Maschine absichtlich zum Absturz.

Im Gesamtjahr strebt die Konzernleitung weiterhin einen Betriebsgewinn von mehr als 1,5 Mrd. Euro an. Aufgrund der Geschäftsentwicklung der letzten Wochen sei es unwahrscheinlich, die Prognose deutlich zu übertreffen.

(sda)